Speyer Schmerzhaft

„Meiner Mannschaft fehlt das Selbstvertrauen“, konstatierte Manfred Schmitt, Trainer des Fußball-Oberligisten TuS Mechtersheim am Freitag nach der 0:2 (0:0)-Niederlage in Völklingen. Das war nicht zu übersehen gewesen. Ängstlich agierte der TuS, wirkte fast schon leidenschaftslos, und produzierte viele Fehler – was zum achten Spiel in Serie ohne Sieg führte.
VÖLKLINGEN. Ausgerechnet einen Tag vor dem Festbankett zum 100. Bestehen des Vereins trugen die Kicker nichts dazu bei, Jubiläumsstimmung aufkommen zu lassen. „Da fährt man so weit und dann das“, machten mitgereiste Fans ihrer Enttäuschung Luft. Dass Mechtersheim gegen den Abstieg spielt, sind sie gewohnt. Dass nicht mit Leidenschaft gekämpft wurde, um beim direkten Abstiegskonkurrenten wichtige Punkte mitzunehmen, schmerzte. „Völklingen hat begriffen, um was es geht. Meine Mannschaft hat es noch nicht verstanden“, konstatierte Schmitt. „Umschalten“, war das Wort, das Schmitt in den 90 Minuten zuvor am häufigsten gebraucht hatte. Seine Mannschaft beherzigte es selten. Das Umschalten von Abwehr auf Angriff funktionierte 90 Minuten lang nicht, die Spielöffnung war unterirdisch. Lange Pässe kamen nie an. Wurde im Mittelfeld mal über zwei, drei Stationen gespielt, endete spätestens der Versuch, den Ball in die Spitze zu spielen, mit einem Ballverlust. Dass Völklingens Trainer Günter Ehrhardt resümieren konnte, man habe in den 90 Minuten nicht eine Chance aus dem Spiel heraus zugelassen, war auch den Unzulänglichkeiten in den Mechtersheimer Kombinationsversuchen geschuldet. Da auch Standards im Nichts endeten, war keine Torchance zu verzeichnen. Hinzu kam, dass Mechtersheim mit zunehmender Spieldauer auch nicht mehr konsequent nach hinten arbeitete. „Entschuldigung, heute bitte nicht“, bat Torwart Konstantin Stengel, den seine Vorderleute bei den Gegentoren in der 60. Minute durch Idir Meridja und Xavier Novic in der 89. Minute im Stich gelassen hatten, darum, nichts sagen zu müssen. Die Tore hatten die Mechtersheimer tatkräftig mit vorbereitet. 30 Minuten war es ein ganz schwacher Kick gewesen. Mechtersheims Kapitän Christopher Hock hatte angesichts des scheinbaren Nichtangriffspaktes zwischen beiden Teams lautstark gefordert: „Auf Männer, wach werden.“ Gemeint hatte er seine Mitspieler. Die überhörten den Weckruf jedoch. Die Völklinger aber wurden wacher, erarbeiteten sich, inklusive eines Elfmeter, den Stengel abwehrte, drei Chancen im ersten Durchgang. Sie blieben jedoch noch ungenutzt. Da Mechtersheim nach der Pause den Schalter nicht umlegen konnte, keine Struktur ins Spiel brachte und in den Angriffsbemühungen erschreckend schwach blieb, war es nur eine Frage der Zeit, bis Völklingen treffen würde – und dadurch die Abstiegssorgen des TuS vergrößerte. (add)