Speyer
Wahlkreissieger: „Wichtig, immer präsent zu sein“
Herr Wagner, Sie sind mit 30,2 Prozent der Erststimmen der Direktkandidat aus dem Wahlkreis Speyer. Wie geht es Ihnen nach dem Wahlkampf?
Ich war heute total relaxed, weil ich meine Arbeit gemacht habe. Es war eine harte Zeit, aber ich habe immer deutlich gemacht, dass ich eigentlich nicht viel ändern will. Ich war von jeher jemand, der sich gekümmert hat. Ich bin überzeugt, dass ich meine Arbeit als Abgeordneter so machen muss. Es erfüllt mich, wenn ich helfen kann. Es gab auch Erfolge, die die Arbeit beflügeln, zum Beispiel den Fußgängerüberweg in Harthausen. Das ist immer ein Miteinander mit den Menschen und Teamarbeit. Es gab auch unglaublich positive Resonanz, die mich sehr gefreut hat. Es ist wichtig, immer präsent und bei den Leuten zu sein. Den Einsatz über die vergangenen Jahre hat man mir honoriert.
Also geht die Arbeit für Sie in Mainz nahtlos weiter?
Genau. Für mich geht alles so weiter wie bisher. In der Wahlkampfzeit kommt hinzu: Sie sind auf vielen Podien und bekommen noch mehr Post, von vielen Verbänden zum Beispiel. Ich kann Themen nicht einfach liegen lassen. Egal, wo ich bin, man nimmt Arbeit mit nach Hause. Das jüngste Beispiel ist die Debatte um das Speyerer Industriegleis und um den Lärmschutz. Es sollte eigentlich ein Gespräch zwischen der Stadt und der Bahn geben. Da will ich nachhören, was daraus geworden ist.
Auch das CDU-Landesergebnis dürfte Sie positiv stimmen. Die CDU wird nach 35 Jahren wieder in die Mainzer Staatskanzlei einziehen.
Heute Nachmittag schien alles noch unsicher. Das hätte aber nicht zu dem gepasst, was ich im Wahlkampf erfahren habe. Die Partei war intern geschlossen, das habe ich auch gerade hier im Wahlkreis gespürt. Sie hat an einem Strang gezogen, das war toll zu sehen und ganz besonders. Als dann die Prognose um 18 Uhr kam, kann ich Ihnen sagen: Ich habe selten so laut geschrien.
Sie werden künftig also einer Regierungsfraktion statt wie bisher der Opposition angehören. Verändert sich die Rolle nicht also doch?
Wird sind jetzt in einer anderen Position, das ist klar. Franz Müntefering hat einmal gesagt: „Opposition ist Mist.“ Egal, was wir eingebracht haben: Es ist alles abgelehnt worden. Jetzt haben wir die Möglichkeit, auch tatsächlich zu gestalten.
Welche Themen werden aus Ihrer Sicht in Koalitionsverhandlungen die wichtigste Rolle spielen?
Das wichtigste Thema ist die Bildung. Da liegt vieles im Argen. Das geht in der Kindertagesstätte schon mit der Sprache los und ist elementar wichtig. Das zieht sich auch durch das ganze Leben. Davon profitiert die Gesellschaft. Bildung ist unser Rohstoff. Natürlich ist auch die Infrastruktur wichtig. Da reden wir von einem Milliarden-Investitionsstau. Und Kultur ist mir eine Herzensangelegenheit, die mich erst in die Politik gebracht hat.