Speyer Wechselbad endet mit kalter Dusche

«Emmelshausen». Für Fußball-Oberligist TuS Mechtersheim glich der gestrige Freitag einem Wechselbad der Gefühle. Hatten die bescheidenen Aufstiegshoffnungen nach Bekanntwerden der Absage der TSG Pfeddersheim neue Nahrung erhalten, war die Stimmung nach der 1:4 (0:2)-Niederlage beim TSV Emmelshausen mehr als ernüchtert.

Darüber, was in dieser Saison eventuell noch möglich sein könnte, „möchte ich gar nicht nachdenken“, war Trainer Ralf Schmitt bedient nach der höchsten Niederlage der Saison zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Mechtersheim hatte sich viel vorgenommen. Natürlich sollte das kleine Tief von nur einem Zähler aus den jüngsten drei Spielen enden. „Das Spiel muss aber erst einmal gespielt werden“, erinnerte Sportdirektor Dieter Demmerle daran, dass Emmelshausen zweimal Spitzenreiter RW Koblenz geschlagen hatte. Personelle Engpässe kamen dazu, so hatte Schmitt nur vier Ersatzspieler dabei, darunter Max Lieberknecht, den noch muskuläre Probleme plagten. Auch Kevin Selzer war nicht bei 100 Prozent. Für den verletzten Lukas Metz war Dennis Sommer in die Startformation gerutscht. Das frühe Aus von Georg Ester war ein weiterer Rückschlag, wenngleich es der eingewechselte Lieberknecht laut Schmitt „gut gemacht“ hatte. Mit lädiertem rechten Knöchel verfolgte Ester den Rest der Partie von der Bank aus, weitere Saisoneinsätze sind zumindest fraglich. Am Ende aber waren es zu viele Patzer, die Eric Peters (19.) und Tobias Lenz (45.) zu Toren nutzten. „Tempo und Passschärfe haben bei uns nicht gepasst, dazu kamen zu viele Ballverluste und Szenen, in denen wir direkt nach vorne klären“, haderte Schmitt. „Hätten wir von Anfang an so gespielt wie in der zweiten Halbzeit, wäre mehr drin gewesen.“ Hier war es vor allem Yasin Özcelik, der mehrere Tormöglichkeiten verbuchte und immerhin später etwas Ergebniskosmetik betrieb (60.). Dennoch begann auch Durchgang Zwei mit einer kalten Dusche nach Gerrit Wißfelds 3:0 (48.). Umso bezeichnender aber, dass obwohl man nach der Pause so gut wie nichts mehr zuließ, dennoch zwei weitere Gegentore fielen, wobei der Schlusspunkt in der 89. Minute durch Stevenson Dörr (89.) nicht mehr ins Gewicht fallen sollte. „Ein biederer, aber aggressiver Gegner“, befand Schmitt abschließend, „die Niederlage ist etwas zu hoch ausgefallen. Wir sind in der Breite eben nicht gut genug besetzt.“ Den Emmelshausenern derweil nutzt der Sieg womöglich nichts mehr, da im Falle eines Sieges des Tabellen-Dreizehnten Hassia Bingen nur noch eine Chance bleibt, wenn weniger als fünf Teams aus der Oberliga absteigen.

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