Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Redaktion vor Ort in Dudenhofen: Lob und Tadel für „Dorf der kurzen Wege“

Am RHEINPFALZ-Stand vor der Verbandsgemeindeverwaltung in Dudenhofen: Gerda Flory im Gespräch mit Ortsbürgermeister Jürgen Hook
Am RHEINPFALZ-Stand vor der Verbandsgemeindeverwaltung in Dudenhofen: Gerda Flory im Gespräch mit Ortsbürgermeister Jürgen Hook (links), RHEINPFALZ-Redakteur Timo Leszinski mit Marga König (Mitte) und Berthold Fuchs mit Redakteurin Nadine Klose (rechts). Foto: Lenz

Bei der RHEINPFALZ-Redaktion vor Ort haben Dudenhofener die gute Infrastruktur im Spargeldorf gelobt. Es gibt aber auch einige Themen, bei denen sie Verbesserungsbedarf sehen. Nicht nur die RHEINPFALZ-Redakteure schrieben mit, sondern auch Ortsbürgermeister Jürgen Hook.

Es herrscht reges Treiben vor dem Rathaus in Dudenhofen an diesem späten Donnerstagvormittag. Die meisten, die hineingehen oder herauskommen, sind aber wahrscheinlich keine Dudenhofener, denn in dem Verwaltungsgebäude am Konrad-Adenauer-Platz befindet sich auch eine Außenstelle der Kfz-Zulassungsbehörde des Rhein-Pfalz-Kreises. Und die ist äußerst gut frequentiert, wie CDU-Verbandsbürgermeister Manfred Scharfenberger bestätigt, der aus seinem Büro im oberen Stockwerk des Rathauses heruntergekommen ist und der RHEINPFALZ einen Besuch an ihrem Stand abstattet.

Einer derjenigen, die an diesem Tag ein Auto anmelden wollen, ist Thomas Burckhardt aus Waldsee. Das Fahrzeug – ein gebrauchter Mercedes – sei nicht für ihn, sondern für seinen Sohn, berichtet der gebürtige Ludwigshafener. Seine Kinder waren auch ein Grund, warum er Mitte der 1990er-Jahre aus seiner Heimatstadt nach Waldsee gezogen ist. „In Ludwigshafen war es nicht mehr so schön“, sagt er über den Niedergang der Industriestadt. Seine drei Kinder sollten lieber in Waldsee aufwachsen.

Ebenfalls aus Ludwigshafen stammt Reimund Gebhard, der neue Vorsitzende des Dudenhofener Seniorenbeirats. Vor rund 30 Jahren sei er von dort nach Speyer gezogen. „Damals war Speyer noch günstiger als Ludwigshafen. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, sagt der 67-Jährige. Vor Kurzem ist er aus seinem Haus in Speyer-Süd aus- und in eine Eigentumswohnung in Dudenhofen eingezogen – und er ist voll des Lobes über seine neue Heimat: „Ich habe es noch keine Sekunde bereut“, sagt er und erwähnt die gute Infrastruktur. „Dudenhofen ist ein Dorf der kurzen Wege.“

Ein überzeugter Dudenhofener – allerdings schon deutlich länger – ist auch Emil Münzer. Obwohl der 79-Jährige, der unter anderem als Organisator des Spargelessens bekannt ist und für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement 2005 sogar das Bundesverdienstkreuz bekommen hat, ursprünglich aus Harthausen stammt. Seit 56 Jahren ist allerdings das Spargeldorf seine Heimat. Was Münzer derzeit vor allem stört, ist das Verhalten der motorisierten Verkehrsteilnehmer. „Die Autofahrer sollten vernünftig fahren und nicht durch die Gassen rasen“, findet er. Außerdem sollten diejenigen, die einen Hof haben, ihr Auto auch dort hineinstellen.

Gerade von der Gymnastikstunde für „die ältere Generation“ im Bürgerhaus kommt Marga König. „Ich lese gerne Zeitung“, sagt sie. Allerdings würde sie sich mehr Berichte auch vom Geschehen im rechtsrheinischen Umland – beispielsweise Schwetzingen, Heidelberg oder Mannheim – wünschen.

Der 70-jährige Dudenhofener Claus Keiz ist RHEINPFALZ-Leser in der zweiten Generation. Er bemängelt den Zustand des Radwegs nach Speyer sowie der Bürgersteige. Das hohe Verkehrsaufkommen beschäftigt den Anwohner der Speyerer Straße. Er wünscht sich eine andere Auffahrtmöglichkeit auf die Bundesstraße 39. Denn wer morgens um 7 Uhr die Auffahrt von der Iggelheimer Straße auf die Bundesstraße nutzen wolle, stehe dort eine Viertelstunde, weil er die Bundesstraße aufgrund des Verkehrsaufkommens nicht kreuzen könne, sagt Keiz. Die Autofahrer würden stattdessen durch Dudenhofen fahren, nennt der 70-Jährige die Konsequenz.

Peter Lorenz ist lieber zu Fuß im Spargeldorf unterwegs. Der 79-Jährige läuft fast täglich durch die Straßen und hält Ausschau nach Themen, die der Seniorenbeirat angehen kann. Diesem Gremium gehört Lorenz an. Auf dem Friedhof sei nicht alles so, wie es sein sollte, sagt er. Die mit den Pflegearbeiten beauftragte Firma schaffe die viele Arbeit nicht, und die wenigen Gemeindearbeiter hätten auch einen Haufen anderer Arbeit, findet der 79-Jährige. Ihn beschäftigt auch das Thema Verkehr: Sorgen bereiten ihm E-Scooter. Bereits jetzt seien viele Kinder mit Rollern auf dem Gehweg unterwegs. Wenn sie angefahren kämen, höre er sie nicht, sagt Lorenz, der befürchtet, dass es durch die E-Scooter noch gefährlicher auf den Bürgersteigen wird.

Gerda Flory verzichtet ebenfalls gerne auf das Auto und fährt lieber mit dem Fahrrad. Ihre letzten Touren führten die Dudenhofenerin nach Herxheim und Rülzheim. Als sehr gefährlich für Radfahrer hat sie Landesstraße zwischen Harthausen und Schwegenheim ausgemacht, für die seit Jahren ein Radweg in Planung ist. Nach Schwegenheim hat es sie zuletzt wegen der Eröffnungsrabatte im neuen Drogeriemarkt gezogen. Die Nahversorgungsangebote in Dudenhofen bezeichnet Flory als sehr gut.

Der Dudenhofener Berthold Fuchs wünscht sich, dass die Behindertentoilette am Abenteuerspielplatz mit einem sogenannten Euro-Schlüssel geöffnet werden kann. Mit einem solchen Schlüssel haben behinderte Menschen nach seinen Angaben europaweit Zugang zu dieser Art der Toiletten. Der 65-Jährige betreut ab und zu ein behindertes Kind und war mit seinem Wunsch bereits bei der Verwaltung vorstellig. Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD), der ebenfalls bei der RHEINPFALZ-Redaktion vor Ort vorbeischaut, notiert sich Fuchs’ Vorschlag gleich auf einen Zettel. Angesprochen auf den von Claus Keiz vorgetragenen Zustand der Bürgersteige und Radwege sagte Hook, dass dieser tatsächlich problematisch sei. Im Doppelhaushalt für 2020/2021 sei Geld für Ausbesserungen vorgesehen. Der neue Ortsbürgermeister spricht von sehr vielen Terminen in den vergangenen Monaten. „Jeden Tag und jede Woche lerne ich dazu“, sagt Hook, dem sein neues Amt „Mordsspaß“ macht. Er sehe den Berg voller Probleme, von denen er eins nach dem anderen abarbeiten möchte. Hilfe bekomme er von den Verwaltungsmitarbeitern – vor allem seine Sekretärin Sabine Settelmeyer unterstütze ihn ungemein, sagt Hook. Ohne sie sei es nicht möglich, lobt der Ortsbürgermeister.

x