Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Waldsee: Lesung mit Leslie Malton und Felix von Manteuffel

Seit 1995 verheiratet: Leslie Malton und Felix von Manteuffel.
Seit 1995 verheiratet: Leslie Malton und Felix von Manteuffel.

Interview: Das Schauspielerpaar Leslie Malton und Felix von Manteuffel kommt zu einer Lesung mit Erzählungen über Frauen und Männer von Alberto Moravia in das Katholische Pfarrzentrum nach Waldsee. Christine Kraus haben sie im Vorfeld über ihr Programm, ihre Arbeit als Schauspieler und über ihre Beziehung zur Pfalz berichtet.

Wann waren Sie beide das letzte Mal in der Pfalz?
Leslie Malton: Letztes Jahr im Herbst, zur Vorführung von „Weingut Wader 3+4“ im Kino.

Felix von Manteuffel: 2018, als ich meine Frau während ihrer Dreharbeiten fürein paar Tage in Deidesheim besucht habe. Wir haben es irrsinnig genossen.

Frau Malton, Sie haben die Rolle der Käthe im Weingut Wader gespielt. Mal ehrlich, mögen Sie Wein aus der Pfalz?
Leslie Malton: Es fällt mir überhaupt nicht schwer, ehrlich zu sein – und bei der Frage schon gar nicht. Die Pfälzer Weine, die ich probiert habe, sind mir nicht nur gut bekommen sie haben auch köstlich gemundet!

Felix von Manteuffel: Das würde ich aber unbedingt auch sagen.

Na, da lässt sich bestimmt etwas bei ihrem Besuch in Waldsee arrangieren. Dort stehen sie mit dem Programm „Ach die Frauen“ auf der Bühne, Texten und Geschichten von Alberto Moravia. Einer Art szenischen Lesung.
Leslie Malton: Ja, das könnte man so sagen. Felix von Manteuffel und ich lesen zwar aus einem Buch, aber wir stehen als Schauspieler auf der Bühne. Wir interpretieren die Texte auf unsere Art und Weise. Wir schlüpfen in die Rollen der handelnden Personen, ihre Haltungen, ihre Sichtweisen, wir lesen teilweise auch szenisch – und versuchen so, die geschriebenen Texte lebendig werden zu lassen.

Was fällt ihnen denn spontan zur Aussage: „Ach, die Frauen“ ein?
Leslie Malton: Spontan fällt mir dazu ein: „Ach, die Frauen“ – sind sie nicht wunderbar?!

Felix von Manteuffel: Aber mit den Männern kann es auch sehr schön sein!

Leslie Malton: Auch das.

Moravia befasst sich inseinen Geschichten mit der Frage, wie Paare sich finden. Durch Blicke, Reden, Arbeit, ein gemeinsames Bad oder ein gemeinsames Bett. Verraten Sie uns, wie das bei Ihnen der Fall war?
Leslie Malton: Genau so, wie Sie es gerade beschrieben haben: Eine gemeinsame Arbeit, Reden, ein Blick ... und das schon vor 27 Jahren.

Warum haben Sie sich gerade Moravias Geschichten für die Lesung ausgesucht?
Felix von Manteuffel: Moravias Blick auf die Menschen ist neben großer Genauigkeit auch von anrührender Zugewandtheit, ja Liebe, und das macht die Geschichten so außergewöhnlich. Im übrigen stammt sein „Personal“ größtenteils aus dem „Volk“. Es sind einfache Menschen. Auch das hat uns sehr angesprochen.

Warum entscheiden sich Schauspieler für eine Lesung? Sie könnten die Geschichten ja auch spielen.
Leslie Malton: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Theaterliteratur und Literatur. Und meistens funktionieren Literatur-Übertragungen auf die Bühne nicht besonders gut. Aus einem einfachen Grund: Die Erzählweise ist eine andere. Mit den Lesungen, so wie Felix von Manteuffel und ich sie für uns erarbeiten, bauen wir eine Brücke zwischen diesen beiden Künsten, ohne zu behaupten, die eine Form wäre besser als die andere.

Apropos Spielen, waren sie schon mal als Mann und Frau in einem Film oder Theater auf der Bühne?
Leslie Malton: Ja, schon oft, in letzter Zeit leider nicht mehr so häufig. Auch aus diesem Grund genießen wir unsere Lesungen, denn so verbinden wir das Schöne mit dem Schönen.

Ist das einfacher, als mit fremden Menschen oder eher hinderlich?
Felix von Manteuffel: Es ist viel einfacher, weil man viele Hürden, die man mit unbekannten Kollegen erst mühsam abbauen muß, längst schon überwunden hat.

Als Schauspieler-Paar sind Sie wahrscheinlich oft getrennt, wie geht man damit um?
Felix von Manteuffel: Trennungen sind leider unumgänglich in unserem Beruf, darüber muß man sich von Beginn an klar sein. Wenn man sich darüber im Klaren ist, hat man schon einen guten Schritt getan. Und dann muß man eben gucken, wo wann was geht an Treffen. Einen ständigen Abgleich mit den Terminen des anderen vornehmen. Niemals den Partner davon abhalten wollen, eine Arbeit anzunehmen. Wenn man sich daran hält, und das tun wir seit 27 Jahren, führt man eine glückliche Beziehung, und die haben wir. Seit 27 Jahren.

Gibt es eine Fortsetzung von Weingut Wader? Wann geht es wieder in die Pfalz zum Dreh?
Leslie Malton: Leider hat der Sender einer Fortsetzung nicht mehr zugestimmt. Das ist sehr schade. Meine Zeit in der Pflaz habe ich sehr genossen. Die Menschen denen ich begegnen durfte, die Landschaft in der ich gerne herumwanderte und die feinen Weine, werde ich vermissen. Es war eine schöne Zeit.

Termin

Leslie Maltons und Felix von Manteuffels Lesung „Ach die Frauen ...“ ist am Freitag, 13. März, 19.30 Uhr, im Katholischen Pfarrzentrum Waldsee, Kirchstraße, Eintrittskarten zu zwölf Euro gibt es im Rathaus Waldsee, Telefon 06236 4182-103.

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