Speyer
Sozialstation Limburgerhof: Endlich mehr Platz
Der lang ersehnte Erweiterungsbau der ökumenischen Sozialstation Limburgerhof ist nach rund zwei Jahren Bauzeit fertig. Das war dringend nötig, ist die Einrichtung, die auch für Otterstadt und Waldsee zuständig ist, doch stark gewachsen. Auf 280 Quadratmetern bietet das neue Haus nun Platz für Büros, Teamzimmer und das Café Vergiss-mein-nicht.
Limburgerhof/Otterstadt/Waldsee. Die Erweiterung war dringend nötig, berichten Schwester Ulrike Lahr, die Leiterin der ökumenischen Sozialstation, und Verwaltungsleiter Christopher Kropp. Die Sozialstation war seit ihrer Gründung 1978 stark gewachsen. Begonnen hatte es mit acht Pflegekräften und fünf Dienstfahrzeugen. Vergangenes Jahr betreuten 118 Pflegekräfte etwa 730 Pflegekunden. Durch die Einführung der Pflegeversicherung und die drei Reformen der Pflegestärkungsgesetze sei der Verwaltungsaufwand enorm gestiegen, sagt Kropp, sodass dringend neue Büroräume benötigt wurden, ebenso Räume für das Team oder für Besprechungen. Doch viele Möglichkeiten für eine Erweiterung gab es zunächst nicht.
Die Initialzündung habe dann eine Nachbarin gegeben, erzählt Schwester Ulrike Lahr. Die hochbetagte Dame bewohnte ein kleines Haus, das in der Carostraße an die Sozialstation angrenzte. Sie wollte in ein Seniorenheim umziehen und wünschte sich, dass die Sozialstation das Grundstück kauft. Man habe überlegt, das Haus direkt an die bestehenden Gebäude anzubinden, das habe sich aber als nicht realisierbar herausgestellt, erzählt Lahr. Die Mitgliederversammlung habe sich dann für einen Abriss und den Neubau entschieden. Das war 2016. So schnell wie gewünscht ging es allerdings nicht voran. Es dauerte etwa ein Jahr, bis alle benachbarten Eigentümer den Bauplänen zugestimmt hatten. Am 15. Mai 2017 lag die Baugenehmigung dann vor. Zu weiteren Verzögerungen kann es, weil Handwerksbetriebe volle Auftragsbücher hatten. Doch nun ist das Gebäude fertig.
Im Erdgeschoss ist bereits das Café Vergiss-mein-nicht eingezogen. Ein Betreuungsangebot für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Es findet an zwei Nachmittagen pro Woche statt und war bisher in Mutterstadt untergebracht. Senioren und Mitarbeiter seien begeistert von den neuen, klimatisierten Räumen, die auf den Bedarf der Senioren zugeschnitten seien, berichtet Lahr. Es sei ihr wichtig gewesen, im Neubau nicht nur Räume für die Mitarbeiter, sondern auch für die Senioren zu schaffen. Die Toiletten im Erdgeschoss sind behindertengerecht. Im Obergeschoss befinden sich drei neue Büros für die Verwaltung. Außerdem gibt es ein Teamzimmer, einen Hauswirtschaftsraum und einen Kopierraum – der Kopierer war ursprünglich auf dem Flur untergebracht. Im Mehrzweckraum im Dachgeschoss werden Yoga und Zumbakurse für Mitarbeiter angeboten. Ein Fahrstuhl kann bei Bedarf problemlos in das Gebäude eingebaut werden. Ein entsprechender Schacht ist bereits vorhanden. Insgesamt bietet das Gebäude im Erdgeschoss 107, im Obergeschoss 92 und im Dachgeschoss 80 Quadratmeter Fläche. In den alten Gebäuden befinden sich 453 Quadratmeter Fläche plus 194 Quadratmeter Kellerräume.
Die Kosten für den Neubau einschließlich Inventar belaufen sich laut Verwaltungsleiter Kropp auf etwa 800.000 Euro. Fördergelder dafür habe es nicht gegeben, es habe komplett durch Eigenleistung finanziert werden müssen. „Wir haben uns keinen Luxus geleistet, sondern so gebaut, dass man ordentlich arbeiten kann“, sagt Schwester Ulrike Lahr.
Zwar nicht unmittelbar mit dem Neubau verbunden, aber ebenfalls eine Neuerung, ist die Ladesäule für Elektrofahrzeuge im Hof der Sozialstation. Zurzeit wird gerade ein Elektroauto getestet, zwei Fahrzeuge sind bestellt. Außerdem sind im Zuge des Neubaus sechs zusätzliche Parkplätze entstanden, was die Parksituation rund um die Sozialstation spürbar entspanne.
Der jetzige Neubau war nicht die erste Erweiterung. Die Sozialstation wurde 1978 in der Feuerbachstraße gegründet, zog 1987 in die Kirchenstraße 29 und 1996 wurde der eingeschoßige Bau aufgestockt. 2003 wurden in der Kirchenstraße angebaut.
Termin
Einweihung des Erweiterungsbaus der ökumenischen Sozialstation Limburgerhof mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 17. August.