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Montag, 11. September 2017 Drucken

Zweibrücken

Größer und heller

St. Ingbert: Verein Saarpfalzkultur zieht in neue Räume – Künstlerresidenzen

Von Regina Wilhelm

Größer, heller und vor allem zentrumsnaher ist das neue Domizil des Vereins Saarpfalzkultur in der Spitalstraße in St. Ingbert. Am Samstag wurde es vom Vereinsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Alexander Funk eröffnet.

Nach dem Festakt gaben sich zahlreiche Kulturschaffende, Mitglieder von Vereinen und Gruppen, die „Saarpfalzkultur“ bereits gefördert hat, ein Stelldichein. Bislang befand sich das Büro des Vereins Saarpfalzkultur im Saarpfalz-Park in Bexbach. „Da waren wir einfach zu weit weg, und die Räume waren zu klein“, sagt Simone Holt. Sie fungiert wie Monika Mura als Ansprechpartnerin für kulturell engagierte Gruppierungen. Passendere Räumlichkeiten wurden gesucht und in St. Ingbert gefunden. „Jetzt sind wir glücklich, hier zu sein“, sagt Holt und verweist auf das großzügige, offene Büro im Erdgeschoss und die zusätzliche Fläche im Untergeschoss, die sich prima für kleinere Veranstaltungen eignen. Denn auf dieses zweite Standbein möchten die beiden den Verein künftig stellen.

Derzeit liegt der Fokus der Arbeit auf dem Projekt „Kultur+“ im Saarpfalz-Kreis, wie Simone Holt berichtet. Und was hat es damit auf sich? Einige Bilder an den Wänden zeugen davon. Da sind musizierende Kinder zu sehen, dort welche, die sich neugierig im Bergbaumuseum umschauen. „Wir fördern Vereine oder Gruppen aus allen Kulturbereichen, die innovative Ideen haben, aber möglicherweise nicht genau wissen, wie sie diese umsetzen und finanzieren sollen“, erklärt Holt. Das mag ein Chor sein, der Nachwuchsprobleme hat, eine Theatergruppe, die ihre Aufführungen anders inszenieren will oder besondere Örtlichkeiten sucht, oder eine Gruppe Jugendlicher, die mit modernen Medien Gleichaltrigen einen Zugang zu Kunst und Geschichte verschaffen möchte.

Die beiden Frauen helfen beim Ausfüllen des Förderantrags, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass ein Beirat letztendlich darüber befindet. Von den 21 Anträgen vor zwei Jahren erhielten 13 und von den 20 im vergangenen Jahr lediglich zehn einen Zuschlag. Gefördert werden kleinere Projekte bis 500 Euro, größere bis 6000 Euro und richtig große bis 12 000 Euro. Der Fonds wird gespeist von der Kulturstiftung des Bundes, die für die Jahre 2016 bis 2020 das Programm „Trafo – Modelle für Kultur im Wandel“, speziell für kleinere Gemeinden und den ländlichen Raum aufgelegt hat.

Monika Mura und Simone Holt begleiten die positiv beschiedenen Vorhaben, dokumentieren, wie die Ideen Formen annehmen. Die abgelehnten verschwinden aber nicht im Papierkorb. „Wir können den Antragstellern weitere mögliche Geldquellen nennen oder ihnen Tipps geben, was sie ändern sollten“, meint Holt. Auf jeden Fall bleibe der Verein Saarpfalzkultur mit allen in Kontakt, knüpfe weiter an einem Netzwerk, von dem immer mehr profitieren würden. Schließlich sei ein Ziel, Suchende und Findende zusammenzubringen, sei es bei Musik, Tanz oder Theater.

Jedes Jahr soll außerdem in einer Kommune eine Künstlerresidenz eingerichtet werden. Die erste ist in Kirkel (die RHEINPFALZ berichtete). Eugen Georg hat dort mittlerweile eine Wohnung und ein Büro gefunden. Immer noch sucht er Leute, die ihm ihre Geschichten erzählen. Aus diesen wiederum kreiert er ein Theaterstück. Die Aufführung ist für 18. November in Limbach terminiert.

Der Verein, hinter dem der Saarpfalz-Kreis steht, plant für die kommende Zeit Lesungen, Ausstellungen und Podiumsgespräche. Außerdem haben Holt und Mura 2018 zum Themenjahr Musik ausgerufen. In Absprache mit Frank Vendulet, dem Vorsitzenden des saarländischen Chorverbands, werden Experten in Sachen Musik eingeladen, werden Austauschrunden für Chor- und Orchesterverantwortliche angeboten. Als Auftakt kann das Mitsing-Konzert im Advent am 9. Dezember in Homburg gesehen werden.

Info

Saarpfalzkultur, Spitalstraße 1-3, St. Ingbert, Telefon 06894/9665944, E-Mail: info@saarpfalzkultur.de

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