Speyer Viele Neuheiten dabei

Darf’s ein Ausflug nach Istanbul sein? Eine Reise mit der Nauticus oder zur „La Isla“? Sollen die Würfel fallen oder die Karten fliegen? Wird lieber auf Glück, Technik, Strategie oder Tricksen gesetzt? Es sind ganz schön viele Fragen, die sich junge und ältere Besucher der Spieletage in der Turnhalle der Mechtersheimer Grundschule am Wochenende stellen. Letztendlich macht nur das Ausprobieren schlauer – und dazu noch jede Menge Spaß.

„Papa, muss du das Plättchen nicht wegnehmen, wenn du nichts kaufen willst?“ Aus den Augen des Mädchens mit den langen blonden Haaren spricht Ratlosigkeit. Aber nur kurzzeitig. Schnell erinnert sie sich an das Regelwerk: „Ach nee, du kriegst ja was dazu.“ Zu viert kämpft sich die Familie durch das Kennerspiel des Jahres namens „Istanbul“. Es ist eine Ausnahme, dass Jugendpfleger Hannes Nord nicht für jedes der angebotenen 141 Spiele einen eigenen Coach zur Seite stellen kann. „Gut die Hälfte der Spiele ist neu“, sagt er nicht ohne Freude. Fördergelder hatte er beantragt und die auch vom Verein „Spiel des Jahres“ gewährt bekommen. Dafür konnte einiges eingekauft werden. „Wir haben im Laufe des vergangenen Jahres viele Rezensionen gelesen“, verrät Nord. Die Qual der Wahl blieb dennoch. Was jetzt bei den Spieletagen an den Wänden der Turnhalle entlang aufgebaut ist, ist mehr als ein bunter Durchschnitt. In der Tat gibt es für jeden etwas. „Dobble“ ist Nords Favorit. Klein und handlich sind Karten in einer Dose verpackt. Auf je zwei davon müssen die gleichen Symbole gefunden werden. Wer schneller ist, gewinnt. „Ich mag Spiele, die man problemlos mitnehmen kann“, erklärt Nord. Bei Corinna Fenchel, der Leiterin der Mediathek Römerberg, muss es schnell gehen. Spiele, die eine halbe oder dreiviertel Stunde dauern, sind nicht ihre Welt. Sowohl Nord als auch Fenchel wissen, dass etliche Besucher der Veranstaltung bereits auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken sind. Erst testen, dann kaufen – das ist beliebt, vor allem bei den Eltern. Wie stark beim Nachwuchs der Sinn fürs Gesellschaftsspiel ausgeprägt ist, hänge vom Interesse der Erwachsenen ab, ist Nord überzeugt. „Wenn die Eltern keine Lust auf Spiele haben, funktioniert es nicht“, weiß er. „Es gibt viele, die damit nichts anfangen können“, bestätigt Fenchel. Ältere Kinder würden sofort an Konsolen oder Computer denken, bringe sie das Gespräch auf Spiele. In der Mediathek liefen zwei Bereiche besonders gut: „Die Spiele für ganz Kleine und die Familienspiele.“ Gerade letztere sind beim Spieletag gefragt. Ob als Städtebauer, Insektenkenner oder Feuerwerksspezialist – die große Vielfalt macht für alle Altersklassen in jedem Fall den Reiz aus. (xsm)

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