Speyer
Otterstadt: Organisatoren ziehen positives Fazit des ersten „Konfi-Camps“
Das erste „Konfi-Camp“, das die evangelische Jugendzentrale für das protestantische Dekanat Speyer ausrichtete, hat seine Bewährungsprobe gut überstanden. Auf dem von der Ortsgemeinde frisch gemähten TuRa-Gelände haben 60 Konfirmanden aus fünf Kirchengemeinden, ihre Pfarrer und 30 Betreuer das Wochenende mit allen Sinnen genossen.
„Am besten war Stand-Up-Paddling“, schwärmt Anna Bude, eine der 18 beteiligten Konfirmanden der Speyerer Johanneskirchengemeinde, am Samstagabend von ihrer sportlichen Mutprobe auf dem Reffenthaler Altrhein. „Auch wenn ich zwei Mal ins Wasser gefallen bin“, berichtet die Zwölfjährige. Wasserkontakt gab es tagsüber von oben und unten. Anhaltender Nieselregen konnte die Stimmung der Jugendlichen auch aus den Kirchengemeinden Böhl-Iggelheim, Waldsee-Otterstadt, Dannstadt-Assenheim und aus der Speyerer Christuskirche nicht verdüstern.
Der bunte Abend beginnt trocken. Dennoch rät eine Betreuerin, frische Socken anzuziehen. Die sind schnell aus den Zelten geholt. In der Zwischenzeit räumen die Betreuer die Reste des Abendessens aus dem Küchenzelt und bereiten Musik und Spiele für den „Gala-Abend“ vor. „Bis aufs Wetter ist alles so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Wiebke Lenkel. Die 19-jährige Schifferstadterin ist schon seit ihrer eigenen Konfirmation 2013 in die evangelische Jugendarbeit eingebunden.
15 der 30 Jugend-Betreuer hätten das Konzept für das erste Konfi-Camp von Anfang an mit entwickelt, betont Jugendreferent Paul Neuberger den monatelangen Einsatz.
Ein Römerberger allein dabei
Jaron Götz (12) hat sich selbstständig auf den Weg gemacht. Er ist der einzige der Römerberger Konfirmanden, der sich die Teilnahme an der Premiere unter freiem Himmel nicht nehmen lassen wollte. Für ihn war die erste Segeltour seines Lebens der Höhepunkt. „Die Teilnahme der Kirchengemeinden war freiwillig“, erklärt Corinna Schauder, Pfarrerin der Johanneskirche, den Alleingang des Römerberger Konfirmanden.
Das Camp trägt das Motto „Mut und Vertrauen“ zu Recht. Die Konfirmanden stehen vor sportlichen und sozialen Herausforderungen. Viele übernachten zum ersten Mal im Zelt, haben noch nie ein Wochenende in einer so großen Gemeinschaft verbracht. Für Anna ist das Konzept in jeder Beziehung aufgegangen. „Ich schlafe mit einer neuen Freundin und mit zwei aus meiner Gemeinde im Zelt“, sagt sie. Mit der neuen Freundin aus der Nachbargemeinde will sie „auf jeden Fall“ in Kontakt bleiben.
Ein mannshohes Wildbienen-Hotel haben die Konfirmanden unter der Anleitung von „Naturspur“-Mitarbeitern gebaut. „Vielleicht stellen wir es auf der Wiese der Johanneskirche auf“, überlegt Schauder. Anna ist dafür.
Im Gala-Abend-Zelt wird der „Große Preis“ ausgespielt. Markus Diringer, Pfarrer der Kirchengemeinde Böhl-Iggelheim, ist beeindruckt vom Natur-Interesse der Konfirmanden. 13 sind aus seiner Gemeinde mitgekommen. „Ich spüre keinen Leidensdruck bei ihnen“, beschreibt er die Begeisterung der Jugendlichen.
Besonders hebt Andreas Buchholz, Pfarrer der Gemeinde Waldsee-Otterstadt, die Unterstützung der Ortsgemeinde Otterstadt, TuRa und der örtlichen Vereine hervor. „Ohne sie wäre das Camp nicht möglich geworden“, ist er überzeugt. Schauder berichtet von TuRa-Gaststätten-Betreiber Nikos Sideridis, der den Konfis seine sanitären Anlagen zur Verfügung gestellt hat.