Speyer „Unsägliche Not“

Randvoll mit wertvollen Metallen: alte Handys.
Randvoll mit wertvollen Metallen: alte Handys.

«Dudenhofen.»In der Pfarrkirche St. Gangolf in Dudenhofen steht ab sofort eine Spendenbox für alte Handys und Smartphones. Hier können gebrauchte Geräte gespendet werden, die beim Recycling gewonnenen Rohstoffe sollen Familien im Kongo zugute kommen. RHEINPFALZ-Volontär Nils Henke sprach mit Bernhard Keßler, bei der Kolpingsfamilie zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, über die Aktion.

Herr Keßler, haben Sie auch ein altes Handy, das Sie spenden werden?

Natürlich habe ich noch ein altes Handy, das ich auch spenden werde. Wie kam es zu der Aktion? Das Kolpingwerk, unser Dachverband, hat angesichts der unsäglichen Not im Kongo zu dieser Aktion angeregt. Dort sind drei Millionen Menschen auf der Flucht. Ziel der Aktion ist es, aus den Handys wertvolle Metalle und Erze zu gewinnen, deren Erlös dann an diese Menschen gespendet werden. Wer recycelt denn die Handys? Das läuft über ein Rücknahmesystem namens Mobile Box. Die organisieren die Sammlungen und arbeiten mit einem zertifizierten Recyclingbetrieb zusammen. Das Kolpingwerk bekommt dann einen Anteil der Erlöse. Wie läuft die Aktion konkret ab? Wir stellen in unserer Pfarrkirche Sammelbeutel und eine Box zur Verfügung. Wir erklären ihren Zweck und rufen zum Mitmachen auf. Wie engagiert sich das Kolpingwerk noch? Schwerpunkte der Kolpingsfamilie sind zunächst das soziale Engagement und die Bildungsarbeit. Dazu zählt die Erwachsenenbildung, aber auch die Organisation von Vorträgen zu Themen und Problemen, die in der Gesellschaft gerade existieren. Diese Vorträge richten sich an alle, die sich für das Themenangebot interessieren, sind also nicht an die Konfession gebunden. Die Handyspendenaktion ist Ihr erstes Engagement in Afrika? Nein, wir haben seit vielen Jahren einen Ruanda-Kreis, der sich gezielt um ein Jugenddorf in Ruanda kümmert und dort zum Beispiel den Kauf von Möbeln ermöglicht. Ein großer Teil des Erlöses für Ruanda stammt aus den Einnahmen des Weihnachtswaldbasars, der in diesem Jahr wieder am dritten Advent stattfinden wird. Wie genau kommen denn die Spenden nach Ruanda? Haben Sie dort direkte Ansprechpartner? Ja, in Ruanda haben wir etablierte Ansprechpartner, in unserem Fall Pater Schulz, mit dem wir schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten. In der Vergangenheit sind auch immer wieder Mitglieder unserer Gemeinde nach Ruanda gereist, um sich direkt vor Ort ein Bild zu machen.

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