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Mittwoch, 09. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken: Kultur Regional

Erleuchtung naht

Das Forum Alte Post in Pirmasens wird künstlerisch in Licht getaucht – Lesung mit Mark Heydrich

Von Christian Hamm

Lichtkunst an der Alten Post in Pirmasens: Beim Testleuchten hat Ingo Bracke schon mal einen Vorgeschmack gegeben.

Lichtkunst an der Alten Post in Pirmasens: Beim Testleuchten hat Ingo Bracke schon mal einen Vorgeschmack gegeben. ( Foto: FAP/STADT PIRMASENS/FREI)

Das Probeleuchten hat schon mal geklappt. Auf die Generalprobe vom 9. November folgt am 25. Januar die Premiere. Gelingt auch die, lässt sich danach im Pirmasenser Forum Alte Post gut feiern. Erleuchtung bringt zum fünften Geburtstag des Kulturhauses der Lichtkünstler Ingo Bracke. Seine Installation ist der Auftakt zu einer Festreihe: Fünf Veranstaltungen binnen fünf Wochenenden stehen ab Freitag, 25. Januar, an.

Rund um das kleine Jubiläum gibt’s viel Licht, Musik und eine Buchpräsentation. Der Festakt am 25. Januar ist der Auftakt. Eine Licht-Klang-Performance, Pop-Ereignis und eine musikalisch unterlegte Lesung: So umschreiben die Programmgestalter die Jubiläumsreihe „Forum – fünf Mal anders“. Passend zur fünften Wiederkehr der Alte-Post-Eröffnung kostet der Eintritt zu allen Abenden – mit Ausnahme der Buchvorstellung – denn auch je fünf Euro.

Nur geladene Gäste sind zum Festakt am 25. Januar willkommen. Doch fällt auch nach außen hin sichtbar eine Art Startschuss zur Lichtinstallation. Fortan allabendlich von 18 bis 22 Uhr verwandelt Ingo Bracke die Alte Post in ein zeitgenössisches Lichtkunstwerk. Der in Detmold beheimatete Lichtkünstler ist in der Westpfalz bekannt: Er hat bei seinen Projekten an der Wasserburg in Reipoltskirchen (Landkreis Kusel) sowie in Kaiserslautern, wo er zuletzt zum Pogrom-Gedenken im November die ehemalige Synagoge illuminiert hatte, von sich reden gemacht.

In Pirmasens lässt Ingo Bracke eine statische Schwarzweiß-Projektion von außen wirken, während im Innern des Kulturzentrums farbige Projektionen im Elisabeth-Hoffmann-Saal das Ihre zum Eindruck beitragen. So soll die Prunkfassade in ein völlig neues Licht gerückt werden. Die Installation weise, so kündigen die Organisatoren an, Bezüge zum dichterischen Schaffen Hugo Balls und zu den Werken Heinrich Bürkels auf.

Der auf diese Premiere folgende Samstag, 26. Januar, steht dann im Zeichen des Lichts: Um 19.30 Uhr startet eine einstündige Licht-Klang-Performance, die Bracke mit dem Musiker Bernd Wegener und dem Countertenor Roland Kunz gestaltet. Zuschauer und Zuhörer dürften variantenreiche Farbprojektionen im Elisabeth-Hoffmann-Saal erwarten. Percussionist und Geräuschemacher Bernd Wegener werde sein Klanginstrumentarium nutzen, um die Optik mit Klängen zu unterstützen. Dabei spiele der markante Gesang von Roland Kunz eine maßgebliche Rolle.

Fortgesetzt wird die Reihe am Samstag, 2. Februar. Das Hugo-Ball-Kabinett bildet ab 19.30 Uhr Raum für die Vorstellung des im vergangenen Jahr erschienenen Buchs „Hugo Ball: Die Flucht aus der Zeit“. 1927 erstmals veröffentlicht, zeichne darin Dadaismus-Pionier Ball seine Entwicklung in zahlreichen Notaten, kurzen Aufzeichnungen und Reflexionen nach. Der jetzt veröffentlichte Band ist von der Hugo-Ball-Gesellschaft Pirmasens herausgegeben worden und ist nunmehr Teil der mittlerweile acht von zehn Bänden umfassenden Ausgabe des Ballschen Gesamtwerks. Der Eintritt zur Buchpräsentation ist übrigens frei.

Höhlenmusik? Zumindest sind die Besucher auf außergewöhnliche Weise gefordert, wenn am Samstag, 9. Februar, das Motto „Cavemusic – somatic DJing for horizontal people“ lautet. Der Discjockey Baba Electronica soll ab 19.30 Uhr für eine Pop-Performance bürgen. Das Publikum liegt dazu auf Matratzen.

Zum Ausklang rezitieren in einer Lesung am Samstag, 23. Februar, 19.30 Uhr, der Zweibrücker Autor Mark Heydrich und die Saarbrückerin Autorin Nelia Dorscheid eine Auswahl an Gedichten von Hugo Ball und seiner späteren Frau Emmy Hennings. Die Lesung wird von musikalischen Zwischenspielen begleiten.

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