Speyer Wochenchronik:

Eine bemerkenswerte Woche liegt hinter uns: Noch immer geprägt von der Ruhe der großen Ferien, doch gleichzeitig schon unübersehbar waren die Vorzeichen des bevorstehenden alltäglichen Lebens. Der Betriebsrat der Firma PFW Aerospace etwa hat deutlich gemacht, dass er sich sorgt um die Zukunft des Unternehmens. In einem Extrablatt an die Kollegen bezieht er Position, stellt klare Forderungen zum laufenden Verkaufsprozess der Firma, will wissen, was in den Chefetagen läuft und worauf es für die Mitarbeiter hinausläuft. „Deutschland droht ein Ausverkauf unserer Branche“ sorgen sich die Mitarbeiter des Speyerer Traditionsunternehmens. Die Arbeitnehmervertretung weiß, wovon sie spricht, was die Kollegen seit Jahren geleistet und durchgemacht haben, was dem Standort gut tut und für den Erhalt der Jobs und der Firma wichtig ist. Deutlich, aber nicht aggressiv an das Miteinander aller Beteiligten und die Öffentlichkeit zu appellieren, zeugt von großer Verantwortung und Klugheit des Betriebsrates. Es ist wichtig für die Region, dass das alles bei den Adressaten ganz oben nicht nur gehört, sondern angenommen wird. Stadtarchivchef Joachim Kemper, Bundeswehr-Kommandeur Stefan Jeck, Kaufhof-Geschäftsführer Peter Regler, Tierheim-Leiterin Nadja Lienow, Diakonievorsteher Werner Schwartz: fünf Namen, fünf Entscheidungen, fünf Abschiede und das alles innerhalb einer Woche. Vier dieser Schlüsselstellen in der Stadt müssen neu besetzt werden. Nur in der Kaserne hat sich das ja bekanntlich – leider – erledigt. Es gibt für jeden aus dem Quintett einen triftigen Grund, die Stadt zu verlassen. Der eine ist wegbefohlen vom Dienstherren, der andere sucht eine neue Herausforderung, der Dritte bekommt anderswo mehr Geld, die Vierte treibt unter anderem die Heimatliebe weg, der Fünfte darf seinen Ruhestand genießen. Unter dem Strich bleiben dennoch zunächst fünf herbe Verluste für die Stadt. Eine traurige Bilanz dieser Woche und ein seltsamer Zufall. Doch auch die Speyerer Welt lebt eben vom stetigen Wandel. Und tatsächlich: Es kündigen sich ja auch immer wieder Neuzugänge an. Die zahlreichen Bewerbungen auf die städtischen Stellen in der Stabseinheit Kultur bestätigen das eindrucksvoll. Das hat diese Woche auch gezeigt. Speyer bleibt attraktiv. Sehr viele haben sie schon hinter sich, etlichen Glücklichen stehen die oft als „schönste Tage im Jahr“ genannten Wochen erst noch bevor. Auch der OB ist in dieser Woche an seinen Schreibtisch im Stadthaus zurückgekehrt. Eine ganze Woche Auszeit hat er sich doch tatsächlich gegönnt. Hat mit seiner Frau Paris besucht. Immerhin: Eine ganze Woche lang. Für einen, der sonst eigentlich nie urlaubt. Weil er nämlich so stark in sein integriertes Stadtmarketing integriert ist, dass er im Endeffekt letztlich alles eher mehr als weniger in und auf sich selbst integriert. Nicht nur zur reinen Freude seiner Mitarbeiter, wie es aus dem Stadthaus zu hören ist. Ausgerechnet der Ober-Integrierer Eger also hat sich selbst acht Tage rausgenommen. Und was ist passiert? Nichts. Im Gegenteil: Es sei schön gewesen, mal was ganz anderes zu sehen, andere Luft zu atmen, andere Ansichten zu erleben, schwärmt Eger selbst von der Auszeit. Na also, geht doch. Jetzt wird aber bitteschön flugs weiter integriert gemarketingt. Nicht, dass da noch was aus dem Konzept gerät. Am schönsten ist es doch zuhause. Die Erkenntnis ist nicht neu und sie stimmt auch nicht in jedem Fall. Aber hin und wieder eben doch. Einen Fan der Insel Sylt hat es in diesem Sommer natürlich wieder in den Norden der Republik gezogen. Wobei das Wort die Sache haargenau triff: Dieses Mal hat es sich richtig gezogen. Erster Riesenstau zwischen Kassel und Hannover: defekter Lkw. Dann Stop and Go von Hannover bis an den Elbtunnel in Hamburg und in diesem Stil durch die Röhre hindurch. Anschließend liegen vor dem Fahrer wie auf der Perlenkette aneinandergereiht: Baustelle hinter Baustelle: Verbereiterung der Fahrbahn hoch bis nach Rendsburg. Keine Ausweichmöglichkeit. „Runterfahren hilft nicht“, beruhigt der Stauberater vom ADAC am Straßenrand. Das sind Momente, in denen sich der Wagenlenker und seine Familien-Crew an das Baustellen-Labyrinth in der Heimat zurücksehnen. Speyer ist aus dieser Warte das reinste Autofahrer-Paradies. Denn da gibt es immer einen Schleichweg an der Baustelle vorbei. Und nächstes Jahr ist die A 7 nach Norden fertig ausgebaut. Verspricht zumindest das Land Schleswig-Holstein auf einem Faltblatt, auf dem steht, warum so viele Baustellen gleichzeitig laufen müssen. P.S: Sylt war (wieder) toll. Und natürlich haben sich nur Speyerer dort getroffen, die das genauso sehen. Die großen Ferien sind in einer Woche vorbei. Für die Zeit, bis die nächsten beginnen, empfiehlt der DRK-Chef Dr. Klaus-Peter Wresch Blutspenden als regelmäßige „Frischzellenkur“ für zwischendurch. Der Körper werde durch den kleinen Pieks und die Abgabe des roten Lebenssaftes dazu angereizt, neue Blutzellen zu bilden. Natürliche Blutauffrischung sozusagen. Dieser Prozess stärke außerdem die Abwehrkräfte. Was noch hinzu kommt: Das gespendete Blut wird vielfach getestet, unter anderem sein Eisenwert gemessen. Ein Hepatitis- und ein HIV-Test gehören zum Check. Der Spender erfährt, was mit ihm los ist, ob er zum Arzt muss. Blutspenden – ein guter Tipp also zum Erhalt des persönlichen Wohlgefühls. Körperlich und moralisch. Denn Blutspenden hilft auch Anderen. Vor der Anwendung fragen Sie gerne Ihren Arzt oder den Spender in Ihrem Bekanntenkreis. Die werden zuraten. Es dauert noch bis zu den Sommerferien 2016.

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