Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Zum 70. Geburtstag von Clemens Jöckle

Im Sommer 2012 an seiner langjährigen Wirkungsstätte: Clemens Jöckle in der Städtischen Galerie in Speyer.
Im Sommer 2012 an seiner langjährigen Wirkungsstätte: Clemens Jöckle in der Städtischen Galerie in Speyer.

Am 15. April wäre Clemens Jöckle, Kunsthistoriker, Publizist und Kurator, 70 Jahre alt geworden. 2012 erlitt er beim Aufbau einer Ausstellung in seiner Wahl-Heimat Speyer einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am 2. Juni 2014 gestorben ist. Die kulturell interessierten Bürger – nicht nur in Speyer, sondern in der ganzen Pfalz – verdanken ihm viel.

Jöckle wurde in Wasserlos in Unterfranken geboren. Sein Werdegang war anfangs holprig. Das Studium der Theologie gab er auf und die Promotion in Kunstgeschichte an der Universität Mainz brach er ab.

Wandelndes Lexikon

Als Autodidakt holte er das Wissen nach. Er überraschte die Leser seiner Bücher über Kunst und Künstler in der Pfalz und die Zuhörer seiner Vorträge bei Eröffnungen von Ausstellungen im Feuerbach- und im Purrmann-Haus, im Kulturhof in Speyer, beim Künstlerbund Speyer und in zahlreichen anderen Städten in der Pfalz mit seinen kunsthistorischen Detailkenntnissen und pointierten Geschichten aus dem Leben der Bildhauer, Maler, Grafiker und Zeichner.

Die Gedächtnisstiftung

Er war ein wandelndes Lexikon. Fragte man ihn über Werke und Wirken selbst unbekannter Künstler, stets antwortet er durchdacht und verständlich.

Uwe Wöhlert, seit 25 Jahren Geschäftsführer in Ehrenamt der Kulturstiftung Speyer, regte 2016 an, Clemens Jöckle eine Gedächtnisstiftung unter dem Dach der Kulturstiftung Speyer zu widmen.

Gemeinsam mit 60 Bürgern und einigen Unternehmen konnte die Kulturstiftung Speyer ein Stiftungskapital von 39.840 Euro ansammeln. Ihr Zweck: Förderung von Künstlern, Autoren, Musikern und Schauspielern.

Rund 100 Ausstellungen kuratiert

Von 2001 bis 2012 war Jöckle als Leiter der Städtischen Galerie Speyer für eine bescheidene Aufwandsentschädigung tätig. Rund 100 nicht selten hochkarätige Ausstellungen hat er in dieser Zeit hier organisiert und kuratiert.

Sein schriftlicher Nachlass (Publikationen, Vorträge, Presseberichte und persönliche Anmerkungen im Umfang von 226 Seiten) ist im Landesarchiv Speyer verwahrt. Eine Aufstellung von Zeichnungen. Aquarellen, Bildern und kleineren Skulpturen, die er meist anstelle von Honorar von Künstlern erhielt, liegt bei der Stadt.

Das Elternhaus – sein Vater war Amtsgerichtsdirektor – vermachte Clemens Jöckle dem Deutschen Orden, dessen Mitglied er war.

Clemens Jöckle liegt auf dem Speyerer Friedhof begraben.

Der Autor

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Peter Eichhorn ist der Vorsitzende der Kulturstiftung Speyer, die Trägerin der Clemens-Jöckle-Gedächtnisstiftung ist.

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