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Freitag, 11. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken: Kultur Regional

Eine Halskrause voller Soldaten

200 Grafiken von Dalí ab 8. Februar in der Alten Post in Pirmasens – Werke aus Privatsammlung

Von Klaus Kadel-Magin

Vom 8. Februar bis 24. März sind in der Pirmasenser Alten Post mehr als 200 Grafiken von Salvador Dalí (1904-1989) zu sehen. Dem Vorsitzenden des Pirmasenser Kunstvereins, Maximilian van de Sand, ist es gelungen, nach der Absage der Baier-Jagodzinski-Ausstellung die Dalí-Sammlung des in der Eifel lebenden Sammlers Heinz Ess nach Pirmasens zu holen, die an deren Orten schon für Schlangen am Eingang sorgte.

„Gezeigt werden zirka 200 bis 300 Arbeiten, die aus einer der weltweit größten Privatsammlung stammen“, freut sich van de Sand. So fänden sich in der Sammlung die kompletten Zyklen wie „Die göttliche Komödie“ von 1951, „Don Quichotte“ von 1956 oder „Zehn Rezepte der Unsterblichkeit“ von 1973, die teilweise oder ganz gehängt werden sollen.

Der frühere Landarzt Heinz Ess lebt in dem Dorf Daleiden in der Eifel und hat über Jahrzehnte die fast 2000 Originalgrafiken umfassende Sammlung von Dalí-Werken zusammen getragen. Der privat als Jazzmusiker aktive Mediziner hat bei Urlauben mit den Eltern mehrfach den großen Künstler leibhaftig, aber nur flüchtig sehen können. Dabei soll er auch erfahren haben, wie ein echter von einem gefälschten Dalí zu unterscheiden ist. Frühere Ausstellungen von Grafiken des Künstlers wurden allzu oft von dem Skandal überschattet, dass ein großer Teil der Werke gefälscht war. Ess versichert, dass seine Sammlung nur aus echten Werken bestehe.

Der Pirmasenser Kunstverein will die Gelegenheit der Dalí-Ausstellung nutzen und auf den Maler Ernest Meissonier (1815-1891) hinweisen. Der gilt als Vorbild für Dalí, der in den 60er Jahren sogar eine Ausstellung als Hommage an Meissonier im Pariser Hotel Meurice organisiert hatte. In der Pirmasenser Ausstellung will der Kunstverein drei Grafiken Dalís zeigen, die klar von Meissonier beeinflusst waren. Laut van de Sand sind das die Bilder „Die Schlacht von Tetuan“, „Der Thunfischfang“ und die erste Lithografie Dalís „Don Quichotte“ von 1957. Die Halskrause des Don Quichotte soll auf dem Bild aus einer ganzen napoleonischen Armee bestehen. Meissonier galt Mitte des 19. Jahrhunderts als einer der bekanntesten Maler Frankreichs. 1846 kaufte sich der Künstler das heute noch stehende Haus in Poissy, das er als Atelier nutzte. Die Stadt Poissy besitzt eine große Sammlung mit Werken Meissoniers.

Für den 8. Februar war ursprünglich eine Ausstellung mit den Werken des bundesweit bekannten Sammlerpaares Alexander und Gabriele Baier-Jagodzinski gedacht. Aus organisatorischen Gründen musste sie ins kommende Jahr verlegt werden.

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