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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken Land

Da kullern auch mal Tränen

Pirmasens: Jugendverkehrsschule macht Kinder im Kreis fit für den Verkehr

von Christian Clemens

Landrätin Susanne Ganster (Mitte) begrüßte Jürgen Büchler als Nachfolger von Volker Ringelspacher (von links), den sie als Verkehrssicherheitsberater verabschiedete. Rechts neben Ganster der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Pirmasens, Peter Kiefer, und Sicherheitsberaterin Tanja Huber.

Landrätin Susanne Ganster (Mitte) begrüßte Jürgen Büchler als Nachfolger von Volker Ringelspacher (von links), den sie als Verkehrssicherheitsberater verabschiedete. Rechts neben Ganster der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Pirmasens, Peter Kiefer, und Sicherheitsberaterin Tanja Huber. ( Foto: clemens)

Wie komme ich sicher über die Straße? Welche Verkehrsregeln muss ich beim Radfahren beachten? Die Polizisten der Jugendverkehrsschule erklären Kindern und Jugendlichen im Kreis Südwestpfalz, wie sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen. Vergangene Woche stellte Landrätin Susanne Ganster in der Kreisverwaltung mit Jürgen Büchler einen neuen Sicherheitsberater vor und zeigte auf, wie viele Schüler und Kita-Kinder die Polizisten 2018 fit für den Verkehr gemacht haben.

Damit beginnen die Sicherheitsberater bereits in der Vorschule. Die Kleinen lernen beispielsweise, sicher die Straße zu überqueren. Das ist für Kinder nicht einfach, sagt Polizeioberkommissarin Tanja Huber, eine von zwei Sicherheitsberatern der Jugendverkehrsschule des Kreises. Das Gehör von Kindern sei nicht voll ausgebildet, und sie können Entfernungen und Geschwindigkeiten von Fahrzeugen schlecht einschätzen. Bei einem zweiten Termin wird Gelerntes besprochen, Fehler durch Videoaufnahmen werden aufgezeigt, auch den Eltern. „Wir Polizisten sind irgendwann weg, aber die Eltern können das mit den Kindern vertiefen“, so Huber.

So wundert es nicht, dass die Polizisten 2018 nicht nur 584 Kita-Kinder besucht, sondern auch 23 Elternabende angeboten haben. Laut Ganster absolvierten zudem 559 Grundschüler im Kreis die Fußgängerausbildung, 550 nahmen an der Fahrradprüfung teil. Ein wichtiges Angebot, denn viele Kinder könnten heute nicht mehr Radfahren, immer mehr fallen durch die Prüfung, erzählte Huber. Die Polizisten prüfen auch die Räder der Kinder auf Verkehrssicherheit. Ist alles in Ordnung, gibt es einen kleinen Aufkleber – „wie beim Tüv“, sagt Huber. Bleibt der Aufkleber versagt, kullern auch schon mal Tränen, weiß die Polizistin.

Sechs Jahre lang war sie mit Polizeihauptkommissar Volker Ringelspacher im Kreis unterwegs, klärte auch bei den Verkehrssicherheitstagen Jugendliche in Sachen Führerschein sowie Alkohol und Drogen am Steuer auf. Für Ringelspacher, der Ende 2018 in Pension ging, waren die sieben Jahre bei der Jugendverkehrsschule „mit die schönste Zeit bei der Polizei“. Seinen Platz an Hubers Seite übernimmt Polizeioberkommissar Jürgen Büchler. Dafür hat Büchler einen Verkehrserzieher-Lehrgang absolviert, war aber bis zuletzt im Schichtdienst eingesetzt. „Eine lange Einarbeitungszeit ist bei unserer Personaldecke nicht möglich“, sagte Peter Kiefer, erster Polizeihauptkommissar und stellvertretender Leiter der Inspektion in Pirmasens.

Ob die Präventionsarbeit der Jugendverkehrsschule fruchtet, sei schwer messbar, so Kiefer. Ein Indiz sei jedoch, dass es seit Jahren kaum Schulwegunfälle in der Südwestpfalz gebe. Zudem würden den Kindern die Berührungsängste mit der Polizei genommen, das merke man stets, wenn man mit Huber draußen im Einsatz ist. Regelmäßig rufe von irgendwo ein Kind „Hallo, Frau Huber!“ Auch das ist Ziel der Jugendverkehrsschule.

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