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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken

Auch Einzelhandel auf altem Brauereigelände zulässig

Bis zu 400 Quadratmeter Verkaufsfläche möglich – Büro Vertec untersucht Verkehrsreserven – Mauereidechsen sind umzusiedeln

Von Thomas Salzmann

Das war das alte Brauhaus der Brauerei. Um die Pläne des Investors umsetzen zu können, müssen alle Gebäude abgerissen werden.

Das war das alte Brauhaus der Brauerei. Um die Pläne des Investors umsetzen zu können, müssen alle Gebäude abgerissen werden. ( Foto: Steinmetz)

Neben einem Gebäudekomplex mit Hotel und Gastronomie, betreutem Wohnen, Pflegeheim und ergänzenden Dienstleistungen will Investor und Entwickler Manfred Schenk auf dem alten Parkbrauereigelände auch Einzelhandel ansiedeln. Das geht aus den Unterlagen der Stadt für den Bauauschuss hervor.

Der Bebauungsplan sieht vor, dass Einzelhandelsläden mit bis zu 150 Quadratmeter Verkaufsfläche, die ein nahversorgungsrelevantes Kernsortiment haben, zulässig sind. Insgesamt dürfen jedoch 400 Quadratmeter Verkaufsfläche nicht überschritten werden. Die Läden sind dazu gedacht, die Hotelgäste sowie die Bewohner des Pflegeheims sowie des betreuten Wohnens zu versorgen. So soll es den Bewohnern mit eingeschränkter Mobilität möglich sein, im direkten Umfeld einen Teil des täglichen Bedarfs zu decken.

Das Angebot wird im Bebauungsplan auf zentrenrelevante Sortimente gemäß der Zweibrücker Liste beschränkt. Dazu gehören Back- und Konditoreiwaren, Metzgereiwaren, Nahrungs- und Genussmittel, Getränke, Schnittblumen, Drogeriewaren und Körperpflegeartikel, Putz- und Parfümerieartikel, freiverkäufliche Apothekenwaren, Schreib- und Papierwaren sowie Zeitungen und Zeitschriften. Dies führe zu keinen negativen Auswirkungen auf die Innenstadt.

Als ergänzende Dienstleistungen und Einrichtungen sind in dem Neubau zulässig: Bistro, Restaurant, Arztpraxen, Apotheke, Friseur, Räume für freie Berufe aus dem Gesundheits- und Sozialwesen wie Physio- oder Ergotherapie.

Das Büro Vertec untersucht, wie sich die neue Nutzung auf die Verkehrssituation auswirkt. Auf der Grundlage dieses Gutachtens kann die Stadt dann ein Verkehrskonzept für die Erschließung des Gebietes erstellen. An der Einmündung der Kreuzbergstraße in die Hofenfelsstraße sieht Vertec derzeit noch eine Reserve von 26 Prozent. Das heißt, dass dort noch 26 Prozent mehr Fahrzeuge unterwegs sein könnten. In der Parkstraße rechts vom ehemaligen Brauereigelände sind noch Verkehrsreserven von 53 Prozent. Auch hier sieht Vertec keinen Bedarf für leistungssteigernde Maßnahmen. Für das gesamte Bebauungsplangebiet prognostiziert Vertec rund 530 Fahrten am Tag, die verträglich abgewickelt werden könnten. Stellplätze für Autos sind innerhalb des Baugebiets zulässig. Und es soll eine überbaute Tiefgarage geben mit einer weitgehend begrünten, begehbaren Dachfläche.

In den Gebäuden und Dachstühlen der ehemaligen Brauerei hat ein Fachbüro keine Hinweise auf Fledermausvorkommen gefunden. Im Umfeld der Gebäude kommt eine kleine Population an Mauereidechsen vor. Die streng geschützten Tiere müssten gefangen und an einen geeigneten Platz umgesiedelt werden.

Der Standort wurde auch auf Altlasten untersucht. Für den Bereich der Betriebstankstelle der ehemaligen Parkbrauerei liegen zwei Gutachten aus den Jahren 1999 und 2000 vor, die auf eine kleinräumige Verunreinigung durch Kohlenwasserstoffe hinweisen – dort, wo die Benzin- und Dieseltanks lagerten.

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