Speyer Schnakenplage: „Nach drei Minuten zerstochen“

Waren zuletzt insbesondere in Harthausen und Hanhofen ein Problem: Schnaken.
Waren zuletzt insbesondere in Harthausen und Hanhofen ein Problem: Schnaken.

INTERVIEW: Für Tobias Rop war die Schnakenplage in Harthausen im Sommer 2018 so unerträglich, dass er nun eine Online-Petition gestartet hat. Sein Ziel: Nachbar Gommersheim doch noch zu einem Beitritt zur Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) zu bewegen. RHEINPFALZ-Redakteur Timo Leszinski hat mit ihm gesprochen.

Herr Rop, wie haben Sie den Sommer im vergangenen Jahr in Harthausen erlebt? Gab es tatsächlich eine Schnakenplage?

Direkt hinter dem Haus meiner Partnerin fängt der Wald an. Selbst wenn man mit Autan eingeschmiert war, konnte man sich wegen der Schnaken nicht in den Garten setzen oder im Wald spazieren gehen. Selbst den Weg von der Garage zum Hauseingang bin ich gerannt, um nicht zerstochen zu werden. Der damals zehnjährige Sohn meiner Partnerin kam schon nach drei Minuten im Garten zerstochen und weinend wieder reingelaufen. Drinnen haben wir überall Fliegengitter angebracht, aber den Garten konnte man oftmals nicht nutzen. Ist das Problem in den vergangenen Jahren größer geworden? Meine Partnerin ist erst im vergangenen Jahr nach Harthausen gezogen. Vorher hat sie in Dudenhofen gewohnt. Da war es nicht so schlimm. Ich stamme aus Jockgrim. Obwohl das auch in Rheinnähe liegt, war das Schnaken-Problem dort nie so groß. Auch diejenigen, mit denen ich gesprochen habe, die schon länger in Harthausen wohnen, sagen: Das ist nicht normal, das war letztes Jahr eine richtige Plage. Und Sie glauben, dass die Schuld bei den Gommersheimern liegt? Gommersheim ist noch nicht Mitglied der Kabs. In anderen Gemeinden, die bei der Kabs sind, gibt es keine Schnakenplage. Mich hat geärgert, dass es hier nur ums Geld geht und dabei um einen relativ überschaubaren Betrag. Die betroffenen Gemeinden um Gommersheim herum wurden überhaupt nicht gefragt. Ich will nicht einseitig Druck auf Gommersheim machen. Aber die müssen sich mit der Verbandsgemeinde zusammensetzen und eine Lösung finden. Ich habe von vielen betroffenen Bürgern gehört, dass sie sogar bereit wären, sich finanziell zu beteiligen. Es wäre zwar ein Armutszeugnis seitens Gommersheims und der Verbandsgemeinde Edenkoben, aber wenn wir dafür wieder in den Garten können, geben wir gerne 200 Euro. Wie sind Sie auf die Idee einer Online-Petition gekommen? Ich habe so etwas vorher nie gemacht, das ist das erste Mal überhaupt. Ich habe mit vielen in Harthausen gesprochen und alle waren der gleichen Meinung. Das Aufsetzen einer Facebook-Seite und der Online-Petition hat mich nur eine Stunde gekostet. Ich hatte seitdem schon bis zu tausend Leser pro Beitrag auf der Facebook-Seite und innerhalb weniger Tage schon mehr als 100 Unterzeichner der Online-Petition. Die Petition läuft noch bis Montag. Dann will ich das Ergebnis an die Verbandsgemeinde Edenkoben und die Ortsgemeinde Gommersheim schicken. Haben Sie auch mit der Gommersheimer Ortsspitze persönlich gesprochen? Und haben Sie Verständnis für deren Argumente? Ja, mit dem Gommersheimer Bürgermeister habe ich gesprochen. Ich glaube, dass er nur Druck auf die Verbandsgemeinde ausüben will, dass diese die ganzen Kosten übernimmt, so wie in anderen Verbandsgemeinden auch. Er hat aber auch argumentiert, dass die Kabs nicht in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten und damit nicht in allen Brutstätten auf seiner Gemarkung aktiv werden könne und eine teilweise Bekämpfung nichts bringe. Ich glaube aber, dass es schon etwas bringt. Ein paar Schnaken sind ja normal, aber mit weniger Schnaken hätte man eben keine Plage mehr. Ich lade den Bürgermeister von Gommersheim gerne im Sommer zu uns nach Harthausen zum Grillen im Garten ein. Aber dann ohne Mückenspray. Online-Petition Tobias Rop wirbt für seine Online-Petition auf der Facebook-Seite www.facebook.com/SchnakenplageGommersheim/ Von dort gelangt man auch auf die Online-Petitions-Plattform „Avaaz“. In seiner Petition fordert Rop einen Gommersheimer Kabs-Beitritt bis Ende Februar, damit die Schnakenbekämpfer noch vor dem Sommer aktiv werden können.

Tobias Rop
Tobias Rop
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