Speyer
Reitclub verzweifelt: Scheune voller Stroh brennt vollständig nieder (mit Bildergalerie)
Ein Häuflein Asche bleibt allein. Dazu eine schwarze Masse aus geborstenen Ziegeln, verkohlten Balken und von der Hitze verbogenen Eisen. Mehr ist nicht übrig von der Scheune, die auf einem Feld an der Straße Am Rübsamenwühl gleich hinter Edeka Stiegler stand, bis sie am frühen Donnerstagmorgen in Rauch aufging – mitsamt mehr als 90 Rundballen Stroh, die darin gestapelt waren.
Das Gebäude brannte bereits lichterloh, als gegen 3.30 Uhr die Feuerwehr mit 14 Fahrzeugen und 40 Einsatzkräften eintraf. Wie Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Peter Eymann berichtet, habe man sich darauf konzentriert, die umliegenden Bereiche zu schützen, da Funkenflug sowohl die angrenzende trockene Vegetation als auch eine benachbarte früheren Gärtnerei gefährdete. Dass sich das Feuer ausbreitete, habe man verhindern können, so Eymann. Jedoch nicht, dass die Scheune samt Inhalt abbrannte. Dabei entwickelte sich starker Rauch, der über offenes Feld in Richtung Rhein zog. Die Bevölkerung sei vorsorglich über Warn-Apps informiert worden, eine konkrete Gefahr habe jedoch nicht bestanden, betont Eymann.
Feuerwehr glaubt nicht an Selbstentzündung
Beendet war der Einsatz, bei dem auch ein Radlader des THW half, erst am späten Donnerstagvormittag. Was den Brand ausgelöst haben könnte, muss nun von der Kripo ermittelt werden. Theoretisch denkbar sei, sagt Eymann, dass sich gelagertes Stroh oder Heu selbst entzünde. Diese Gefahr bestehe allerdings nur etwa sechs bis acht Wochen nach der Einlagerung. Eine „offensichtliche Brandursache“ habe man während des Einsatzes nicht feststellen können.
Auch Sandra Drawe steht vor einem Rätsel. In der Scheune gab es demnach keinen Strom oder Anlagen gegeben, bei denen ein technischer Defekt möglich gewesen wäre. Hermetisch abgeschlossen war das Gebäude nicht. „Wenn da jemand reinkommen wollte, kam er rein“, sagt die Sportwartin des Reitclubs Speyer. Der Verein hatte das schlichte Holzgebäude von der Stadt gepachtet, um dort Stroh zu lagern, das die Reiter auf dem nahen Ludwigshof als Einstreu verwenden.
„Wir benötigen täglich einen Ballen“, sagt Drawe, die nun überlegen muss, wo sie neues Stroh herbekommt. Fürs Erste würden befreundete Vereine und Reitanlagen aushelfen: „Heute kommen schon mal zwölf Ballen.“ Aber der Verein brauche weit mehr Streu und müsse nachkaufen. Wenn sie auch noch nicht wisse wo, denn „vergangenes Jahr gab es nicht viel Stroh“. Der Stückpreis pro Ballen betrage derzeit rund 35 Euro. Den Wert des verbrannten Materials schätzt Drawe auf rund 5000 Euro. Der Reitclub bittet daher um Spenden. Wie hoch der Schaden durch den Totalverlust der Scheune ist, konnte die Stadt am Donnerstag nicht beziffern.
Spendenkonto
Reitclub Speyer, IBAN DE65 5455 0010 0000 0095 06