Speyer
Weihbischof wird 75: Lied gedichtet und Abschied erwartet
Erst wird gefeiert, dann steht der Ruhestand an. Diesen wird Otto Georgens laut Bistum noch im Dezember antreten. Der katholische Theologe habe anlässlich seines 75. Geburtstags Papst Leo XIV. den altersbedingten Amtsverzicht angeboten. Georgens gehe davon aus, dass dieser Bitte entsprochen werde. Der 1950 in Weisenheim am Berg geborene Stellvertreter von Bischof Karl-Heinz Wiesemann ist seit Anfang 1995 im Amt und gilt damit als einer der dienstältesten Bischöfe der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.
Wiesemann hat derzeit für das Bistum Speyer keinen neuen Weihbischof erbeten. Georgens habe sich bereit erklärt, als emeritierter Weihbischof weiterhin bischöfliche Aufgaben wahrzunehmen: „Ich freue mich, wie bisher im Dom zu Speyer und in den Gemeinden des Bistums Gottesdienste feiern zu können und dabei den Predigtdienst zu übernehmen.“
Dekan in Pirmasens
Georgens stammt aus Weisenheim am Berg im Landkreis Bad Dürkheim und hatte schon mehrere Stationen im Bistum hinter sich, als er 1995 in vergleichsweise jungen Jahren in die Bistumsspitze aufrückte. Er war Sekretär der Speyerer Oberhirten Friedrich Wetter und Anton Schlembach und wurde 1986 Pfarrer in Eppenbrunn im Kreis Südwestpfalz. 1994 wurde er Dekan in Pirmasens. In seiner Zeit als Weihbischof war er zeitweise für die Caritasarbeit zuständig, leitete das Bistum beim Übergang von Bischof Schlembach auf seinen Nachfolger Wiesemann und ist heute Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben.
In der Deutschen Bischofskonferenz gehört Georgens der Liturgiekommission, der Kommission Weltkirche sowie der Unterkommission für Entwicklungsfragen der Deutschen Bischofskonferenz an. Auch vertritt er als Delegierter die Bischofskonferenz bei der Vollversammlung der französischen Bischöfe. Ein Anliegen ist Georgens die Pflege der weltkirchlichen Beziehungen, so mit dem Partnerbistum Cyangugu in Ruanda, das er schon mehrfach besuchte.
Volksnah und kenntnisreich
Der Landwirtsohn Georgens gab sich in Speyer stets volksnah, etwa im Winzerhemd bei der alljährlichen Übergabe des Weinzehnts aus Kirrweiler vor dem Dom. Er ist aber auch als Theologe mit Tiefgang und Sachkenntnis geschätzt. Nicht Karriere, sondern Nähe zu den Menschen war ihm nach eigenen Worten wichtig. Mit viel Talent greift er zur Feder, um zu dichten und zu texten – was er auch anlässlich seines Geburtstags beweist: Zum ersten Advent hat er ein selbst getextetes Lied angestimmt: „Es ist schön, ein Weihbischof zu sein.“
Zur Melodie von Robert Lavigne du Cadets Lied „Le Seigneur nous ouvre l’avenir“ singt Georgens: „Im Vertrauen auf Gott hab ich’s gewagt – und bereut hab ich es niemals, nein. Es ist schön, ein Weihbischof zu sein.“ Dabei habe er sich den Beruf nicht ausgesucht: „Karriere machen lag mir fern. Nah den Menschen wollt ich immer sein, Leben teilen, mich mit andern freun.“ Er bleibe bis zuletzt Schüler Gottes. Für den Videobeitrag auf den Facebook-Seiten des Bistums hat er viel Lob und Glückwünsche erhalten.
Das Bistum verabschiedet Georgens am Sonntag, 7. Dezember, ab 15 Uhr in einer Pontifikalvesper mit Festakt im Dom. Angekündigt sind Dankesworte von Wegbegleitern und ein anschließender Umtrunk. Beim Ausklang in der Vorhalle könnten alle Mitfeiernden dem Jubilar persönlich gratulieren und danken. Die Pontifikalvesper werde live über die Social-Media-Kanäle von Dom und Bistum gestreamt.