VG Römerberg-Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Tourismus: Ist das Speyerer Umland ein „schlafender Riese“?

Vorne Dudenhofen, hinten Speyer: Wie viel touristisches Potenzial steckt im Speyerer Umland.
Vorne Dudenhofen, hinten Speyer: Wie viel touristisches Potenzial steckt im Speyerer Umland.

Als Ziel für Touristen sieht die SPD im Speyerer Umland einen „schlafenden Riesen“, den sie wecken möchte. Ein Hotelier hat Zweifel, ob das möglich ist.

Die SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Römerberg-Dudenhofen hat beobachtet, dass einerseits immer mehr Beherbergungsbetriebe in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen schließen, gleichzeitig gebe es immer mehr Ferienwohnungen. Außerdem gebe es für die Verbandsgemeinde keine Materialien, die für touristische Aktivitäten geeignet seien. Die Gäste in den Dörfern seien hauptsächlich „Speyer-zentriert“, die Verbandsgemeinde sei in erster Linie ein „Durchfahrtsgebiet“. Vorhandene touristischen Angebote in der VG seien nicht bekannt – oft auch den Einheimischen nicht. Die SPD wünscht sich, innerhalb der nächsten Jahre eine touristische Perspektive aufzubauen.

Orientiert an einem bestehenden Konzept der Gemeinde Biendorf in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD ein Konzept erstellt. Im Mittelpunkt stehen naturnaher Tourismus, die Nähe zu Speyer, die Rheinauen, bestehende Kultur- und Freizeitangebote sowie regionale Besonderheiten wie Wein, Spargel und Handwerk. Vorgeschlagen werden unter anderem der Ausbau und die bessere Beschilderung von Rad- und Wanderwegen, neue Erlebnis- und Kulturpfade, mehr touristische Führungen, stärkere Vermarktung über das Internet, Flyer und Karten sowie familienfreundliche Freizeitangebote. Ziel ist es, den Tourismus als Wirtschaftsfaktor zu stärken, Angebote für Gäste und Einheimische attraktiver zu machen und die verschiedenen Akteure stärker zu vernetzen.

„Touristisch keine Bedeutung“

Lars Hoffmann aus Dudenhofen ist sowohl als Teil der FWG-Fraktion Mitglied des Verbandsgemeinderats als auch Betreiber des Hotels Goldenes Lamm. „Die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen hat touristisch keine Bedeutung“, lautete sein hartes Urteil in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats. „Kein Mensch kommt nach Dudenhofen oder Römerberg zum Wandern“, kommentierte er den Verweis auf eines der Themen, mit dem die Verbandsgemeinde laut SPD punkten könnte. Für Hoteliers in der Region bildeten Dienstreisende eine wichtige Säule des Geschäfts, wobei dieses unter der schlechten Wirtschaftslage leide. Die Verbandsgemeinde ist nach seiner Ansicht ansonsten stark abhängig von der Stadt Speyer und könne allein wenig erreichen. Er plädierte deshalb dafür, mit der Domstadt und auch der Verbandsgemeinde Rheinauen in den Dialog zu gehen, wenn wirklich ein Tourismuskonzept verfolgt werden soll.

Timothy Starratt (FDP) fand, man solle den Tagestourismus nicht unterschätzen. So kämen beispielsweise auch viele Menschen von der badischen Rheinseite nach Dudenhofen zum Abenteuerspielplatz. Und Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) ist der Meinung, dass es in allen Dörfern „das ein oder andere Schöne und Geschichtsträchtige“ gibt, auch wenn die Verbandsgemeinde keine klassische touristische Region sei. Ergänzt um die Absicht, Gespräche mit Speyer und der VG Rheinauen aufzunehmen, soll das Konzept geprüft werden, beschloss der Verbandsgemeinderat.

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