Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Trainer Kevin Hoffmann tritt beim FV Dudenhofen zurück

Spitzenkicker und -trainer: Kevin Hoffmann verlässt den FV Dudenhofen vor dem Spiel bei Cosmos Koblenz.
Spitzenkicker und -trainer: Kevin Hoffmann verlässt den FV Dudenhofen vor dem Spiel bei Cosmos Koblenz.

Zehn Jahre Kevin Hoffmann beim FV Dudenhofen sind zu Ende. Jetzt gibt er seinen Gefühlen freien Lauf. Als Fan sucht er sich jetzt ein besonderes Plätzchen.

„Am Ende haben die Niederlagen den Ausschlag gegeben“, sagte Trainer Kevin Hoffmann im Gespräch mit unserer Zeitung über seinen Rücktritt am Freitag bei Oberligist FV Dudenhofen: „Es war ein längerer Prozess. Jeder, der mich kennt, weiß, wie emotional ich dabei bin.“ Damit enden zehn Jahre Hoffmann im Verein, erst als Spieler, dann als Coach.

„Es hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht, aber auch brutal Kraft gekostet. Der FVD war eine Herzensangelegenheit. Ich habe mich komplett aufgeopfert“, so Hoffmann: „Die Niederlagen haben die Kraft und Energie für diese Position geraubt. Ich habe mich leer und kraftlos gefühlt. Ich musste mich selbst schützen. So habe ich diese sehr, sehr harte und egoistische Entscheidung getroffen.“

Diese bahnte sich freilich an: „Nach Niederlagen macht man sich immer Gedanken.“ Der Trainer stehe ohnehin im engen Austausch mit Vorsitzendem Christian Schultz und Sportdirektor Nico Henrich. „Ich bin im Überlebensmodus“, habe er vor seinem letzten Spiel gegen Worms Henrich mitgeteilt: „Nur Siege sind Medizin, um auf andere Gedanken zu kommen.“ Es ging schief. Eine Rolle spielte nach dem Finale um die Verbandsligameisterschaft die kurze Pause von zwei Wochen bis zur Vorbereitung: „Das war brutal.“

Hoffmann entscheidet

Der Entschluss fiel dann gut zwei Tage vor dem Match bei Cosmos Koblenz (1:1): „Es gibt nie einen guten Zeitpunkt für so etwas. Ich habe es für mich getroffen, meine Gesundheit, das Herz, den Kopf.“ Schultz und Henrich erfuhren als Erstes davon. Den ganzen Tag habe es Versuche gegeben, ihn umzustimmen, auch kurz vor dem Training noch durch seine Kollegen. Hoffmann: „Ich habe alle Optionen bekommen, auch eine Auszeit von zwei, drei Wochen.“ Das kam für ihn aber nicht in Frage: „Ich verlange ja auch von meinen Spielern, dem Staff, dass immer alle da sind, niemand in Urlaub geht.“

Am Tag nach der offiziellen Bekanntgabe erreichten den früheren Innenverteidiger zahlreiche Nachrichten aus der Mannschaft, von alten Weggefährten rund um den Fußball: „Es hat mich gefreut, dass der ein oder andere an mich gedacht hat.“ Am Sonntag kurz vor dem Anpfiff gab es noch Kontakt zu Kapitän Marvin Sprengling: „Ich habe ihm Glück und drei Punkte gewünscht.“ In der Kabine hängten die Kicker dann sein ehemaliges Trikot auf: „Das macht den Verein aus.“

Trainer entspannt

Den Sonntag verbrachte Hoffmann mit der Familie bei einem Weinfestumzug. Sein Vater hielt ihn stets über die Entwicklung in Koblenz auf dem Laufenden: „Ich bleibe weiter ein ganz, ganz großer Fan vom Verein und dieser Mannschaft. Ich war nicht nur Trainer.“ Bruder Sven schnürt die Stiefel an der Iggelheimer Straße.

Der 35-Jährige plant sogar, diese am Samstag zuhause gegen FK Pirmasens moralisch zu unterstützen und sei es draußen am Zaun, um Rückfragen zu entgehen: „Irgendwie werde ich dabei sein.“ Dabei habe ihm FVD-Boss Schultz im Spaß Schonfrist bis zum wichtigen Duell mit SC-Idar-Oberstein am 1. November eingeräumt. Gibt es den Trainer Hoffmann mal wieder? „Man weiß nie, was die Zukunft bringt. Es macht ja auch brutal Spaß.“ Doch nun widmet er sich Familie und Freunden: „Es hat alles auch viel Zeit gekostet.“

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