Stadtgeschichte(n)
Warum der Russenweiher Russenweiher heißt
Wie es die Bezeichnung „Russenweiher“ seit etwas über 100 Jahren ausdrückt, hat die zuvor offenbar namenlose 1,5 Hektar große Wasserfläche mit Angehörigen dieses Volkes zu tun. Und zwar mit Gefangenen des Ersten Weltkriegs.
Das Areal des heutigen Russenweihers gehörte früher dem Bauer Franz Thomas. Aus den Unterlagen des verstorbenen Anwohners Werner Kretz geht hervor, dass der Grundstücksbesitzer Thomas auf seinem mit einem Teich bestandenem Gelände nach Kies graben und baggern ließ. Der wurde einige Zeit vor und nach 1900 unter anderem für Großbauten in der näheren Umgebung benötigt. So für eine später als Quartier Normand bekannt gewordene Kasernenanlage, für die Errichtung des Krankenhauses der Evangelischen Diakonissenanstalt und wahrscheinlich auch für den Bau der Zeppelinschule.
Nahe des Geländes des Bauern Thomas, wohl zwischen dem nördlichen Teil der Rheinhäuser Straße und der späteren Winternheimer Straße, hatte der Unternehmer Orth eine Möbelfabrik errichten lassen. Dort mussten kriegsgefangene Russen arbeiten und durften an heißen Tagen in dem großen Teich baden gehen. Womit Speyer einen „Russenweiher“ hatte.
