Speyer
Speyers beste Abiturientin: So lebt sie im Bayerischen Landtag
Das perfekte Abitur mit 17 Jahren, mit 18 in die Stiftung Maximilianeum in München aufgenommen: Die junge Speyererin Smilla Hell sorgt früh für Schlagzeilen – von der Domstadt bis in die bayerische Landeshauptstadt. Die 18-Jährige studiert im zweiten Semester Chemie an der Technischen Universität München und wohnt in einem Wahrzeichen der Stadt: dem Maximilianeum, seit 1949 auch Sitz des Bayerischen Landtags.
„Zu Beginn war es eine Herausforderung in den Uni-Rhythmus reinzukommen“, berichtet die 18-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Eigenverantwortlich Vorlesungen, Übungen und Laborunterricht einzuteilen, sei im Vergleich zur Schulzeit eine Umstellung gewesen. „Das Leben im Maximilianeum macht das alles einfacher“, sagt die gebürtige Speyererin. Die private Stiftung, die ihr dieses Domizil ermöglicht, fördert besonders begabte bayerische und pfälzische Abiturienten durch freie Unterkunft und drei Mahlzeiten am Tag.
Restaurants, Theater und Konzerte
Hell schätzt besonders die „super Lage“ des Stiftungshauses nahe der Münchner Altstadt. „Ich habe schnell gemerkt, ich bin ein Großstadtmensch“, sagt Hell. „Es gibt einfach an jeder Ecke etwas“, sagt sie. Ob Restaurants, Theater oder Konzerte – die Stadt habe viel zu bieten. Am liebsten besucht sie die Münchner Kammerspiele, die Tickets für die nächsten zwei Vorstellungen dort hat sie bereits in der Tasche. Auch in der Staatsoper gebe es gute Angebote für junge Menschen: „Kürzlich saß ich bei einer Oper in der zweiten Reihe – für zehn Euro“, erzählt sie.
In Speyer vermisst die 18-Jährige vor allem Freunde und Familie. Die Domstadt besucht sie etwa einmal im Monat, wenn es die Studienzeiten zulassen. Den Anschluss in der bayerischen Landeshauptstadt zu finden, sei ihr jedoch leichtgefallen. Als eine von zehn neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten im vergangenen Jahr sei sie sehr schnell in eine Gemeinschaft hineingewachsen. Am Wochenende werde oft zusammen gekocht.
„Ganz so schlimm ist es aber nicht“
Die Angebote der Stiftung neben Essen und Wohnen nimmt die 18-Jährige gern an. Sie habe bereits an einem Tanzkurs teilgenommen, berichtet sie. Das habe sie in der Schulzeit noch nicht gemacht – „für die Stiftungsfeste ist das bestimmt nicht schlecht“, sagt sie und lacht. Zudem war die 18-Jährige kürzlich auf der jährlichen Auslandsfahrt dabei – Ziel war Polen.
Dass ein Chemiestudium arbeitsintensiv ist, hatte Hell schon vor Beginn oft gehört. „Ganz so schlimm ist es aber nicht“, resümiert die 18-Jährige nach dem ersten Semester. Die ersten Prüfungen seien durchweg gut verlaufen. „Obwohl ich bei vielen ein schlechtes Gefühl hatte“, sagt sie.
Bisher sei der Anteil an Chemiekursen noch etwas gering, das komme aber mit fortschreitendem Studium, erklärt sie. Die Physikprüfung sei besonders anspruchsvoll gewesen: „Da liegt die Durchfallquote jedes Jahr bei 70 Prozent“, sagt sie. Hell habe sie bestanden, und damit allein sei sie schon zufrieden. Ihr Traum sei es, Stand jetzt, Professorin zu werden – das sei aber noch etwas hin.