Ringen RHEINPFALZ Plus Artikel Offene Landesmeisterschaft in Thaleischweiler: Nariman Asadzade vom AV 03 Speyer Dritter

Platz drei: Nariman Asadzade (rechts) vom AV 03 Speyer besiegt Mohammad Elham Rasheedi von Eintracht Frankfurt.
Platz drei: Nariman Asadzade (rechts) vom AV 03 Speyer besiegt Mohammad Elham Rasheedi von Eintracht Frankfurt.

Ein 15-jähriger Speyrer Ringer besiegt bei den offenen Landesmeisterschaften einen neun Jahre älteren Gegner.

Nicht nach Punkten, nicht technisch-überlegen sondern mit der nobelsten aller Siegesvarianten glückt ihm das: Schultern. Schauplatz des Geschehens ist die IGS-Sporthalle im südwestpfälzischen Thaleischweiler-Fröschen. Dort kämpfen am Samstag rund 137 Athleten aus der gesamten Republik um den Landesmeistertitel.

Drei vom AV 03 Ringer treten an: Die Brüder Eldar und Nariman Asadzade sowie Patryk Alexander Spruta. Alle treten in der Feistilart an. Spruta feiert eine Premiere. Der 16-jährige Frankenthaler Athlet ringt erst seit gut einem Jahr, nachdem er sich zuvor im Judo, Muay Thai und Mixed Martial Arts versuchte.

Spruta zufrieden

„Ich will aufs Siegespodest“, äußert der Zehntklässler anspruchsvolle Ziele. Ganz so erfolgreich verläuft die Premiere dann doch nicht. Das liegt nicht zuletzt an der extrem großen Konkurrenz. In der 74-Kilo-Freistilklasse treten zwölf Athleten an. Spruta erkämpft einen guten neunten Platz. „Es war die Generalprobe vor der Junioren-Rheinland-Pfalz-Meisterschaften nächste Woche“, sagt er dennoch zufrieden.

Den Asadzades bescheinigt Trainer Yuri Makarov, der heute Ralf Böhringer in dieser Funktion vertritt, „großes Potential“. Und er sollte recht behalten. Der 17-jährige Eldar geht fünfmal auf die Matte und gewinnt davon drei Kämpfe in der 86-kg-Klasse. Das bedeutet Platz vier der zehn Teilnehmer. Noch erfolgreicher schneidet der jüngere Bruder Nariman ab.

Jüngling Asadzade

Der 15-Jährige gehört zu den Jüngsten bei den Meisterschaften. In der 61-kg-Klasse bestreitet er den Auftaktkampf gegen den Mainzer Felix Tyler Vinson, verliert. „Ich muss technisch besser ringen“, betreibt er Ursachenforschung und das mit Erfolg. Im zweiten Duell steht ihm mit dem Frankfurter Mohammad Elham Rasheedi nicht nur ein kampferfahrener, sondern auch mit 24 Jahren deutlich älterer Gegner auf der Matte gegenüber.

Aus einem Punkterückstand bringt der Speyerer schließlich scheinbar aus dem Nichts ein Achselwurf an und schultert seinen Gegner. Rund 200 Zuschauer quittieren diese Aktion mit Applaus. Am Ende stehen dem Debütanten vier Siege und eine Niederlage zu Buche. Das bedeutet Podestplatz drei. Neben allem sportlichem Ehrgeiz nutzen die drei jungen Speyerer Athleten auch die Möglichkeit, sich mit anderen Sportlern aus anderen Vereinen und Landesverbänden auszutauschen, geben sich Handynummern. Die Kontaktpflege floriert quasi auf und neben der Matte.

Schock für Kaufmann

Für Reiner Kaufmann, den Vorsitzenden des ausrichtenden Vereins AC Thaleischweiler, beginnt der Samstag mit einer Hiobsbotschaft. Während des frühmorgendlichen Spaziergangs klingelt um 6.18 Uhr sein Handy. Der für die Wettkampfleitung verantwortliche Bernd Schröder ist unerwartet in der Nacht zum Samstag erkrankt und fällt aus. Die Wettkampfleitung übernimmt kurz entschlossen Oliver Eich.

Dass das Niveau bei diesen offenen Meisterschaften recht hoch ist, das bestätigt auch Manuell Senn. Der Vizepräsident des Deutschen Ringerbundes ist einer von neun Kampfrichtern am heutigen Samstag und macht, ebenso wie seine Kolleginnen und Kollegen, einen hervorragenden Job. „Es ist schon ein ansprechendes Niveau für eine Landesmeisterschaft“, stellt er fest.

Die Ringer aus anderen Landesverbänden, wie Hessen und Bayern, trügen entscheidet dazu bei, das ringerischer Niveau anzuheben“, merkt er an. Es wird aber auch streng auf die Einhaltung des Regelwerks geachtet. „Radlerhose unter dem Trikot ist nicht erlaubt, bitte ausziehen“, fordert er von einem Teilnehmer. Unter seinem blauen Trikot am Bein ist das nicht erlaubt Kleidungsstück zu sehen. Beim nächsten Kampf ist es entfernt, regelgemäß.

x