Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtsoratorium in der Dreifaltigkeitskirche

War wieder der Evangelist: Martin Erhard.
War wieder der Evangelist: Martin Erhard.

Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger dirigiert die ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von Bach mit der Speyerer Kantorei in der Dreifaltigkeitskirche.

So voll sind Kirchen in diesen Tagen selten. In der Speyerer Dreifaltigkeitskirche waren alle Plätze inklusive der Emporen besetzt, als Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach dirigierte. Der Applaus nach 80 Minuten wollte nicht enden.

Jugendchor, Speyerer Kantorei, Collegium musicum, vier Sängerinnen und Sänger: In froher Erwartung richten sich die Blicke der Mitwirkenden auf Sattelberger. Mit Pauken, Trompeten und Jubelgesang eröffnen Instrumentalisten das Konzert mitten im Advent. Komponiert hat Bach das sechsteilige Oratorium 1734/35 für die Leipziger Weihnachtsgottesdienste. Die ersten drei Kantaten wurden an den damals drei Weihnachtsfeiertagen aufgeführt.

Herzen und Seelen erreicht

So viel Zeit hat Sattelberger nicht. Er nimmt sich und den Mitwirkenden 80 Minuten, in denen Musik die Kirche erfüllt, sie Herzen und Seelen erreicht.

Sattelberger leitet Chor und Orchester mit der ihm innewohnenden Leidenschaft. Er singt jedes Wort mit, bewegt sich unablässig, strahlt die Musizierenden an, wundert sich über Beifall schon nach den ersten Sätzen der Kantorei. Sofort verstummen die Hände bis zum Schlussapplaus, den Sattelberger und alle Mitwirkenden gerne entgegennehmen.

Begeisterung ist in jedem Gesicht der Beteiligten zu lesen. Sie vertrauen ihrem Leiter und Konzertmeisterin Barbara Mauch-Heinke. Dem Bezirkskantor gelingt es auch ohne Taktstock, den ihm eigenen Enthusiasmus an Instrumentalisten und Sänger weiter zu geben.

Gesang berührt die Zuhörer

Auf der Kanzel erzählt Tenor Martin Erhard mit starker Stimme die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium. Sein Gesang berührt die Zuhörer wie auch der warme Alt von Solosängerin Dalila Djenic, der sicher durch die Arien führt.

Es ist noch nicht lange her, dass Julia Planitz den Jugendchor mit ihrem schönen reinen Sopran bereichert hat. Mittlerweile hat die Dudenhofenerin ihr Gesangstudium abgeschlossen und wartet auf ihren ersten Auftritt beim Weihnachtsoratorium in der Dreifaltigkeitskirche. Gemeinsam mit Florian Sauer singt die Sopranistin so wunderschön im Duett, dass ihr und ihrem Bühnenpartner die Herzen der Zuhörer im Nu zufliegen. Sauers Bass erfüllt das Gotteshaus vollkommen, Planitz zeichnet sich durch hohe Musikalität und große Freude an dem Konzert aus, das der Protestantische Kirchenbezirk Speyer alljährlich und der Leitung Sattelbergers veranstaltet.

Vervielfachte Vorfreude

Bachs Musik bereitet sehr emotional auf das Weihnachtsfest vor, die Interpretationen des Oratoriums der Instrumentalisten und Sänger in der Dreifaltigkeitskirche vervielfachen die Vorfreude. Teilweise historische Instrumente begleiten anrührend zur Krippe, wunderbare Flöten künden die frohe Botschaft an, die die Christenheit mehr als 2000 Jahre nach der Geburt Jesu vereint. Hoch oben auf der Empore verkündet eine junge aufstrebende Sopranistin große Freude.

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