Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Waldsee: Als Teenies schon Routiniers

Freuen sich auf den Einsatz am Wochenende: Alina Knittel (links) und Emilie Knörr.
Freuen sich auf den Einsatz am Wochenende: Alina Knittel (links) und Emilie Knörr. Foto: Lenz

Die Fasnacht im Herzen (1): Emilie Knörr und Alina Knittel sind gerade mal 17 und 20 Jahre jung und bereits alte Häsinnen im Fasnachtsgeschäft des Karnevalvereins Uno Waldsee. Seit zwölf Jahren stehen sie gemeinsam in der Bütt. Früher haben sie die eigenen Witze nicht verstanden, heute machen sie sich Gedanken, ob jemand darüber lachen kann.

Wer so jung aktiv in eine Prunksitzung einsteigt und so lange dabei bleibt, ist meistens erblich vorbelastet. Das trifft auch bei den jungen Frauen zu. Emilie ist Tochter des Sitzungspräsidenten Volker Knörr, Alina Tochter von Sitzungspräsidentin Maria Giorgi. „Unsere Eltern sind schon lange befreundet und haben damals gesagt: Ihr macht das“, denkt Knörr an den unkomplizierten Einstieg ins Fasnachter-Dasein zurück.

Gewehrt haben sich die Mädchen dagegen nicht. „Wir hatten schon immer ein großes Mundwerk und konnten vor Leuten reden“, sagt Knittel. In den Anfangsjahren wurden die Neulinge unter die Narrenkappen der Papas gesteckt. Das weitere Outfit bestand aus dem Gardekostüm, denn als Tänzerinnen haben beide die übliche Uno-Laufbahn erlebt.

„Früher hatten wir richtig Stress, als wir noch in der Kinder- und der Jugendgarde getanzt haben“, berichtet Knörr. In Windeseile mussten die Mikrofone mit Perücken getauscht und statt den Mündern die Beine bewegt werden. „Ein fliegender Wechsel“, weiß Knörr noch gut. Knittel pflichtet ihr bei, nicht ohne mit breitem Grinsen zu verraten: „Seit wir in der großen Garde sind, bleibt auch Zeit, gemietlisch än Eierdoddel zu trinken.“ Eierlikör ist Kult, nicht nur für die angehende Erzieherin, die bereits die Ausbildung als Kinderpflegerin in der Tasche hat.

Büttenpremiere mit fünf Jahren

Knörr, die in der zwölften Klasse des Speyerer Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums schon fest das Abitur im Blick hat, ist froh, alle Auftritte in der Vergangenheit immer gemeinsam mit Alina gemeistert zu haben – trotz Schulstress, den es zwischendurch gab. Dass sie erst fünf Jahre alt war, als die Büttenpremiere anstand, ist erstaunlich.

„In der ersten Zeit hat mir Mama immer die Texte vorgelesen, bis ich sie auswendig konnte“, erzählt Knörr. Vortragen, was einem vorgelegt wird: So lautete das Motto damals. Wobei der Spaß an der Sache schon immer sichtbar vorhanden gewesen ist. „Wir haben uns von Anfang an wohlgefühlt auf der Bühne“, stellt Knittel fest.

Ihre Mutter ist federführend im Zusammenstellen der Texte. „Sie fängt im November an mit der Suche nach guten Gags“, sagt Knittel. Mittlerweile tragen die beiden Rednerinnen auch selbst etwas zur Entstehung bei. Allerdings gibt Knittel zu: „Meine Mama findet meine Witze nicht lustig.“ In ihrem Papa hat sie indessen einen Gleichgesinnten, denn ihm gefallen die Pointen, die „ganz flach“ daher kommen. Knörr verdeutlicht: „Letztendlich wird ganz viel an der Rede gemacht, bis alle zufrieden sind.“ Auch ihr Vater und der ehemalige Büttenredner Rainer Sattel legen Hand beziehungsweise Stift an.

Wie eine Familie

Mit zunehmendem Alter wuchs die Anspannung vor den Auftritten. „Früher haben wir uns keine Gedanken gemacht, ob die Leute im Saal uns gut finden“, erzählt Knörr. Und Knittel fügt an: „Heute beschäftigt es uns, ob das Publikum über die Witze lachen kann.“ Ein Leben ohne die Uno-Fasnacht? Für die „Teenies“, wie sich das Duo nennt, undenkbar. „Das ist wie eine Familie, einfach mega“, betont Knittel. Eine ohne die andere geht ebenso wenig. „Wir sind ein eingespieltes Team“, macht Knörr deutlich. Und das ist am Freitagabend bei der ersten Uno-Prunksitzung zu sehen.

Karten

Prunksitzungen in der Kulturhalle am 31. Januar/1./7./8./15. Februar, je 19.33 Uhr und am 16. Februar, 13.33 Uhr. Restkarten für die Prunksitzungen bei Matthias Thönnes unter Telefon 06236 53753.

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