Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Die unglaubliche Wandlung des FV Dudenhofen mit Trainer René Reichling

Immer öfter was zu jubeln: der FV Dudenhofen mit Torschütze Julian Scharfenberger (Mitte) gegen Eppelborn und Felix Heimgärtner
Immer öfter was zu jubeln: der FV Dudenhofen mit Torschütze Julian Scharfenberger (Mitte) gegen Eppelborn und Felix Heimgärtner (links).

Der FV Dudenhofen ist die Mannschaft der Stunde in der Oberliga oder besser geschrieben: der vergangenen Wochen, des Jahres 2026.

Mal ausgehend von vier realistischen Absteigern, hüpfte Dudenhofen am Wochenende erstmals wieder über diese Grenze: „Das war natürlich ein Supergefühl“, sagte FVD-Sportvorstand Florian Kober (39) im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das war der Lohn für die letzten Wochen. Die Mannschaft hat sich die Ergebnisse mit ihren Leistungen verdient. Viele spielen einfach besser. Ich habe schon gesagt, die Saison könnte jetzt vorbei sein. So kann es weitergehen.“

Der Mann hinter dem Aufschwung: der blutjunge Trainer René Reichling, der dem zurückgetretenen Erfolgscoach Kevin Hoffmann, der den FVD wieder in die Fünftklassigkeit hochbrachte, in schweren Zeiten nachfolgte. Kober: „Er hat immer weitergemacht und nicht wirklich viel anders, nichts Besonderes. Die Mannschaft setzt es einfach besser um.“

Pech gegen Koblenz

Vor Reichling dümpelte Dudenhofen mit sieben Punkten aus elf Spielen dem Abgrund entgegen. Nun schlagen 28 Zähler aus 25 Partien zu Buche. Jeweils zwei vergebene aus dem Aluminium-Pech-Match beim FV Engers und durch das Last-Minute-Tor gegen TuS Koblenz, die Spargeldörfler sammelten derer 32, befänden sich im engen Rennen Kurs einstelligem Tabellenplatz: „Wir hätten den ein oder anderen Punkt mehr haben können“, meinte Kober. Das 1:1 gegen Koblenz habe ihn die ganze Woche beschäftigt.

0,6 Punkten im Schnitt vor seiner Zeit fügte Reichling demnach seinen Wert von 1,5 hinzu, also mehr als doppelt so gut. Nur der neue Übungsleiter bedeutet Platz einen oberen Mittelfeldplatz in der Tabelle, vor den Granden von Wormatia Worms, zu denen es am Samstag (14 Uhr) geht. Derweil wächst die Serie auf neun Duelle mit nur einer Niederlage an bei Unbesiegtheit nach der Winterpause an.

Ungewissheit bei Häußler

Lukas Metz kehrt nach abgebrummter Sperre zurück. Marvin Sprengling bekam seine Verletzung soweit in den Griff. Auch die personelle Lage stellt für Kober einen Grund für den Aufschwung dar. Doch das Resultat der Knieuntersuchung bei Eric Häußler stand zuletzt noch aus. Zudem besserte sich die Stimmung: „Das war aber das Übliche und ist in jeder Mannschaft so, wenn sie nicht erfolgreich ist.“

Offizielle und Spieler schwärmen vom Trainertalent, dessen Fußballverstand, der Ansprache, seinem System. „Wir haben ihm zu hundert Prozent vertraut. Das hätten nicht viele Oberligisten gemacht“, so der Sportvorstand. Die Entwicklung habe kritische Stimmen aus den eigenen Reihen, die prekäre Situation und die Unerfahrenheit Reichlings, schnell im Keim erstickt: „Die Treuen standen ohnehin zu hundert Prozent hinter uns.“ Für ihn geht es in der nächsten Saison ins zweite Glied zurück. Von etwaigen Begehrlichkeiten am Erfolgscoach weiß der 39-Jährige nichts, geht aber nicht davon aus, dass der bodenständige Reichling aufgrund der neue Lage um Entlassung aus der Vereinbarung bittet.

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