Speyer Ran an die Sau
«Waldsee.»Ein Turnier zum Dorfereignis machen – das hatte sich die Abteilung Boule der TG Waldsee zum Ziel gesetzt, als sie vor 14 Jahren einen öffentlichen Wettbewerb unter den örtlichen Vereinen ausschrieb. Gerade noch gefehlt hat dieser im Veranstaltungskalender und das im positiven Sinne. Eine erfolgreiche Geschichte hat sich entwickelt, die am Freitagabend beim Turnier mit 25 Teams fortgeschrieben wurde.
„Wo ist die Sau?“, ertönte ein Ruf aus der Mitte der Spielfelder, die unmittelbar vor dem TG-Heim eingerichtet sind. Was für Laien befremdlich klang, war für die Experten nichts Ungewöhnliches. Die Zielkugel – im feinen Boule-Jargon Schweinchen genannt – war damit gemeint. An diese möglichst nahe mit den größeren Kugeln heranzukommen, war die hohe Kunst des Abends. „Es ist egal, ob jemand spielen kann oder nicht“, sagte Kurt Busch, der mit Dieter Krebaum die Turnierleitung innehatte, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Das bedeutete für die Experten der TG, für Erklärungen rund um die richtige Handhabung der Kugeln parat zu stehen. Einige generelle Regeln sollten schließlich bei aller Gaudi eingehalten werden. „Wir spielen nach dem Schweizer System, in zwei Runden“, ließ Busch wissen. 50 Personen teilten sich in den 25 Teams auf. „Dieses Jahr sind sehr viel neue Mitspieler dabei“, stellte Krebaum fest. Die meisten indessen kommen bereits seit vielen Jahren regelmäßig. „Manche sogar seit Anbeginn“, ergänzte er. Erfreulich für Busch: „Es sind alle Gruppierungen vertreten, von Parteien bis zu den Anglern oder dem Partnerschaftsverein.“ Die Boulespieler der TG traten der Fairness halber nicht an. Favoriten konnte Busch am Freitagabend nicht benennen. Alle gingen gleichermaßen unbedarft ans Werk. Den notwendigen Ehrgeiz legten sie dennoch an den Tag, wie leise Flüche und lauter Jubel merken ließen. Generationsübergreifend war das Ereignis ebenso: Zwischen 16 und über 70 Jahren lag die Altersspanne. Mit ausreichend Munition auf den 16 permanent belegten Spielfeldern unterstützte die Bouleabteilung. „Wir haben uns über die Jahre hinweg ein Sortiment angeschafft, das beim Dorfturnier zum Einsatz kommt“, berichtete Busch. Mit Essensgutscheinen wurden die besten Teilnehmer belohnt. Als Sieger gingen Timo und Steffen Athlete hervor, gefolgt von Jochen Schröder und Alfred Brechensbauer von der Grünen Kommunalen Liste sowie auf Rang drei Philipp Hög und Dirk Gandert, die für die Arbeiterwohlfahrt angetreten waren.