Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Radkauf in Speyer: Das sind die Trends der Saison 2026

Ob als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, Schule oder zum Ausbildungsplatz, für die Freizeit oder den Urlaub: Laut Bundesver
Ob als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, Schule oder zum Ausbildungsplatz, für die Freizeit oder den Urlaub: Laut Bundesverkehrsministerium liegt das Fahrrad in Deutschland mehr denn je im Trend. Mehr als 80 Prozent der Deutschen nutzten es, 55 Prozent hielten es für ein unverzichtbares Verkehrsmittel.

Fahrradhändler in Speyer beobachten auch in diesem Jahr einen anhaltend starken Trend hin zum E-Bike. Doch vielen Kunden ist beim Kauf noch etwas anderes sehr wichtig.

„E-Bikes sind weiterhin ein zentraler Wachstumstreiber und erschließen neue Kundengruppen. Dennoch bleibt das klassische Fahrrad ein wichtiger Bestandteil des Marktes. Unsere Verkaufszahlen zeigen, dass die Nachfrage nach herkömmlichen Fahrrädern weiterhin hoch ist“, sagt Niklas Grimmer, einer der Geschäftsführer von Fahrrad Weindel Im Geißhorn in Speyer. Ihm zufolge hat sich das Kaufverhalten der Kunden nicht wesentlich verändert. „Allerdings stellen wir fest, dass eine professionelle und kompetente Beratung für viele Kunden zunehmend an Bedeutung gewinnt“, sagt Grimmer.

Aktuell verfüge Fahrrad Weindel über rund 850 Fahrräder, die direkt vor Ort verfügbar seien. Im Sortiment seien in der Regel alle gängigen Fahrradtypen: vom Laufrad über Kinder- und Jugendfahrräder bis hin zu City- und Trekkingbikes, Falträdern, Mountainbikes, Rennrädern, Gravelbikes, E-Bikes, Cargobikes sowie Spezialrädern wie Dreirädern. Während E-Bikes weiterhin gefragt seien, steige gleichzeitig die Nachfrage in weiteren Segmenten deutlich an – insbesondere bei Gravelbikes und Rennrädern, sagt der Geschäftsführer. Zudem gebe es wachsendes Interesse an Kinder- und Jugendrädern, vor allem im leichten Segment. „Ebenfalls im Kommen sind Longtail-Bikes, die das klassische Cargobike aktuell etwas in den Hintergrund der Nachfrage rücken lassen“, sagt Grimmer.

Gewicht des Rads für manche Kunden ausschlaggebend

Bei Thomas Knerr von Radsport Stiller in der Gilgenstraße werden vor allem leichte E-Bikes mit einem Gewicht von bis zu 22 Kilogramm nachgefragt. Er habe diese seit diesem Jahr im Sortiment und führe viele Beratungsgespräche. Auf ein oder zwei Räder gebe es drei bis vier Interessenten, berichtet Knerr. Das Gewicht sei für einige Kunden ausschlaggebend. E-Bikes mit großem Akku und dadurch höherer Reichweite wiegen laut Knerr bis zu 30 Kilogramm. „Aber wer fährt schon 120 Kilometer am Stück“, sagt der Radhändler und deutet damit an, was sich im Beratungsgespräch meist herauskristallisiere: Viele Kunden wollten das E-Bike in der Freizeit oder im Urlaub nutzen und könnten es zu Hause oder im Hotel laden. Ihnen gehe es weniger um eine große Distanz und den sportlichen Aspekt, sondern viel mehr um den Freizeiteffekt. Bei einem 20er-Temposchnitt könnte man mit einer Akkuladung drei Stunden im E-Bike-Sattel verbringen. „Das muss man erst mal sitzen können“, sagt Knerr und lacht.

Das Geschäft mit den Fahrrädern mit elektrischem Hilfsmotor werde auch durch Leasing-Angebote angeheizt. Denn ein E-Bike zu kaufen, sei kostspielig. Die Preisspanne bewegt sich nach Angaben der Händler zwischen 3500 und 5400 Euro. Ulrich Strobel von Zweirad Strobel in der Tullastraße ist froh über die Leasingmöglichkeiten und dass sich viele Unternehmen daran beteiligen. Dabei können Arbeitnehmer hochwertige Fahrräder oder E-Bikes über ihren Arbeitgeber leasen, wobei die Rate vom Bruttogehalt abgezogen wird. Die Radfahrer profitieren von Ersparnissen gegenüber dem Direktkauf sowie steuerlichen Vorteilen. Sie können das Rad nach der Leasinglaufzeit meist übernehmen oder zurückgeben.

Radkauf ist sehr individuell

Strobel und sein Team haben sich auf E-Bikes, Sporträder sowie Gravel- und Mountainbikes spezialisiert. Er sieht keinen Trend hin zu einer speziellen Art Fahrrad, sondern lässt durchblicken, dass die Nachfrage sehr individuell sei. Bei ihm werden auch sogenannte SUV-Bikes mit dicken Reifen und Stollenprofil gewünscht. „Es kommt auf den Kunden und dessen Bedürfnisse an“, sagt er. Das bestätigt Thomas Knerr. Während Rennräder vor 20 Jahren hoch im Kurs standen, würden sie heutzutage nur noch von einer kleinen, aber dafür exklusiven Gruppe nachgefragt, die bereit sei, mehr Geld auszugeben. Zum Pendeln eigneten sich Rennräder aufgrund der schmalen Reifen und der meist schlechten Straßen nicht. Wer mit dem Rad zur Arbeit fahren will, frage eher nach einem Gravelbike, einem geländegängigen Fahrrad. Entscheidend sei bei allem die Beratung, da ein Großteil der Kunden mit der Fülle an Radtypen und E-Bikes nicht vertraut sei.

Matthias Schumacher von Radsport Schumacher in der Landauer Straße berichtet noch von einem anderen Kundenwunsch, der ihm in seinem inhabergeführten Geschäft immer wieder begegne: Dort fragten Personen verstärkt nach Kompakt-E-Bikes. Mit ihren 20-Zoll-Rädern seien sie kleiner und wendig und benötigten weniger Platz. Weil die Fahrradhändler-Branche umkämpft sei und vor allem große Händler Kunden mit Prozenten locken könnten, setzt Schumacher mit seinem Ein-Mann-Betrieb auf Serviceleistungen. „Ich repariere alle Räder, auch Fremdräder, aber dann womöglich mit Wartezeit“, sagt er. Dabei gehe es heutzutage nicht mehr nur um den Schlauchwechsel am Fahrrad, sondern auch um Software-Updates beim E-Bike. Die Branche sei immer im Wandel und müsse sich auf neue Gegebenheiten einstellen. Die gestiegenen Spritpreise merken die Radhändler allerdings noch nicht. Die Nachfrage nach Rädern, um vermehrt mit dem Rad statt mit dem Auto zu fahren, sei nicht gestiegen, sagen sie unisono.

Die Serie

Im Frühling starten die Speyerer Fahrradfans durch. In dieser Serie gibt es Tipps, damit dabei alles rund läuft.

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