Speyer
Waldsee: Alte Filme kommen bei Kerwe gut an
Dienstagmorgen in Waldsee: Noch ist die Sommerfesthalle leer, der vierte und letzte Tag der Kerwe beginnt erst um 14 Uhr. TG-Vorsitzender Rainer Claus und Alois Kochner kommen zum Aufräumen und Halle richten. Die Arbeit der vergangenen drei Tage steckt den beiden in den Knochen, das ist kaum zu übersehen. Doch ihre Bilanz fällt positiv aus: „Es war eine richtig gute Kerwe“, findet Claus.
Samstagabend sei die Halle brechend voll gewesen, erzählen die beiden. „Die Musik von N.S.A. war gut, den Leuten hat es gefallen“, sagt Rainer Claus. Es sei halt laut in der Halle, selbst ohne Musik, was an der teilweise fehlenden Deckendämmung liege. Der Kerwe-Gottesdienst sei richtig gut besucht gewesen, und viele Gottesdienstbesucher seien zum anschließenden Mittagessen geblieben. „Unsere Helfer haben zweieinhalb Stunden in der Küche gerödelt. Unsere große Auswahl an Essen ist sehr gelobt worden. Wir haben 14 Gerichte angeboten“, sagt der TG-Vorsitzende. Viele seien dann noch geblieben und hätten dem Generationenorchester des Musikvereins Otterstadt zugehört.
Und dann kam es, das alljährliche Sonntagabendloch. Die Big Band des Musikvereins habe ihre Sache wirklich gut gemacht, aber Sonntagabend ist einfach Flaute bei der Kerwe. „Da könntest du Striptease auf der Bühne anbieten und es würde trotzdem keiner kommen“, witzelt Rainer Claus.
Alte Filme kommen gut an
Für ihn persönlich war der Montag ein Kerwehöhepunkt. Nach wie vor kommen fast alle Kommunalpolitiker und Gewerbetreibende des Orts zum gemeinsamen Pfefferessen. 60 Kilogramm Schweinepfeffer ging über die Theke. Echter Hingucker war die Leinwand, auf der in Dauerschleife alte Filme über Waldsee gezeigt wurden: der Uno-Film aus dem Jahr 1957, ein Film aus dem Jahr 1984 und der Film über die RNF-Sommertour, die Waldsee im Jahr 2003 gewonnen hat. „Das ist bei den Besuchern so gut angekommen, dass wir uns überlegen, im nächsten Jahr noch einmal einen Filmabend anzubieten“, sagt Claus.
Im Anschluss an das Mittagessen waren die zwölf ältesten Damen des Orts zum Kaffeeklatsch eingeladen. „Zusammen waren sie 1006 Jahre alt“, berichtet Claus. Sie haben sich vom Magier Maximus verzaubern lassen, und die ein oder andere hätte auch gerne noch das Tanzbein geschwungen so wie früher, als es den Kerwetanz noch gab. Der Irish Folk und Celtic Rock von G.O.D. geht in Waldsee immer. Auf eine brechend volle Halle braucht man am Kerwemontag aber nicht mehr zu hoffen.
Einen speziellen Dank möchte Rainer Claus noch an das DRK Altrip richten. Die Gruppe sei nämlich ganz kurzfristig eingesprungen, als das örtliche DRK mitgeteilt habe, dass es nicht kommt.
Personelle Herausforderung
Während Rainer Claus erzählt, hat Alois Kochner – „das Mädchen für alles“, wie ihn Claus bezeichnet – schon die Tische abgewischt. „Das hatten wir auch noch nie, dass am vierten Tag noch alle Tischdecken ganz sind“, sagt er. So sei Plastikmüll vermieden worden, bemerkt er zufrieden. Einweg-Geschirr und -Besteck gebe es auf der TG-Kerwe ja sowieso nicht.
Finanziell habe es sich für den Förderverein sicher gelohnt, sagt Rainer Claus, ohne die genauen Zahlen zu kennen. Personell sei es schon eine ziemliche Herausforderung gewesen. Die Last liege seit Jahren größtenteils auf den gleichen Schultern und man werde auch nicht jünger. Ob eine Kerwe über vier Tage überhaupt noch Zukunft habe, sei fraglich. Für einen Verein allein sei das immer schwerer zu stemmen, sagt der Vorsitzende des größten Vereins in Waldsee.