Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Russenweiher: Robustere Lüfter müssen her

Russenweiher diese Woche: Die blauen Geräte und die Fontäne im Hintergrund markieren vier von sechs Belüftungspunkten.
Russenweiher diese Woche: Die blauen Geräte und die Fontäne im Hintergrund markieren vier von sechs Belüftungspunkten.

Nach dem Fischsterben im „umgekippten“ Russenweiher vergangene Woche hat die Stadt skizziert, wie sie sich die Rettung des Gewässers im Speyerer Süden vorstellt.

„Unser Vorschlag ist, dass wir ein anderes System der Belüftung brauchen.“ Das sagte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr. Das Problem ist, dass der See keinen Zufluss hat, zunehmend verlandet und wiederkehrend eine zu geringe Sauerstoffkonzentration aufweist. Warum das ausgerechnet am Mittwoch vor einer Woche zum großen Problem mit hunderten toten Fischen wurde, sei inzwischen besser erklärbar, teilte Fachbereichsleiter Robin Nolasco mit: Nur eines von sechs Lüftungsgeräten im See – vier davon an der Oberfläche und zwei in den tieferen Bereichen – sei in Betrieb gewesen. Zu wenig.

Zwei Lüfter seien zum Zeitpunkt des Unglücks in Reparatur gewesen, drei im See, aber defekt. Ein solcher Ausfall könne jeweils schnell und unerwartet kommen, so Nolasco: Pflanzen und Sedimente beeinträchtigten die Geräte, die irgendwann den für die Fische im Gewässer lebenswichtigen Dienst versagten. Vergangenen Freitag seien drei davon repariert worden, sodass inzwischen vier dem Weiher Sauerstoff zuführten. Ein Lüfter sei kaputt und müsse ersetzt werden. „Ziel ist, fünf in Betrieb zu halten“, sagte der Fachbereichsleiter.

Investitionen erforderlich

Langfristig müsse aber größer investiert werden, um den See als Lebensraum zu retten. Benötigt würden robustere Lüftungsanlagen, unter anderem mit Schläuchen am Gewässerboden. Sie müssten in der Folge auch regelmäßig überprüft werden. Wissenschaftliche Grundlage des Ganzen solle ein Konzept aus dem Jahr 2019 sein. Darin wird eine verbesserte Belüftung als eine Möglichkeit zur „Rettung“ des Russenweihers genannt.

Es gehe darum, die derzeit immer wieder gefährdeten Welse, Barsche und Karpfen vor dem Tod im Russenweiher zu bewahren, sagte Nolasco. Claus Ableiter (FW) regte an, in einer größeren Aktion den Weiher um einen bis 1,50 Meter auszubaggern, „um wieder eine ausreichende Tiefe zu bekommen“. Die Oberbürgermeisterin gab zu bedenken, dass der dabei herausgeholte Schlamm als Sondermüll gelten könnte. Darüber und über weitere Aspekte der Russenweiher-Rettung müsse „umgehend diskutiert werden“ – zunächst in einer Sitzung des städtischen Umweltausschusses.

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