Speyerer Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Unfallgefahr: An diesen Stellen müssen Radfahrer aufpassen

Unfall mit dem Fahrrad: Kann für die Beteiligten mit schweren Verletzungen enden.
Unfall mit dem Fahrrad: Kann für die Beteiligten mit schweren Verletzungen enden.

Ein Fahrradfahrer wird Ende Februar bei seiner Fahrt durch Dudenhofen von einem Lkw erfasst. Wie gefährlich leben Radfahrer in den Speyerer Umlandgemeinden?

Einen Unfallschwerpunkt, an dem Radfahrer häufig an Unfällen beteiligt sind, gibt es in Waldsee laut dem Beigeordneten Steffen Sternberger-Hahn (SPD) nicht. „In den Hauptstraßen sehe ich das größte Gefahrenpotenzial“, sagt er. Das sei dem Verkehr und den parkenden Autos geschuldet. Für Radwege fehle der Platz. „Baulich lässt sich vieles nur schwer umsetzen“, bedauert er. Eine Verbesserung der Situation erhofft er sich durch die Einführung von Tempo 30 in der Ludwigstraße zwischen Kanal- und Akazienstraße, die der Landesbetrieb Mobilität angekündigt habe. Außerdem soll für Radfahrer, die aus Richtung Speyer kommen, die Überleitung vom Radweg auf die Straße in Höhe des Rathauses durch bauliche Veränderungen verbessert werden. Weitere Vorschläge zur Verbesserung der Situation für Radfahrer enthält ein Katalog, der aus einer Bürgerbefragung eines Planungsbüros vor einigen Jahren hervorgegangen ist.

Bei den Nachbarn in Otterstadt ist nach Ansicht des dortigen Beigeordneten Lothar Ritthaler (CDU) die schwierigste Stelle für Radfahrer in Otterstadt die Querung der K23, also der Speyerer Straße, in Höhe der Römerstraße. Der gewünschte Umbau soll durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) durchgeführt werden. Die Stelle wird vor allem von Radfahrern passiert, die von Otterstadt Richtung Speyer oder umgekehrt wollen. Vor ein paar Tagen gab es gute Nachrichten für die Otterstadter: Die bereits seit längerem geplante Querungshilfe für die Gefahrenstelle soll laut LBM voraussichtlich 2027 tatsächlich gebaut werden. Im Radwegekonzept seien für Otterstadt noch weitere Punkte angesprochen, sagt Ritthaler, doch diese hätten nicht den gleichen Stellenwert.

Römerbergs Bürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) fallen gleich mehrere Stellen in seiner Gemeinde ein, an denen Radfahrer gefährlich leben: Zwar nicht mehr auf Römerberger Gemarkung, aber vor allem für Römerberger gefährlich ist die B39-Auf- und Abfahrt zwischen Berghausen und Speyer, die vom Radweg gekreuzt wird. Auch wenn die Situation durch bauliche Maßnahmen schon verbessert wurde, sei die Gemeinde mit dem LBM im Gespräch, wie der Weg für Radfahrer noch sicherer gemacht werden könne, sagt Hoffmann. Gleiches gilt für die Ecke Viehtriftstraße/K25 in Heiligestein am Edeka. So wie die Radweg-Querung der Viehtriftstraße jetzt verläuft, könnten Radfahrer von abbiegenden Autofahrern leicht übersehen werden. „Das müsste umgebaut werden, so dass der Radweg parallel zur Straße verläuft“, findet Hoffmann. Auch an der Einmündung der Werkstraße in die Dudenhofener Straße in Berghausen sieht der Bürgermeister das Problem, das Fahrradfahrer, die die Straße queren, leicht übersehen werden können.

An allen genannten Stellen würde es seiner Ansicht nach helfen, wenn der Radweg, dort wo er eine Straße quert, mit roter Farbe markiert wäre. Besser kenntlich gemacht werden müsste nach Hoffmanns Auffassung auch der Übergang des Radwegs auf die Speyerer Straße am nördlichen Mechtersheimer Ortseingang. Er nimmt aber auch den zuständigen LBM in Schutz. „Die Probleme zu lösen ist nicht trivial“, sagt Hoffman. LBM und Polizei seien bemüht, Lösungen zu finden. Problematische Stellen fallen dem Bürgermeister noch etliche ein. An einer – dem Bahnübergang in Berghausen – sei er auch schon selbst mit dem E-Bike gestürzt. „Das war aber mein eigener Fehler“, gibt er zu.

„Nach unseren Erkenntnissen vor Ort ist für Radfahrer der fehlende Radweg nach Schwegenheim zweifelsohne das größte Manko“, sagt Harthausens Ortsbürgermeister Rainer Schaust (CDU) zur Situation bei ihm im Dorf. Zudem scheine es am Knotenpunkt Speyerer-/Schwegenheimer Straße für Radfahrer zuweilen zu kritischen Situationen zu kommen. „Dort herrscht ein hohes Verkehrsaufkommen aus drei verschiedenen Richtungen mit viel Lkw-Verkehr und dadurch kann es für Radfahrer schnell zu unübersichtlichen Verkehrssituation kommen“, sagt er. Ob beispielsweise die Ausweisung von Radfahrstreifen für eine Verbesserung sorgen könnte, müsste geprüft werden. „Unübersichtlich“ und „mit Gefährdungspotenzial“ sei auch der Einfahrtsbereich der Jakobsgasse aus Richtung der Schwegenheimer Straße. Es handle sich um eine Einbahnstraße, wobei Radverkehr in entgegengesetzter Fahrtrichtung zulässig sei.

Ein Missverständnis führt nach der Beobachtung von Bürgermeister Andreas Weber (FWG) in Schwegenheim mitunter zu gefährlichen Situationen: „Innerorts gibt es auf der nördlichen Seite der Hauptstraße den unter anderem mit Platten belegten Gehweg, von dem viele glauben, es handelt sich hier um einen Radweg“, sagt er. Da die Bebauung direkt am Gehweg beginne, sei die Sicht beim Ausfahren aus den Höfen sehr eingeschränkt und berge eine Gefahrenquelle für Radfahrer, die auf dem Gehweg fahren. Außerdem weist Weber darauf hin, dass im Frühjahr die Landwirte wieder mit der Arbeit auf den Feldern beginnen, wobei Feldwege schmutzig und damit rutschig werden können.

In Hanhofen macht Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) keine spezifischen Gefahrenstellen aus, die ein unmittelbares Handeln erfordern würden. „Unabhängig davon werden im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Verkehrsschauen sämtliche relevanten Verkehrssituationen – selbstverständlich auch mit Blick auf den Radverkehr – überprüft und bewertet“, sagt Schmitt-Makdice.

In Lingenfeld nennt Ortsbürgermeister Markus Kropfreiter (SPD) den Ortsausgang in Richtung Römerberg als besonders gefährliche Stelle für Radler. Diese müssen dort die Straße überqueren, um auf den Radweg zu gelangen. Auch hier ist der LBM zuständig, weil es sich nicht um eine Gemeindestraße handelt. Dieser sei bereits an der Planung, um die Situation zu verbessen, zumal es sich um einen Abschnitt der Pendlerradroute handle. Möglich wäre eine Querungshilfe oder -bucht, sagt Kropfreiter. Problematisch sei auch die Einmündung der Jahnstraße in die Germersheimer Straße. Autofahrer, die aus der Jahnstraße kommen, könnten hier leicht Radfahrer übersehen – vor allem wenn diese regelwidrig aus Richtung Ortsmitte kommend den Gehweg nutzten und an dieser Stelle die Straße querten. „Der Bereich wird aber komplett überplant, wenn die Germersheimer Straße saniert wird“, kündigt der Bürgermeister an. Für einen richtigen Radweg werde allerdings auch künftig der Platz fehlen.

Dudenhofen, wo sich der jüngste Unfall mit dem von einem Lkw erfassten Radfahrer ereignet hat, sieht Beigeordneter Reinhard Burck (Grüne) grundsätzlich nicht als gefährliches Pflaster für Radler an. „Ich kann aus meiner Sicht derzeit keine besonders gefährlichen Stellen in der Ortsgemeinde Dudenhofen nennen. Denn die meisten Unfälle in der Vergangenheit sind – wie auch der jüngste Unfall in der Neustadter Straße – auf individuelle Unachtsamkeit oder Fahrfehler von Auto- und Radfahrern zurückzuführen“, sagt er. Trotzdem wolle die Gemeinde die Radwege verbessern. Mit dem LBM stehe sie derzeit in Kontakt wegen des kombinierten Geh- und Radwegs in der Speyerer Straße bis zum Ortsausgang in Richtung Speyer. „Der Radweg verläuft momentan noch auf dem Bürgersteig, der jedoch für den kombinierten Geh- und Radweg nicht breit genug ist“, erklärt Burck. Zudem sei der Weg in schlechtem Zustand. An der Abfahrt der B39 am Ortseingang im Bolig ende der Radweg in Höhe vor der Kreuzung Kettelerstraße. „Viele Radfahrer fahren jedoch auf dem Bürgersteig weiter bis zur Einmündung der Speyerer Straße“, sagt der Beigeordnete. Mit Kennzeichnungen und Reflektoren soll der Radweg hier künftig auf die Straße übergeleitet werden.

Polizei nennt Zahlen

Zumindest für die Dörfer in ihrem Zuständigkeitsbereich kann die Polizei Speyer die erfreuliche Mitteilung machen: „Von den insgesamt 70 Unfällen innerhalb der letzten drei Jahren in allen Ortschaften endete glücklicherweise keiner tödlich.“ Konkret gab es 25 Unfälle im Jahr 2023 (9 in Römerberg, 13 in Dudenhofen, 2 in Harthausen, 1 in Hanhofen), 2024 waren es 30 Unfälle (15 in Römerberg, 12 in Dudenhofen, 2 in Harthausen, 1 in Hanhofen), 2025 wurden 15 Unfälle verzeichnet (10 in Römerberg, 1 in Dudenhofen, 2 in Harthausen, 2 in Hanhofen). Bei acht der Unfälle gab es Schwerverletzte, bei 39 Leichtverletzte, bei 23 Unfällen blieben die Beteiligten unverletzt. Einen klaren Unfallschwerpunkt macht die Polizei nicht aus. An der Vier-Wege-Kreuzung zwischen Schwegenheim, Lingenfeld, Mechtersheim und Heiligenstein gab es allerdings in dem Zeitraum drei Unfälle. Die Kreuzung soll zum Kreisverkehr umgebaut werden. Grundsätzlich rät Polizistin Susanne Lause Radfahrern, einen Helm zu tragen, insbesondere in den Abendstunden Lichter einzuschalten und reflektierende Kleidung zu tragen. „Der meines Erachtens wichtigste Punkt: umsichtig zu fahren, auch wenn man in einer Vorfahrtssituation ist, und immer auf abbiegende Fahrzeuge und Fußgänger zu achten“, sagt sie.

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