Speyer
Weihnachtsbaumverkauf: Nordmanntannen als Dauerbrenner im Speyerer Umland
Es ist wenige Tage vor Weihnachten und damit höchste Zeit, einen Baum zu besorgen. Im Speyerer Umland geht das unter anderem bei „Ackermanns Markthalle“ in Waldsee. Nach welchen Bäumen die Kunden Ausschau halten, ob der Trend zum künstlichen Tannenbaum auch hier angekommen ist und welche Rolle der Klimaschutz bei allem spielt, das lässt sich bei einem Besuch herausfinden.
Regnerisch und windig ist es an diesem Samstagmorgen. Dem Weihnachtsbaumverkauf bei „Ackermanns Markthalle“ in Waldsee tut das Wetter aber keinen Abbruch. Geschäftiges Treiben herrscht auf dem Parkplatz des Hofs, Tannenbäume werden ausgesucht, eingenetzt und in den jeweiligen Kofferraum verfrachtet, stets mit der Hilfe der Hofbetreiber Monika und Armin Ackermann und ihrer Mitarbeiter. Seit 26 Jahren verkauft das Ehepaar nun Tannenbäume in der Vorweihnachtszeit, bis 2016 hatten sie sogar ihre eigene Baumzucht.
„Heute bekommen wir unsere Bäume direkt auf den Hof geliefert. Unser Zulieferer kommt aus dem 70 Kilometer entfernten Mosbach und schlägt die Bäume extra erst Anfang Dezember, damit wir sie so frisch wie möglich verkaufen können“, erzählt Monika Ackermann. Ab dem Nikolaustag werden die Bäume verkauft, die sich das Ehepaar bereits jedes Jahr im September ausgesucht hat. So sei laut Monika Ackermann für jeden Geschmack etwas dabei. Ihr Mann Armin Ackermann fügt hinzu: „Auch wichtig ist uns, dass unsere Bäume aus der Region kommen. Wir wollen nicht, dass sie schon auf dem Lieferweg die ersten Nadeln verlieren.“ Dieses Konzept kommt gut an. Über die Jahre hat sich der Hof eine Stammkundschaft aufgebaut, die sich vehement gegen den Trend zum künstlichen Baum wehrt.
Ein solcher Stammkunde ist Ingo Böhn aus Waldsee, der seit Jahren hier seine Bäume kauft, und diese früher sogar mit seinen Kindern auf dem Feld der Ackermanns selbst geschlagen hat. „Mit Christbäumen ist es wie mit einem Kleidungsstück, es muss einfach passen“, sagt er und geht zielgerichtet auf einen Baum zu, der seinen Kriterien – „um die 1,60 m groß und einigermaßen symmetrisch“ – entspricht. Nach nicht einmal fünf Minuten hat er seinen Einkauf erfolgreich abgeschlossen. Das sei typisch für die vergangenen Jahre, meint Armin Ackermann, die Leute seien entscheidungsfreudiger geworden.
Oben dicht, unten schmal
Ganz so schnell geht es bei Silke und Jens Reinhold aus Schifferstadt nicht. „Ackermanns Markthalle“ sei bereits ihre zweite Station, erzählt Silke Reinhold und schildert Monika Ackermann ihre Wünsche: „oben dicht und unten schmal“. Das entspricht laut den Ackermanns dem momentanen Trend zu schmalen Bäumen, die nicht zu viel Platz im Raum wegnehmen.
Monika Ackermann stellt fachmännisch eine Auswahl zusammen, die Reinholds wägen ab und finden schließlich auch ihren „Traumbaum“, der gut in ihr Wohnzimmer passt. Die nächste Kundin hat einen besonderen Auftrag mitgebracht: Simone Pfeifer wurde von ihrer kleinen Patentochter instruiert, einen „besonders großen und schönen Baum“ zu kaufen. Wieder verschwinden die Mitarbeiter zwischen den Bäumen und kommen wenig später mit einer Auswahl an „großen und schönen Exemplaren“ zurück. Sie scheinen den Geschmack der Kundin recht schnell zu treffen, denn auch Pfeifer verlässt den Hof wenig später mit einer prächtig gewachsenen Nordmanntanne.
Apropos Nordmanntanne: Das ist die einzige Baumart, die die Ackermanns verkaufen. Armin Ackermann sieht neben weiteren Faktoren darin seinen Beitrag zum Klimaschutz, da Nordmanntannen am wenigsten problematisch in der Aufzucht seien und im Vergleich zu anderen Baumarten weit weniger Wasser und Planzenschutz benötigten.