Harthausen RHEINPFALZ Plus Artikel Rätsel um Neubaupläne der Firma Agrom: Wann kommt denn nun die neue Halle?

Die Firma Agrom hat auch Landmaschinen in ihrem Portfolio, hier ein Mähdrescher auf einem Feld bei Mechtersheim.
Die Firma Agrom hat auch Landmaschinen in ihrem Portfolio, hier ein Mähdrescher auf einem Feld bei Mechtersheim.

Seit gut vier Jahren plant die Firma Agrom den Bau einer neuen Halle mit über acht Meter hohen Wänden. Doch das Vorhaben verzögert sich immer wieder. Die Firma schweigt dazu.

Noch im Dezember des vorigen Jahres zeigt sich Agrom-Geschäftsführer Ludwig Disch zuversichtlich. Die Baugenehmigung könne noch vor den Feiertagen oder gleich danach eingehen, sagt er auf Anfrage. Doch weder vor noch seit dem Jahreswechsel tut sich etwas. Auf abermalige Nachfrage spricht er von einer Verzögerung wegen neuerlicher Umplanung, Förderanträgen und Neugenehmigung aufgrund des Einbaus einer Wärmepumpe. Inhaltlich gäbe es derzeit keine belastbaren Zahlen und Informationen, sagt er. Disch kündigt eine Hausausstellung am Sonntag, 8. März, 10 bis 17 Uhr, im Tabakdorf an. Er beantwortet aber erneut keine von neun konkreten Fragen zum Bauvorhaben und zur Entwicklung des Agrom-Standorts Harthausen seit dem Bezug des Areals am Ortseingang.

Mittlerweile gibt es einen Bebauungsplan

Wie Bürgermeister Rainer Schaust zuletzt Anfang Februar auf Anfrage informiert, geht es um ein zweigeteiltes Um- und Neubauvorhaben der Landmaschinenfirma in einem Antrag: den „Teilabriss und Umbau Nebengebäude“ sowie „Neubau einer Landmaschinenwerkstatthalle“.

Nach Schausts Chronologie beschäftigt sich der Bauausschuss der Gemeinde Harthausen seit Januar 2024 mit dem Projekt. Das Gremium erteilt Einvernehmen, jedoch mit zwei Auflagen: Zum einen sind die festgesetzten Lärmschutzwerte des angrenzende Bebauungsplanes Harthausen „Ost, Änderung 3“ einzuhalten und zum anderen soll an der östlichen Grundstücksgrenze zur Stellplatzfläche des Nettomarktes und auch auf Höhe des Discounters eine dichte Begrünung hin, „sodass die geplante Halle mit ihrer Wandhöhe von 8,10 Meter nicht so vordergründig in Erscheinung tritt. Ein Begrünungsplan ist vorzulegen“, fordert der Ausschuss außerdem.

Die Kreisverwaltung lehnt das Vorhaben im März 2024 zunächst ab. Für den „Neubau einer Landmaschinenwerkstatthalle“ sei ein Bebauungsplan notwendig. Den gibt es inzwischen. Er heißt „Bebauungsplan Speyerer Straße 88-92“ und ist seit 18. September 2025 rechtskräftig.

Genehmigung eines Bauantrags ohne Halle liegt vor

Der neue (Teil)-Bauantrag betrifft indes nur die „Sanierung/ Umbau des Verwaltungsgebäudes und Anbau eines Heizraumes mit Pellet-Lager“ ohne Neubau der großen Halle. Er wurde am 2. Januar 2025 bei der VG-Verwaltung Römerberg-Dudenhofen eingereicht und direkt mit Einvernehmen der Gemeinde am 16. Januar 2025 an die Kreisverwaltung weitergeleitet. Eine erneute Vorlage im Bauausschuss für die kleinere Variante war nicht notwendig, da die Planung des Anbaus auch bereits im Bauausschuss im Januar 2024 beraten und entschieden wurde, so die Begründung. Die Genehmigung des Bauantrags – ohne Halle – „liegt seit dem 23. Januar 2026 vor“, teilt Schaust in seiner Mail vom 10. Februar mit.

Dann ergänzt er noch: „Der Verwaltung liegt bis heute kein neuer Bauantrag zum Neubau der großen Landmaschinenwerkstatthalle vor.“ Er könne deshalb auch keine Angaben bezüglich derer Abmessungen machen oder wie sich das geplante Bauwerk auf die Silhouette der Gemeinde am Ortseingang aus Richtung Dudenhofen einmal auswirkt. Auch das sind zwei Fragen der RHEINPFALZ an Agrom-Geschäftsführer Disch, die er bisher nicht beantwortet hat.

Schaust und Löffler: „Trauriges Beispiel“

Schaust und der Beigeordnete Matthias Löffler zeigten sich „unzufrieden, dass sich das ganze Verfahren nun über zwei Jahre hingezogen hat“. Es handele sich um einen Bestandsbetrieb, der hier am Ort hohe Investitionen tätigen und neue Arbeitsplätze schaffen möchte, und um keine Planung auf der „Grünen Wiese“. Das sei nach beider Auffassung „sicherlich ein trauriges Beispiel der viel zu aufwendigen und zeitintensiven Genehmigungsverfahren in unserem Lande“.

Zur Sache: Die Firma Agrom

Im April 2017 kaufte die Firma Agrom Gelände und Gebäude der bis dahin dort tätigen Firma Vogel-Landmaschinen in Harthausen. Das Areal ist 8000 Quadratmeter groß. Über den Preis sagten beide Partner nichts. Agrom kündigte lediglich an, 300.000 Euro in ihren ersten Standort in der Pfalz investieren zu wollen.

Bis 2025 bestand die Agrom-Gruppe als Tochter der ZG Raiffeisen Technik aus drei eigenständigen Unternehmen: der Agrom Agrartechnik GmbH (Südbaden, Pfalz und Saarland), der Agrom Agrar- und Kommunaltechnik GmbH (Oberschwaben und Neckar-Alb) und der Agrom GmbH (Nordbaden/Hohenlohe). Durch eine Seitwärtsverschmelzung wurden diese drei 2025 zu einer Gesellschaft, der Agrom GmbH.

Laut einer Pressemitteilung zählt das Unternehmen aktuell rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 35 Auszubildende an 13 eigenen Niederlassungen und 24 Partnerhändlern. Alle Agrom-Standorte bieten nach eigenen Angaben von der Maschine bis zum Ersatzteil, von der Reparatur bis zum Notdienst ein umfassendes Programm. Als Händler deckt Agrom „jeden Bedarf der Land-, Forst- und Kommunaltechnik ab: ob Traktor, Mähdrescher oder Presse“.

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