Speyer Olympische und gemütliche Boote
«Waldsee.»Kaiserwetter begleitete die Teilnehmer der Regatta der Segelgemeinschaft Waldsee (SGW) am Samstag auf dem Altrhein. 20 Boote verschiedener Klassen wurden zu Wasser gelassen. Zwischen einer und über zweieinhalb Stunden waren diese unterwegs.
Das kleine blaue Band sei gesegelt worden, berichtete Regattaleiter Uwe Stemmler im RHEINPFALZ-Gespräch. Konkret bedeutete das eine Tour um gut zwei Drittel des Segelreviers, vorbei an einigen benachbarten Hafenanlagen. „Die Strecke ist ungefähr acht Kilometer lang, wobei wir am Ende durch die Kreuzschläge bei gut zehn Kilometer gelandet sind“, führte Stemmler aus. Nach einer Stunde habe das schnellste Boot bereits wieder angelegt. „Das war eine olympische Jolle, die entsprechend schnell unterwegs war“, erklärte Stemmler den Vorsprung zu den anderen „gemütlichen“ Booten. Gesteuert wurde diese von Vereinskollege Martin Krumhaar, einem Halbprofi, mit dem Stemmler vor vier Jahren bei einer Weltmeisterschaft segelte. Für den Sieg reichte es Krumhaar trotz der Bestzeit nicht. „Wir sind nach Yardstick gesegelt“, merkte Stemmler dazu an. Das bedeutete, dass langsamere Boote mit einer besseren Punktzahl belegt wurden und die schnelleren demnach mit einem Handicap zurechtkommen mussten. Der Sieger in der Jollen-Klasse ging daher an Sascha Jagel, ebenfalls ein erfahrener Mann, der sich als Jugendleiter in der SGW engagiert. Von idealen Segelbedingungen zur Regatta sprach Stemmler: „Kräftiger, aber nicht zu heftiger Wind, warm und sonnig.“ Einige Grundvoraussetzungen müssten aber auch bei den besten äußeren Bedingungen beherrscht werden, um gut ins Ziel zu kommen. „Zum einen muss der Segler sein Boot sehr gut kennen“, nannte Stemmler die erste Notwendigkeit. Zudem brauche es Kenntnis über das richtige Einstellen der Segel für die örtlichen Gegebenheiten und strömungstechnischen Besonderheiten im Revier. „Ein Segel arbeitet wie ein Flugzeugprofil, nur noch komplexer“, machte er deutlich. Auf Winddrehungen müsse ein Segler gut reagieren können, gerade im Altrhein-Gebiet. „Die richtige Wende zum richtigen Zeitpunkt bringt Vorteile“, verdeutlichte der Regattaleiter. Während die Jugend bei Wettkämpfen nach vorne presche, gebe es zurzeit bei der SGW keine größere Jugendgruppe mehr im Training. In die aktive Klasse aufgestiegen seien die ehemaligen Jungen. Daher schloss sich gestern unmittelbar nach Regatta und Hafenfest am Samstag ein Schnuppertag für Kinder an. Nachwuchs ab neun Jahren durfte ran ans Boot.