Speyer Speyer: Ab Montag ab in den Sattel
Am 27. August beginnt die Aktion „Stadtradeln“. Bei den angemeldeten Teilnehmern hat sie noch deutlichen Nachholbedarf gegenüber früheren Auflagen. Die Stadt will damit möglichst viele Speyerer zumindest im Aktionszeitraum bis 16. September zum Umstieg aufs Rad ermutigen.
58 Teilnehmer in 14 Teams waren gestern Nachmittag gemeldet – das ist weit weniger als bei den bisherigen fünf Auflagen der Aktion. Im Rekordjahr 2015 waren es 586 Teilnehmer in 31 Teams gewesen. Sie hatten in der Summe 105.006 Kilometer zurückgelegt und damit gut 15.000 Kilogramm an Kohlendioxid-Ausstoß vermieden. Die Werte in diesen Kategorien stehen auch für die 2018er-Aktion im Internet-Portal www.stadtradeln.de/speyer. In diesem sollen die Radler ihre Kilometer melden. „Ich bin sicher, dass noch viele Teilnehmer dazukommen, das war auch bei den früheren Auflagen so“, sagte gestern Fabienne Körner, die als Klimamanagerin der Stadtverwaltung die Aktion organisiert. Von 27. August bis 16. September kann innerhalb der Aktion in die Pedale getreten werden, bis Freitag, 21. September, können die zurückgelegten Kilometer gemeldet werden. Das Stadtradeln ist wie in den Vorjahren in einen bundesweiten Wettbewerb der teilnehmenden Städte eingebunden. Auch in Speyer gibt es eine Auswertung: Die aktivsten Einzelradler und Teams sollen bei einer Abschlussveranstaltung in der Woche zwischen 24. und 30. September geehrt werden. Rein zahlenmäßig haben bisher die Stadtwerke mit 14 die meisten Teilnehmer gemeldet. Einer will bei möglichst allen Touren dabei sein: Hans Wels, den die Verwaltung gestern als diesjährigen „Stadtradel-Star“, eine Art Werbefigur für die Aktion, vorgestellt hat. Er ist 78 Jahre alt, lebt in Dudenhofen und ist in Speyer unter anderem als Seniortrainer, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Landeskirche und Projektleiter des „Umweltradelns“ bekannt. Als Experte habe er die Stadt immer wieder zu Sicherheitsfragen für Senioren im Straßenverkehr beraten, teilt die Stadt mit. Sie zitiert ihn wie folgt: „Schon ab meinem sechsten Lebensjahr radelte ich eine halbe Stunde zur Schule. In der autolosen, schlechten Zeit war das Fahrrad einziges Transportgefährt. Als es noch Doppelzentnersäcke gab, wurde so ein Monstrum mit Kartoffeln oder Kohlen über die Mittelstange gelegt und heimgeschoben. Sogar einen schweren Hausfirstbalken hat mein Vater mit mir transportiert.“ Die Eröffnungstour ist für Montag, 27. August, 17 Uhr, mit Start am Geschirrplätzel angekündigt: Alle Interessierten sind zu einer Radtour unter dem Motto „Fahrradkonzept Speyer“ eingeladen. „Ich hoffe, dass viele Speyerer und Berufspendler für unser Stadtklima nachhaltig auf den Sattel steigen“, so Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU). Gemeinsam mit dem städtischen Fahrradbeauftragten Karl-Heinz Hepper und Christian Lorenz, Verkehrsplaner im Rathaus, führt er die Innenstadt-Runde zu Stellen, die umgebaut sind oder werden. „Es werden Zwischenstopps eingelegt, damit sie auch für wenig geübte Radler und ältere Personen gut geeignet ist“, so Klimaschutzmanagerin Körner. Weitere geführte Touren gebe es im dreiwöchigen Aktionszeitraum jeden Freitag, 17 Uhr, unter Leitung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und jeden Samstag, 14 Uhr, mit dem Fahrradbeauftragten Hepper an der Spitze. Individuelles Radeln sei genauso möglich, jeder Kilometer zähle, so Körner. Sie berichtet vom Beispiel der Grünen-Sprecherin Irmgard Münch-Weinmann, deren Partei nach den Stadtwerken mit zehn Leuten bisher das zweitgrößte Aufgebot stellt: Sie radle sogar im Urlaub innerhalb der Aktion. „Nur Radrennen und Sport am Ergometer sind außerhalb der Wertung.“ Der Fahrrad-Kurier der Buchhandlung Osiander, die bisher mit acht Personen angemeldet ist, dürfe hingegen seine Kilometer ganz offiziell angeben. Diesmal sei das Rahmenprogramm der Aktion kleiner als bei früheren Auflagen, 2019 solle es aber wieder größer werden.