Sparen mit der RHEINPFALZ RHEINPFALZ Plus Artikel Sparen beim Fahren: Auf die Assistenten nicht verzichten

Bilden Fahrschüler in verschiedenen Fahrzeugen aus: Jutta und Frank Herzer.
Bilden Fahrschüler in verschiedenen Fahrzeugen aus: Jutta und Frank Herzer.

In Zeiten rasant kletternder Preise stellen viele auch ihr Mobilitätsverhalten auf den Prüfstand. Frank Herzer, Fahrlehrer und Inhaber der Fahrschule Herzer in Speyer, hat dafür konkrete Vorschläge: Um den Geldbeutel zu schonen, lohne es sich, die technischen Möglichkeiten seines Fahrzeugs kennenzulernen.

1. Auto stehen lassen

Zum Bäcker um die Ecke mit dem Auto? Das Bewusstsein für die Nutzung seines Fahrzeugs zu schärfen, ist für den Speyerer Fahrlehrer Frank Herzer die erste Möglichkeit, den Kraftstoffverbrauch zu senken: „Am meisten kann man natürlich sparen, indem man das Auto stehen lässt.“ Er nennt ein Beispiel aus dem Lkw-Sektor: „Je nachdem, was ich transportieren möchte, wird überlegt, ob ein großer oder kleiner Lkw benötigt wird.“ Das könne man auch auf das Auto übertragen. Lohnt es also, das Auto für die jeweilige Strecke zu nutzen? Oder kann die Strecke auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden?

2. Serviceintervalle und Wartung

Das Fahrzeug muss technisch in einem einwandfreien Zustand sein, um Kraftstoff sparen zu können. So ist es laut Herzer nicht nur wichtig, die Serviceintervalle und die Wartung einzuhalten, sondern regelmäßig auch auf den Reifendruck nach Herstellerangaben zu achten. Ölservice, Kraftstofffilter, Luftfilter – damit das Fahrzeug seine optimale Leistung bringen kann, sollte es entsprechend gewartet werden. „Wenn die Technik nicht optimal läuft, geht der Kraftstoffverbrauch in die verkehrte Richtung.“ Das Fahrzeug verbraucht mehr als es sollte.

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3. Eco-Fahrmodus

„Viele Fahrzeuge sind mittlerweile so gestaltet, dass man Kraftstoff sparen kann“, verweist Herzer auf die technischen Möglichkeiten. Sie verfügten oftmals über verschiedene Fahrmodi: zum Beispiel Eco, Normal, Sportmodus. „Das Fahrzeug springt automatisch in den Normalmodus. Dann kann man manuell den Eco-Modus einstellen, den Empfehlungen des Autos folgen und somit kraftstoffsparend fahren“, erklärt Herzer. Der Fahrlehrer rät dazu, die technischen Möglichkeiten zu nutzen – auch wenn sie zunächst überfordernd wirken können. „Die Gangwahl und Schaltanzeige sollten auf jeden Fall berücksichtigt werden.“ Sollten bei einem Modell die entsprechenden Anzeigen fehlen, rät er, stets im unteren Drehzahlbereich zügig hochzuschalten.

4. Start-Stopp-System

Viele missachteten das Start-Stopp-System, so der Fahrlehrer. Wenn Fahrzeuge über diese Funktion für Standphasen verfügen, sollten Fahrer diese auch anwenden, um das damit verbundene Einsparpotenzial zu nutzen: An der roten Ampel gilt es dann, den Gang rauszunehmen und nicht mehr auf der Kupplung zu bleiben, erklärt der Speyerer Fahrlehrer. Gestartet wird das Auto automatisch, sobald die Kupplung betätigt wird.

5. Assistenzsysteme

Bremsassistent, Geschwindigkeitsassistent, Abstandsregeltempomat, automatische Müdigkeitswarner – je moderner das Auto, desto besser die auch serienmäßige Unterstützung. In Neufahrzeugen werde sie verpflichtend sein, berichtet Herzer. Sie können für mehr Sicherheit und für weniger Kraftstoffverbrauch sorgen. Zwar nicht verpflichtend, aber nützlich für das Spritsparen sei der Abstandsregeltempomat: „Wenn das Fahrzeug über diesen verfügt, sollte er auch genutzt werden. Selbst wenn der Fahrer versucht, die Geschwindigkeit konstant zu halten, ist die Technik viel exakter“, so Herzer. Das System passe sich der Topographie der Straße an, regele den Sicherheitsabstand, halte das vom Fahrer gewählte Tempo ein oder bremse automatisch ab.

6. Fahrweise

„Fahrer sollten immer darauf achten, vorausschauend zu fahren.“ Dabei lässt sich laut Herzer die Dynamik der Fahrzeuge nutzen, indem man früh vom Gas geht, den Gang drin lässt und ausfährt, also den Schwung ausnutzt. Er rät aber davon ab, die Technik eines Automatik-Fahrzeugs manuell nachzuahmen. Im Stadtverkehr gelte es normal zu beschleunigen, angemessen zügig auf die entsprechende Geschwindigkeit zu kommen und einen „runden“ Fahrstil zu pflegen.

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