Neuhofen / VG Rheinauen / Speyer Tiefengeothermie: Geopfalz setzt auf Dialog

Bürger informieren sich bei Fachleuten zum Tiefengeothermie-Projekt von Geopfalz.
Bürger informieren sich bei Fachleuten zum Tiefengeothermie-Projekt von Geopfalz.

Das kommunale Unternehmen Geopfalz will ein Bürgerbüro in Neuhofen einrichten, um die Menschen vor Ort weiter über das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ zu informieren.

Die Tochtergesellschaft der Stadtwerke Speyer und der Stadt Schifferstadt will damit an ihre Informationsveranstaltung zum interkommunalen Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ anknüpfen. Geopfalz informierte am Dienstagabend mit einem eigenen Format erstmals in Neuhofen über das Vorhaben. Neuhofen ist geplanter Standort für den Bohrplatz und das künftige Heizkraftwerk. Das kommunale Unternehmen will für das Projekt „die hervorragenden geologischen Voraussetzungen“ zwischen Neuhofen und Waldsee nutzen, um „langfristig erneuerbare, klimaneutrale und preisstabile Wärme für die Region bereitzustellen“. Der Bohrplatz ist westlich der Schlicht auf Flächen der Ortsgemeinde Neuhofen angedacht. Die Ziele der Bohrungen liegen in bis zu 3500 Meter Tiefe östlich der Schlicht im Bereich der Ortsgemeinde Waldsee.

Nach Angaben des Unternehmens soll bis 2030 eine Geothermieanlage entstehen, mit der die beteiligten Kommunen – darunter Speyer, Schifferstadt und Neuhofen – „nachhaltig und zuverlässig mit Wärme versorgt werden können“. Die Bohrungen sollen im kommenden Jahr starten. Geopfalz setzt dabei nach eigenen Angaben auf seit Jahrzehnten bewährte Bohrtechnik. Außerdem werde es durch eine Projektförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zusätzliche Messungen und Analysen geben, deren Erkenntnisse auch in künftige Geothermieprojekte fließen. Der Zeitplan ist abhängig von erforderlichen Genehmigungen des Landesamts für Geologie und Bergbau. Außerdem gibt es in Neuhofen Protest gegen die Pläne, eine Bürgerinitiative fordert einen Bürgerentscheid.

„Chance des Projekts: Langfristig preisstabile Wärme“

Bei der Veranstaltung in Neuhofen nutzten laut Geopfalz zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand des Projekts zu informieren. „Die kommunale Wärmewende gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Deshalb ist der direkte Austausch so wichtig“, wird Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) in einer Pressemitteilung zitiert. Auch Neuhofens Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) zog ein positives Fazit: „Viele Bürgerinnen und Bürger haben die Gelegenheit genutzt, intensiv mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Das große Interesse zeigt, dass die Menschen die Chancen des Projekts für Neuhofen und die Region erkennen.“

Geopfalz-Geschäftsführerin Claire Weihermüller empfand den Abend als wichtiges Signal: „Das Gesprächsangebot wurde intensiv genutzt, und wir haben viele konstruktive Gespräche geführt. Natürlich waren auch kritische Fragen dabei – dafür sind solche Veranstaltungen wichtig. Unser Ziel war es, das Projekt, die technischen Hintergründe und die langfristige Perspektive nachvollziehbar und transparent darzustellen und dabei vor allem den direkten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen. Genau darauf wollen wir aufbauen.“

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