Speyer Ums Leben gespielt: Leo Kraemer dirigiert in St. Otto Schubert

Großer Erfolg: Konzert vor der vollbesetzten Philharmonie in St. Petersburg.
Großer Erfolg: Konzert vor der vollbesetzten Philharmonie in St. Petersburg.

Der ehemalige Domorganist Leo Kraemer ist gerade zurück aus St. Petersburg, wo er mit einem der Top-Orchester der Welt auftrat. Am Samstag spielt er in St. Otto in Speyer Bachs „Kunst der Fuge“ und Ende Juni Schuberts Es-Dur-Messe.

Am Sonntag, 16. Juni, um 16 Uhr spielt der ehemalige Domorganist und Domkapellmeister Leo Kraemer in der Pfarrkirche St. Otto in Speyer-West auf der Orgel Bachs „Die Kunst der Fuge“, das unvollendete Spätwerk des Meisters, in dem er seine Kunst der Mehrstimmigkeit noch einmal in extraordinärer Weise auf den Punkt bringt.

„Siegeszug der Polyphonie“

Leo Kraemer versteht das Konzert auch in Verbindung mit dem nächsten großen Konzert von PalatinaKlassik als „Siegeszug der Polyphonie“. Denn am 30. Juni um 17 Uhr in St. Otto wird neben der „Unvollendeten“ von Franz Schubert dessen späte Messe in Es-Dur D 950 erklingen. In ihr spielt komplexe und zugleich expressive Mehrstimmigkeit eine große Rolle. Das Gloria schließt mit einer Fuge von 204 Takten, das Credo mit einer von 224 Takten. Die Linie zu Bach ist natürlich offensichtlich.

Noch in seinen letzten Lebensmonaten erhielt Schubert Kontrapunkt-Unterricht bei Simon Sechster. Dieser war der Lehrer von Anton Bruckner. Zu Bruckner hat Leo Kraemer eine enge Beziehung, er hat bei führenden Bruckner-Dirigenten wie Jochum, Wand und Celi studiert und nicht nur in Speyer viel Bruckner aufgeführt.

Reise nach Russland

Am 4. Juni war er wieder in St. Petersburg in der Philharmonie und dirigierte am Geburtstag von Jewgeni Mrawinski, dem langjährigen Chefdirigenten in UdSSR-Zeiten, neben Musik von Mozart auch Bruckners unvollendete neunte Sinfonie. Das Konzert im voll besetzten großen Saal war ein großer Erfolg, das Publikum sichtlich begeistert und berührt. Das Orchester habe um sein Leben gespielt, berichtet Leo Kraemer. Die St. Petersburger Philharmoniker sind eines der Top-Orchester der Welt, die vor dem Ukraine-Krieg regelmäßig Tournee auch nach Westeuropa machten.

Leo Kraemer wird im Oktober wieder Bruckner an der Newa dirigieren, dann die Sechste in einem Konzert, in dem auch Schuberts „Unvollendete“ erklingt. Am Sonntag nun aber zuerst Bach mit der Kunst der Fuge in St. Otto.

Karten

Karten zu 12 Euro (Schüler und Studenten 8 Euro) unter 06232 36225, unter palatinaKlassik@t-online.de und an der Tageskasse. Infos unter palatina-klassik.eu.

x