Speyer
Zum Tod von Germann Jossé
Germann Jossé blieb Speyer immer verbunden und hat nicht zuletzt in drei Büchern – „Pfälzer Sammelsurium“ und „Rätselhafte Pfalz“ I und II – die Superlative der Pfalz und darunter besonders die seiner Heimatstadt herausgestellt. Dabei zog er schon 1968 an die Weinstraße und ging in Landau zur Schule. 1978 bis 1985 war er Jugend- und Heimerzieher in Germersheim, Bayern und Baden-Württemberg. 1985 zog er nach Worms und studierte dort bis 1989 BWL an der Hochschule. 1988 bis 1995 war Lehrer an einer berufsbildenden Schule, 1992 bis 1997 hat er Lehraufträge an den Fachhochschulen Worms und Ludwigshafen.
Seit 1997 war er hauptberuflich Dozent an der Hochschule Worms, wo er 2006 den Ruf als Professor für Strategisches Controlling erhielt. 2004 hat er promoviert.
Beliebter Forscher und Lehrer
Seine Kolleginnen und Kollegen der Studienrichtung International Marketing/Handelsmanagement in Worms schrieben in ihrem Nachruf: „Die Lehrtätigkeit und die Betreuung und Förderung es Studierenden lagen ihm sehr am Herzen und erfüllten ihn mit großer Freude.“ Hierfür sei er von den Studierenden und Kollegen sehr geschätzt worden. Er habe über ausgezeichnete Fachkenntnisse in seinem Lehrgebiet verfügt, die er auch in zahlreichen Publikationen zum Ausdruck gebracht habe. Erwähnt wird auch sein profundes Wissen über die Pfalz und Rheinhessen – und seine davon gespeisten Bücher.
Seit 2010 leitete Jossé auch das Transatlantik-Institut der Hochschulen Ludwigshafen und Worms.
Zudem war er auch als Reiseveranstalter sowie mit Showprogrammen und Theater auf Bühnen anzutreffen. Und er hat 2015 den „WeinstraßenMeter“ als ein ungewöhnliches Pfälzer Souvenir vorgelegt. „Ich bin gerne Pfälzer, habe von meinen Eltern viel Heimatliebe mitgekriegt“, erzählte Jossé vor einigen Jahren in einem RHEINPFALZ-Gespräch. Das ist auch auf seinem Klappmeter zu sehen, der die Kurven und Biegungen der Weinstraße und ihre Orte zeigt.
Spiele erfunden
Germann Jossé beschäftigte sich auch viel mit Spielen. Er hatte eine große Sammlung und schließlich auch selbst welche erfunden und in seinem Loogstein-Verlag herausgebracht. Die Idee zu seinem Spiel-Erstling „WortSchmiede“ kam Jossé im Januar 2011 nach einer Urlaubswoche im Allgäu. Nach einem Spieleabend wurde er nachts wach und hatte mehrere Memory-Variationen im Kopf. Die habe er gleich mal ins Diktiergerät gesprochen, erzählte er später über die Entstehung des 2016 dann veröffentlichten Spiels. Auch ein „WeinPfalz“-Quartett hat er kreiiert, das ebenfalls von vielen Pfalz-Infos getragen ist und diese dem Spieler vermittelt.