Speyer Rehe als Gäste am Gartenzaun
Irmgard und Josef Schmitt sind seit 60 Jahren verheiratet. Das Ehepaar aus Dudenhofen ist gerne in der Natur und hat am eigenen Gartenzaun schon besondere Bekanntschaften geschlossen.
Irmgard Schmitt, die mit Mädchennamen Maier hieß, hat Josef Schmitt 1954 auf der Straße in Dudenhofen kennengelernt, wo sie ihr Haushaltsjahr gemacht hat. „Es war Liebe auf den ersten Blick, das kann man so sagen“, erinnert sich die heute 81-Jährige. Josef Schmitt ist gelernter Schreiner, hat dann beruflich umgesattelt und sich vom Hilfsarbeiter zum Polier bei der Speyerer Straßenbaufirma Schön hochgearbeitet. Dort arbeitete er bis zur Rente. Bevor das Ehepaar nach Dudenhofen zog, wohnten die gebürtigen Speyerer im Norden der Domstadt. Dort heirateten sie heute vor 60 Jahren standesamtlich und in der katholischen Kirche St. Konrad. Eine Hochzeit mit Hindernissen sei es gewesen, erzählt der 81-Jährige. Er sei katholisch und seine Frau evangelisch. Das sei damals noch ein Problem gewesen, so Josef Schmitt. „Nicht einmal die Glocken haben sie läuten lassen“, erinnert er sich. Nach Dudenhofen kam das Ehepaar, das eine Tochter und einen Sohn hat, 1993 wegen Irmgard Schmitts Schwester, deren Mann verstorben war. Gemeinsam mit ihr leben die Schmitts noch heute in einem Zweifamilienhaus am Waldrand. Das Ehepaar schätzt an dem Spargeldorf die Freundlichkeit der Leute, wie sie erzählen. Anschluss ans Dorfgeschehen fanden sie durch die Liedertafel, der sie als Sänger gleich in ihrem ersten Jahr in Dudenhofen beitraten. Am Samstag werden ihre Sängerfreunde den Gottesdienst zu Ehren des Paares mitgestalten, anschließend feiern die Schmitts ihr Jubiläum mit der Familie, darunter auch drei Enkelkinder. Neben dem Singen ist das Ehepaar gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Dann fahren sie auch mal in ihre alte Heimatstadt Speyer zum Einkaufen, wie Irmgard Schmitt erzählt. Ihr Mann fährt bei gutem Wetter zweimal am Tag mit dem Fahrrad in den Wald, bei schlechtem Wetter läuft er durch den Ort – der Gesundheit zuliebe. Damit hat auch das größte Tief während ihrer Ehe zu tun: Josef Schmitt erkrankte an Darmkrebs. „Das war eine schlimme Zeit“, erinnert sich seine Frau. Heute ist der 81-Jährige wieder gesund und kümmert sich gerne um den Garten. Dort hat er schon besondere Bekanntschaften geschlossen. Da der Garten an den Wald angrenzt, haben die Schmitts schon oft Besuch von Rehen bekommen. Es seien immer die gleichen, allerdings kommen sie seit sechs Wochen nicht mehr, erzählt Irmgard Schmitt. Sie und ihr Mann vermuten, dass die Tiere entweder überfahren oder von einem Hund gerissen worden seien. Zuletzt hätten sie ein totes Kitz entdeckt, das von einem Hund getötet worden sei, erzählt die 81-Jährige und ärgert sich, dass Hundebesitzer ihre Tiere nicht anleinen. Der Förster habe das tote Kitz vergraben. „Was wir an Toastbrot verfüttert haben“, sagt Irmgard Schmitt und lacht. Sie und ihr Mann hoffen, dass die Rehe bald wieder vorbeischauen – vielleicht sogar heute, am diamantenen Hochzeitstag des Ehepaars.