Speyer Tor zur großen Welt

LUDWIGSHAFEN

. Der Weg nach Rotterdam beginnt an der Kaimauer in Ludwigshafen. Doch das Containerterminal im Kaiserwörthhafen ist weit mehr als das Tor zur großen Welt. Hier laufen die Fäden für den Warentransport per Binnenschiff, Lastwagen oder Zug zusammen, wie Terminal-Manager Hans-Jörg Klotz von der Contargo Rhein-Neckar GmbH erläutert. Zu sehen sind im Terminal in erster Linie Container. Metallkisten auf Schiffen und auf Lastern. Container, die an einem Kran durch die Luft schweben, um anschließend wieder auf einem Schiff, einem Laster oder einem Zugwaggon zu landen. Verrostete, saubere, blaue, weiße, grüne oder orangefarben Container, die in Türmen gestapelt in den Himmel wachsen. Und Kisten, an denen die Funken fliegen, weil sie in der Werkstatt gerade auf den nächsten Einsatz vorbereitet werden. Interessant ist die Geschichte, die hinter den bis zu 40 Tonnen fassenden Großbehältern steckt: Sie werden beladen in Rio, Hongkong oder Schanghai, schippern über die Weltmeere nach Amsterdam, Rotterdam oder Antwerpen und landen nach wenigen Tagen über den Rhein in Ludwigshafen. 6500 Containereinheiten finden im 81.000 Quadratmeter großen Terminal Platz. Drei Kräne verteilen die Transportbehälter nach einem nur für Eingeweihte erkennbaren Plan auf dem Gelände. Dazwischen sind vier „Reachstacker“, überdimensionierte Gabelstapler, sie übernehmen die Feinsortierung. „Und wir haben fast 500 Meter Gleise auf dem Gelände liegen. Damit können wir einen ganzen Zug be- und entladen“, sagt der angehende Speditionskaufmann Adrian Kohlbach. Die Besucher bei der Terminal-Tour kommen aus den unterschiedlichsten Gründen: „Mein Chef hat gesagt, dass ich es mir mal ansehen soll“, sagt Axel Rautenberg, der aus Rimbach im Odenwald den wahrscheinlich weitesten Anfahrtsweg hatte, und als „Operations Manager“ arbeitet. „Früher hätte man einfach Disponent dazu gesagt“, erläutert er. Die Studenten vom Master-Studiengang „Logistik“ an der Hochschule Ludwigshafen haben es hingegen nicht ganz so weit. Und auch die angehenden Fachlageristen des DRK-Bildungswerks aus Worms informieren sich über ihre neue Tätigkeit. Erika Albrecht aus Edigheim hat für ihre Neugierde einen anderen Grund: „Ich bin schon mehrfach auf Containerschiffen mitgefahren, unter anderem durch die Ostsee und zuletzt über den Atlantik. Ich wollte mir jetzt mal ansehen, wie es mit den Containern weitergeht“. Betreiber des Ludwigshafener Terminals ist die Firma Contargo, die 800 Mitarbeiter in 25 Terminals in Deutschland und Europa beschäftigt und zu der vier Schiffs-, zwei Bahnlinien und unzählige kooperierende Speditionen gehören. Transportiert werden so gut wie alle möglichen Waren in den riesigen Metallkisten, wie Marc Klühspies aus der Binnenschiffabteilung erläutert. Die Logistiker sorgen dafür, dass die Container aus Ludwigshafen in einem genauen Zeitplan den richtigen Weg finden – nach Rotterdam und Amsterdam und von dort in die ganze Welt.

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