Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Vincentius-Krankenhaus: Zimmer auf neuer Station erhalten „Hotelniveau“

Baustellenparty im Rohbau: Richtfest mit Musik der „Famdüsax“.
Baustellenparty im Rohbau: Richtfest mit Musik der »Famdüsax«.

Das St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer investiert seit Jahren in seine Modernisierung und Erweiterung. Beim Richtfest für eine neue Station wurde auch Geld vom Land überbracht.

Die neue interdisziplinäre Pflegestation sei eine Investition in die Zukunft des „Vincenz“ und in eine bedarfsgerechte wohnortnahe medizinische Versorgung, betonte am Freitagnachmittag der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). Er war einer der Ehrengäste beim Richtfest für die Station im vierten Obergeschoss des Bettenhauses A1/A2 an der Holzstraße. Dieses wird seit 2025 ausgebaut. Einziehen wird eine Wahlleistungsstation mit zusätzlichen 37 Betten, die die Kapazität des St.-Vincentius-Krankenhauses auf insgesamt 256 Betten steigert.

Die Ausstattung der neuen Räume ist hochwertiger als in „normalen“ Klinikzimmern, sodass für den Aufenthalt Zuzahlungen fällig werden können. Beim Richtfest sollte der Blick in eine 3D-Brille von der Qualität überzeugen. Der Krankenhaus-Träger, eine Stiftung der Niederbronner Schwestern, verhandelt nach eigenen Angaben darüber mit dem Verband der Privaten Krankenversicherungen, der klare Vorstellungen zum „Hotelniveau der Station“ einbringe.

Zimmer mit Minibar

Angekündigt sind unter anderem Einzelzimmer mit eigener Terrasse, Kühldecken für besseres Raumklima, Holzdekor an den Wänden, Lesesessel im Zimmer, Laptop-Safes, Minibar, Entertainmentsystem sowie eine Lounge mit Terrasse und Ausblick über Speyer. Nach dem Richtfest sei im April die Fertigstellung der Außenfassade geplant. Im Mai starte dann nicht nur der Innenausbau, sondern auch die Mitarbeiterakquise für die neue, neunte Station. Im Sommer 2027 soll diese in Betrieb gehen. Wolfgang Schell, Vorstand der Krankenhaus-Stiftung, betonte das attraktive Umfeld nicht nur für die Patienten, sondern auch für das Personal. Die medizinischen Leistungen seien für alle Patienten im „Vincenz“ gleich hoch, aber der Komfort der Zimmer könne sich unterscheiden.

Das Land unterstützt das Bauprojekt mit 11,1 Millionen Euro. Die Krankenhaus-Stiftung bringt nach eigenen Angaben rund 3,4 Millionen Euro ein. Teil der geförderten Maßnahme sei auch die Sanierung und Umnutzung des früheren Bettenhauses A1: Hier entstünden neue Flächen für Therapieräume sowie zusätzliche Büros. Minister Hoch überreichte am Freitag zudem einen Förderbescheid für die Ausbildungsförderung der drei Schulen der Krankenhaus-Stiftung über rund 352.000 Euro für das Jahr 2025.

Speyer gegen den Trend

Speyer sei der Beweis dafür, dass der Blick der Bundesregierung auf die Krankenhaus-Versorgung nicht immer realistisch sei, so Hoch: Eine 50.000-Einwohner-Stadt mit weiteren Kliniken in Reichweite funktioniere nach deren Auffassung gar nicht mehr als Klinikstandort. Die Domstadt beweise mit zwei leistungsfähigen Krankenhäusern das Gegenteil, betonte Hoch. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) stimmte zu: „Das ist ein großer Vorteil und ein Privileg.“ Der Standort habe eine klare Perspektive. Vorstand Schell nannte das Wachstum an Patienten als wichtigsten Grund dafür: „Die Nachfrage ist da.“

Die Aufstockung für die neue Station ist nicht die einzige Großinvestition am „Vincenz“ der vergangenen Jahre. Nach der Eröffnung des neuen Bettenhauses A2 mit 120 Betten im April 2022 sowie der Ausweitung der Intensivstation auf 21 Betten waren im Juli 2025 die neue Zentrale Notaufnahme (ZNA) und das Elektive Behandlungszentrum (EBZ) für geplante operative Eingriffe eröffnet worden.

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