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Samstag, 12. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken: Lokalsport

Der Samstagsarbeiter

Eishockey: Marco Trenholm hat ungewöhnliche Arbeitszeitverteilung – EHC Zweibrücken morgen gegen Eppelheim

Von Andreas Blatt

Marco Trenholm (vorne) kam vor der Saison zum EHC. Zuvor spielte er schon in der Jugendbundesliga.

Marco Trenholm (vorne) kam vor der Saison zum EHC. Zuvor spielte er schon in der Jugendbundesliga. ( Foto: Moschel)

«Zweibrücken.» Nach drei Wochen Weihnachtspause geht die Eishockeysaison für den Regionalligisten EHC Zweibrücken jetzt in die entscheidende Phase. Noch acht Spiele in der Hauptrunde stehen aus. Das erste davon ist die Heim-Begegnung morgen gegen die Eisbären Eppelheim (19 Uhr, Eishalle Zweibrücken).

Mit einem 8:1-Kantersieg gegen den ESC Hügelsheim gingen die „Hornets“ in die Spielpause. Ein zumindest in dieser Höhe nicht erwarteter Sieg für das Team von Trainer Terry Trenholm. Für dessen Sohn Marco war die Partie kein Spiel wie jedes andere. Der Stürmer hat in Hügelsheim mit dem Eishockey begonnen, die Trenholms wohnen heute noch unweit der Halle.

Vor dieser Saison wechselte Marco zusammen mit seinem Bruder Sebastian (Torhüter) und Vater Terry zu den „Hornets“. Und er konnte direkt überzeugen: Mit 18 Punkten – jeweils neun Toren und neun Vorlagen – ist er hinter Maximilian Dörr und Dan Radke drittbester Zweibrücker Scorer. „Das überrascht mich, denn eigentlich bin ich gar kein Torjäger“, sagt der 21-jährige Industriemechaniker. „Dass es so gut läuft, hätte ich echt nicht gedacht.“

Er gibt das Lob direkt an seine Mitspieler weiter. „Mit Spielern wie Maxi, Marc Lingenfelser und Dan in einer Reihe, macht es Spaß. Die sind erfahren und machen es mir einfach“, lobt er seine Mitspieler. Überhaupt ist er vom Zweibrücker Team angetan. „Ich habe schon bei einigen Vereinen gespielt. Aber so ein Zusammenhalt, so einen Teamgeist und so eine Kameradschaft hatte ich noch nie“, sagt er und fügt an: „Das wirkt sich positiv auf meine Leistung aus, ich will einfach rausgehen und Spaß beim Eishockeyspielen haben.“

Mit vier Jahren stand Trenholm das erste Mal auf Schlittschuhen, mit zehn Jahren ging es mit Eishockey los: „Da war natürlich mein Vater ausschlaggebend. Durch ihn kam ich zu diesem tollen Sport.“ Da in Hügelsheim nach einer Insolvenz 2009 kein Eishockey mehr gespielt wurde, wechselte der Linksaußen als Jugendlicher nach Bietigheim und später nach Freiburg. Bis in die Jugendbundesliga, die damals zweithöchste deutsche Jugendklasse, schaffte er es. Mit 19 Jahren wechselte er dann wieder zurück nach Hügelsheim. Die „Hornets“ sind nun seine zweite Station im Aktivenbereich.

Jung, deutsch und gut. Solche Spieler sind auch bei anderen Mannschaften begehrt. Trenholm kann sich aber einen langfristigen Verbleib in Zweibrücken vorstellen: „Es macht mir hier so viel Spaß, dass ich überhaupt keine Ambitionen habe, zu wechseln. Wir haben eine tolle Mannschaft und spielen um die Meisterschaft mit. Es passt hier.“ So formuliert er auch seine Saisonziele: „Wir wollen in die Play-offs. Das ist bei der engen Tabellenkonstellation schwer genug“, weiß er, der bescheiden ist: „Erfolg mit der Mannschaft ist das Einzige, was zählt, die eigenen Punkte spielen da keine Rolle.“

Wie sehr er seinen Sport liebt, zeigt sein Trainingsfleiß. Mit seinem Arbeitgeber in Steinbach bei Baden-Baden hat er wegen des Schichtbetriebs folgende Abmachung getroffen: Da er bei Spätschichten nicht trainieren könnte, hört er einmal die Woche früher auf zu arbeiten, fährt mit Vater und Bruder nach Zweibrücken zum Training und holt die verpassten Arbeitsstunden dann samstagsvormittags nach. „So kann ich zumindest einmal die Woche zum Training auf das Eis.“

Morgen geht es für den EHC nun gegen Eppelheim. Als Dritter ist Zweibrücken aktuell einen Zähler vor dem Fünften Eppelheim platziert. In den beiden bisherigen Aufeinandertreffen in dieser Saison gewann der EHC zu Hause im Penaltyschießen, in Eppelheim zog man mit 3:7 den Kürzeren. „Eppelheim spielt aggressiv und geht gegen den Körper. Da müssen wir dagegenhalten“, weiß Trenholm junior. „Die Eppelheimer arbeiten gut in der Ecke und sind stark in Überzahl. Wir müssen Strafzeiten vermeiden“, fügt Vater Terry hinzu. Mit dem US-Amerikaner Jeromy Semtner steht ein Kontingentspieler im Tor der Eisbären. Trainiert wird der ECE vom gebürtigen Zweibrücker Patrick Patschull.

Ein Wiedersehen gibt es mit den ehemaligen „Hornets“-Akteuren Marcel Kappes und Dominik Dech. Bis auf den Langzeitverletzten Pascal Sefrin sollten alle Zweibrücker Spieler dabei sein.

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