Speyer
Waldsee: Martinskeller besteht seit 20 Jahren
Die Girlanden mit der „20“ sind gekauft, die Band engagiert und die Qualität der Riesling-Schorle wurde sicherheitshalber von Volker Knörr und Benny Stett, den Martinskeller-Wirten, persönlich überprüft. Kurz: Es ist alles bereit für den kommenden Freitag, an dem das 20-jährige Bestehen des Martinskellers in Waldsee gefeiert wird.
Den Martinskeller hat der damalige Pfarrer Thomas Buchert vor 20 Jahren ins Leben gerufen. Er wollte einen Treffpunkt für Alt und Jung – und das ist der Keller heute noch. Wer die Stufen vom Keller des katholischen Pfarrzentrums noch eine Ebene tiefer in den alten Gewölbekeller herabsteigt, schnuppert buchstäblich Martinskeller-Luft: leicht muffig-modrig, weil feucht. An der Wand hängt der Deckel eines alten Weinfasses mit einem Relief des Heiligen Martin. In einer Nische steht etwas erhöht eine Statue des Heiligen Josef. Der guckt leicht indigniert nach unten – kein Wunder, denn wenn der Martinskeller geöffnet hat, tobt da das Leben. Dann hängt da noch eine wirklich kitschige Kuckucksuhr „made in Taiwan“, aus einer Schorle-Laune heraus gekauft. Woher das hübsche Glasfenster mit dem Lamm Gottes am Treppenabgang kommt, wissen Stett und Knörr nicht, aber finden es bei näherer Betrachtung echt schön. Die Stühle wurden auch schon repariert, denn an manchen hat nach 20 Jahren sprichwörtlich der Holzwurm genagt, was der Stabilität abträglich ist.
Der Keller ist Kult bei den Waldseern. „Wir sind das Auffanglager für alle, die freitagabends unterwegs sind und nicht gleich heimgehen möchten“, erklärt Volker Knörr. Es kommen Gäste von ziemlich jung bis recht alt. Und dann wird es auch richtig voll, richtig laut – denn die Akustik ist trotz schalldämmender Maßnahmen miserabel – und richtig spät. Bis die Wirte aus dem Keller wieder in die Nachtluft hochsteigen, ist es vier Uhr morgens.
Einnahmen fürs Pfarrzentrum
Noch voller und ganz bestimmt noch lauter wird es bei der Jubiläumsveranstaltung am Freitag. Dann spielt die Band Woifeschtkänisch, die Unplugged-Combo der Pfälzer Band Fine R.I.P. Höchstwahrscheinlich wird es in dieser Nacht noch später, weil wegen des Adventsmarkts am Wochenende noch in der Nacht aufgeräumt werden muss. Knörr und Stett setzen darauf, dass jeder, der noch stabil auf den Füßen ist, hilft und mit anpackt.
Was die wenigsten wissen, wie Stett und Knörr immer wieder mit Bedauern feststellen: Die Einnahmen des Martinskellers werden komplett an die Kirchengemeinde für den Erhalt des Pfarrzentrums übergeben. Und da käme schon ordentlich was zusammen, erklären sie, ohne Zahlen zu nennen.
Übrigens haben sich Knörr und Stett sogar Jubiläums-Martinskeller-T-Shirts machen lassen. Allerdings, so geben sie etwas kleinlaut zu, hätten sie dabei nicht ganz bedacht, dass sich die T-Shirt-Größe in den vergangenen 20 Jahren leicht verändert haben muss. Deswegen gibt es am Jubiläumsabend noch eine weitere Attraktion: Benny Stett und Volker Knörr im hautengen Shirt. Nur eins gibt es leider nicht mehr: Karten. Die Veranstaltung ist schon ausverkauft. Macht aber nichts, denn es geht weiter. Die nächsten Termine sind Freitag, 20. Dezember, 3. Januar, 21. Februar, 20. März, 3. April und 8. Mai, jeweils ab 20 Uhr.