Speyer
Waldsee: Finanzsituation, von der andere Gemeinden nur träumen
Der Haushaltsplan für die Ortsgemeinde Waldsee steht und kann bei der Sitzung des Ortsgemeinderates am 19. Dezember beschlossen werden. Im Moment ist er offengelegt. Sollte es Vorschläge oder Änderungswünsche von Bürgern geben, können diese in der Ratssitzung diskutiert werden. Das ist das Ergebnis der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend.
Demnach schließt der Ergebnishaushalt, der unter anderem die Unterhaltungskosten berücksichtigt, mit einem Jahresfehlbetrag von 457.721 Euro. Große Posten sind dabei die Sanierung der Lüftung (365.000 Euro) und der Decke (130.000 Euro) in der Rheinauenhalle, die Sanierung der Kellerwände in der Hermann-Gmeiner-Schule (100.000 Euro), der Außenanstrich der Schule (60.000 Euro), die Erneuerung der Lauf- und Radwege inklusive Beschilderung im Leschepädel und der Wege am Friedhof (je 40.000 Euro). Ab 2021 sieht der Ergebnishaushalt voraussichtlich wieder positiv aus, bekräftigte Verwaltungsmitarbeiterin Aljona Hettinger, die den Haushaltsplan erstellt hat.
Wohnungsbau größter Posten
Auch der Finanzhaushalt schließt 2020 mit einem Fehlbetrag. Darin werden alle Ein- und Auszahlungen sowie die Investitionen berücksichtigt. Für nächstes Jahr wird mit einem Minus von 1,74 Millionen Euro gerechnet. Größte Investitionen sind der Bau des Mehrfamilienhauses in der Neuhofener Straße (1,5 Millionen Euro), Brandschutzmaßnahmen in der Hermann-Gmeiner-Schule (350.000 Euro), die Vergrößerung des Außengeländes der Kita Tausendfüßler (80.000 Euro) und der Digitalpakt in der Hermann-Gmeiner-Schule (50.000 Euro). Auch für den Finanzhaushalt wird es ab 2021 wieder positive Zahlen geben. Anlass zur Sorge geben diese Zahlen nicht, denn Waldsee hatte Ende 2018 rund 7,87 Million Euro an liquiden Mitteln zuzüglich knapp 370.000 Euro aus der Amman-Schenkung und 3,6 Millionen Euro, die den Stadtwerken Schifferstadt als Darlehen gegeben wurden.
„Wir haben ein komfortables Sicherheitspolster und Gestaltungsmöglichkeiten, von denen andere Gemeinden nur träumen“, sagte Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU). Gleichwohl müsse man aber weiterhin mit Sinn wirtschaften, mahnte sie. Ein Jahresfehlbetrag sei grundsätzlich nicht schön. Ein Teil des Jahresfehlbetrages gehe aber auch darauf zurück, dass Haushaltsreste aufgelöst worden seien. „Wir wollen kräftig investieren. Das ist eine Herausforderung für die Verwaltung und uns alle, das auch zu stemmen“, machte Klein deutlich. Von allen Fraktionssprechern gab es Zustimmung für den Haushaltsplan.