Speyer
Speyer auch im Sommer bei Touristen heiß begehrt
Die Pressestelle der Stadt liefert die nackten Zahlen zum touristischen Geschehen. 140 gebuchte Gruppen und ungefähr 50 öffentliche Führungen hat es demnach seit Ferienbeginn gegeben. Gab es merkliche Veränderung zu 2022? Nein!
„Auch wenn die Sommerferienzeit nicht die nachfragestärkste Zeit des Jahres ist, ist sie dennoch gut gebucht“, redet Stadtsprecherin Annika Roth nicht um den heißen Brei herum. Und die Tagesbesucher? Die, ist zu erfahren, sind nicht erfasst. Zumindest in den zurückliegenden Jahren nicht mehr. „2019 hat das Münchner Institut DWIF mal eine Studie im Auftrag der Vereine Zukunftsregion Westpfalz und Pfalz Touristik sowie der Industrie- und Handelskammer Pfalz durchgeführt, wonach es im Jahr durchschnittlich 5,2 Millionen Tagestouristen in Speyer geben soll“, zitiert Annika Roth.
Tagestouristen nicht gezählt
Eine Aussage zu den „klassischen“ Touristen sei das aber nicht, da bei den Tagesbesuchern auch die Anzahl an Menschen mit einfließt, die Speyer aus anderen Gründen aufgesucht haben – ob für eine Stunde oder einen Tag. So ausgeglichen wie die Stimmung in der Touristinfo ist die Reaktion von Stefanie Hillgärtner auf den Anruf der RHEINPFALZ nicht. Die Leiterin der Kurpfalz-Jugendherberge ist überglücklich.
„Wir sind seit Wochen komplett ausgebucht. Die Zahlen liegen weit über den Erwartungen“, berichtet sie. Auf den Tupfen genau kann Hillgärtner zwar keine Gesamtanzahl nennen. Ein bisschen hochrechnen ist jedoch drin. „Wir haben 62 Zimmer, die alle belegt sind, was wiederum eine Personenanzahl von 180 bis 190 bedeutet“, lautet die Mathematik. Seit April schon gibt das Team Vollgas, sagt Hillgärtner: „Wenn die Familien weg sind, kommen die Klassen, und wenn die weg sind, die Gruppen an den Wochenenden.“ Und das Beste: Eine Flaute ist nicht in Sicht. „Wir haben Buchungen für die kommenden zwei Jahre“, teilt Hillgärtner mit.
Schlangen an Schiffsanleger, volles Haus im Dom
So weit im Voraus kann das Fahrgastschiff Pfälzerland nicht reserviert werden. Generell gilt hier: Wer zuerst kommt, sitzt zuerst. „Gerade an den Wochenenden sind wir bald überfüllt. Von Dienstag bis Freitag ist der Zuspruch sehr groß“, stellt Karolina Streib von der Betreiberfamilie fest. Die Sommerferien haben lange Warteschlangen an dem Schiffsanleger mit sich gebracht. Um die 200 Personen durften bei jeder regulären Fahrt mit. „Wir hatten während der Ferien gemischtes Publikum – auch viele jüngere Erwachsene“, berichtet Streib.
Eine besondere Anziehungskraft übt offenbar der Dom in diesem Jahr aus. Luisa Reisinger, Bistums-Pressesprecherin, nennt einen Besucherzuspruch, der sogar über der Vor-Corona-Zeit liegt. Unterschiede zum restlichen Jahr gibt es dennoch. „Gruppenführungen sind in den Sommerferien traditionell etwas schwächer. Die Spitzen liegen im Frühjahr und Herbst“, erklärt Reisinger. Gut bemessen lässt sich der Individualbesuch – zumindest an 14 Führungstagen, an denen für das „ARC-Projekt“ ehrenamtliche Domführer im Einsatz waren. „Vom 1. bis 20. August wurden 153 Führungen durchgeführt“, führt sie auf.
Flaute im Historischen Museum
Noch vor Beginn der Sommerferien endete die große Familien-Ausstellung „Der Grüffelo kommt zurück“ im Historischen Museum der Pfalz. Seither wird dort an den beiden neuen Sonderausstellungen gearbeitet: „König Ludwig I. – Sehnsucht Pfalz“ und „We love Playmobil – 50 Jahre Spielgeschichte(n)“. Dies nennt Museumssprecherin Sabine Karle-Coen als Grund dafür, dass in den Monaten Juli und August nur wenige Besucher im Haus gewesen sind. Zusätzliche Erschwernis des Betriebs: „Das Museumscafé hatte aufgrund der Sanierung des Glasdaches im Forum geschlossen.“
