Speyer Wahl-Überraschung: Dietrich Beigeordnete

Paukenschlag bei der konstituierenden Sitzung des Verbandsgemeinderates Lingenfeld: Bianca Dietrich (SPD, Lingenfeld) hat sich am Mittwochabend in einer Kampfabstimmung um den Posten der Dritten Beigeordneten der Verbandsgemeinde überraschend mit 15 zu 14 Stimmen gegen Lore Krebs (FWG, Weingarten) durchgesetzt.
Mit ihrer Wahl ist der neu ins Gremium gewählten Lingenfelderin Bianca Dietrich aus dem Stand der Sprung auf die Leitungsebene der Verbandsgemeinde gelungen. Bürgermeister Frank Leibeck (SPD) hatte nach seinen Worten noch im Vorfeld versucht, mit den drei großen im Rat vertretenen Fraktionen von SPD (12 Sitze), FWG (10) und CDU (9) – Jens Przygode ist der einzige FDP-Vertreter ohne Fraktionsstatus – übereinzukommen, dass jede Formation einen Beigeordnetenposten besetzen könne. Leibeck scheiterte, was er mit den Worten kommentierte: „Das wäre ein starkes politisches Signal gewesen und hätte die gute Zusammenarbeit unterstrichen. Aber das ist kein Wunschkonzert.“ Der Wunsch ging dann doch noch in Erfüllung – durch das Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder. Darauf hatte zunächst aber nichts hingedeutet. Peter Beyer (CDU) wurde gemeinsam von Thomas Krauß (FWG) und Stefan Becker (CDU) erneut als Erster Beigeordneter vorgeschlagen. Es gab keinen Gegenkandidaten, der Lingenfelder Beyer erhielt 26 Ja- und drei Nein-Stimmen. Von jeder Fraktion hatte sich jeweils ein Mitglied für die Sitzung entschuldigen lassen. Beyer bedankte sich für das „überraschend eindeutige Votum“ und geht von einer weiteren konstruktiven Zusammenarbeit aus: „Wir haben einiges auf den Weg zu bringen.“ Auch Christian Cherie (FWG, Lingenfeld) wurde als Zweiter Beigeordneter bestätigt. Er hatte in Joachim Hirl (SPD, Lustadt) allerdings einen Gegenkandidaten. Auf Cherie entfielen 17 Stimmen, auf Hirl zwölf. „Es ist wichtig, dass alle drei Fraktionen vertreten sind“, begründete Kurt Seibert (SPD) anschließend die Nominierung von Bianca Dietrich. Dass sie tatsächlich gewählt wird, hat er wahrscheinlich ebenso wenig erwartet wie Dietrich selbst. „Ich bin sprachlos“, sagte die sichtlich Überraschte. Sie dankte für den Vertrauensvorschuss und hofft, „mit Hilfe aller, die hier am Tisch sitzen, die Aufgaben gut zu erfüllen.“ Sie bringt Erfahrung als Ortsbeigeordnete mit. Die Besetzung von vier Ausschüssen mit jeweils acht Mitgliedern wurde gemäß der Sitzverteilung im Rat mit jeweils drei SPD- und FWG-Mitgliedern beziehungsweise zwei CDU-Vertretern vorgenommen. Dabei wurden auch Bürger, die nicht im Gemeinderat vertreten sind, berücksichtigt. Im Schulträgerausschuss, dessen Zusammensetzung zwölf Mitglieder vorsieht, werden neben sechs Ratsvertretern auch jeweils drei Mitglieder der Schulen sowie der Eltern sitzen. Jens Przygode wurde, obwohl ohne Fraktionsstatus, von der CDU für diesen Ausschuss nominiert. Dem Verwaltungsrat der Anstalt des öffentlichen Rechts „Energieprojekte Verbandsgemeinde Lingenfeld“ werden Verbandsbürgermeister Leibeck, Beigeordneter Beyer und Rudolf Sinn (FWG) zur Wahl in den Aufsichtsrat der „Neue Energie Verbandsgemeinde Lingenfeld GmbH“ vorgeschlagen. Aus dem Rat ausgeschieden sind Helmut Seither (nach 40 Jahren), Gerhard Lehr, Alwin Krapp (alle SPD), Fritz Beisel (33 Jahre), Arno Allmann, Reinhard Graf, Roland Rumetsch, Martin Thomas (alle FWG), Alban Gutting (25 Jahre), Gabriele Urschel (19 Jahre), Rainer Sprenger und Joachim Steinmetz (alle CDU). Frank Leibeck teilte mit, dass der Altersdurchschnitt des neuen Rates von 54,2 auf 49,5 Jahre gesunken ist und sich der Frauenanteil von sechs auf neun Damen erhöht hat. (ali)