Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Waldsee: Camper gründen Verein und legen Spielplatz an

Soll zum Treffpunkt für Jung und Alt werden: der neue Spielplatz „Auf der Au“. foto: lenz
Soll zum Treffpunkt für Jung und Alt werden: der neue Spielplatz »Auf der Au«. foto: lenz

Am Samstag vor fünf Wochen hat Ursula Schmidt den Schlüssel für ein rund 2000 Quadratmeter großes Gelände im Campinggebiet „Auf der Au“ in Waldsee entgegengenommen. Seither haben sie und ihre Mitstreiter dort geschuftet. Was entstanden ist, gab es am Samstag bei einem großen Fest zu sehen.

„Ohne dich würde es nicht mehr weitergehen“, bedankt sich eine Frau, und ihre Begleiterin streckt Ursula Schmidt eine Orchidee entgegen. Sie ist der Motor der Initiative, die sich im vergangenen Jahr gegründet hat und seither um den Erhalt des Campinggebiets kämpft. Die Kreisverwaltung indessen will es schließen. Als sich der Campingclub 77 auflöst und die Spielgeräte auf seinem Vereinsgelände an Camper im Reffenthal verkauft werden, wollen das viele Menschen „Auf der Au“ so nicht hinnehmen. Sie sorgen für Ersatz. Mittlerweile ist aus der Camper-Initiative auch eine als Verein eingetragene Interessengemeinschaft (IG) geworden, der Schmidt vorsteht.

Die Fläche, auf die alle Camper am Samstag eingeladen waren, war als Spiel- und Feierplatz ausgewiesen gewesen. „Der wurde früher aber nie genutzt“, ließ Schmidt im RHEINPFALZ-Gespräch wissen. Stattdessen vegetierte das Areal vor sich hin. Ein fester Stamm von gut 20 Helfern und sporadisch weitere helfende Hände machten sich an die Arbeit. „Wir haben innerhalb von einer Woche tonnenweise Müll entsorgt“, berichtete Schmidt. Von alten Farbdosen über Plastikmüll bis hin zu vergammelten Gläsern und Klamotten wurden von den Campern massenhaft Hinterlassenschaften eingesammelt. Zwei alte Wohnwagen mussten entfernt werden. „Die waren nicht mehr nutzbar“, so Schmidt. Eine kaputte Tischtennisplatte wurde dagegen repariert.

Kreis beteiligt sich finanziell

Bauen, streichen, renovieren – so sahen die Tage bis in den späten Abend hinein in den zurückliegenden Wochen für die Camper aus. Ein neuer Kletterturm wurde angeschafft. „Der wurde sogar von der Kreisverwaltung bezahlt“, berichtet Schmidt. Dank etlicher Spenden stehen nun auch Schaukeln, eine Boccia- und Kegelbahn, ein Sandspielbereich und Kleinspielgeräte zur Verfügung. Die 300 Euro für den Tüv, der am Freitag die Anlage noch abgenommen hat, sind laut Schmidt ebenfalls vom Kreis übernommen worden.

Um die 300 Kinder, die regelmäßig auf dem Campingplatz sind, dürfen sich darüber freuen, dass so schnell Ersatz geschaffen worden ist für die verkauften Spielgeräte. Generell ist die Fläche jedoch für alle Generationen gedacht. „Ältere Damen können sich hier auch zum Kaffeekränzchen treffen“, sagt Schmidt. Auf Alkohol-, Hunde- und Rauchverbot auf dem als Sport-, Spiel- und Freizeitgelände deklarierten Areal weisen Schilder hin.

Schmidt ist mit dem Ergebnis zufrieden und hofft auf einen Denkanstoß, damit 2021 nicht endgültig die Lichter „Auf der Au“ ausgehen. „Für uns ist das ein Meilenstein zum Sieg, den Campingplatz zu retten“, hebt sie hervor. „Wenn die Verantwortlichen sehen, was wir binnen kurzer Zeit erreicht haben, merken sie vielleicht, was wir in zwei Jahren auf die Beine stellen können.“

IG-Vorstandschaft

Vorsitzende: Ursula Schmidt; Stellvertreter: Andreas Almstädt; Kassiererin: Sabine Keitel-Beck; Schriftführerin: Sandra Kopiolka; Beisitzer: Helmut Fischer, Axel Münch, Günther Fabian.

Mehr zum Thema
x