Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel OB-Wahl: Was macht die AfD, was macht Oehlmann mit der AfD?

Stadtrat: AfD-Fraktion mit Benjamin Haupt (Mitte).
Stadtrat: AfD-Fraktion mit Benjamin Haupt (Mitte).

Die AfD hat noch nicht entschieden, ob und wie sie sich an der Speyerer Oberbürgermeisterwahl beteiligt. Dennoch spielt sie zumindest indirekt schon eine Rolle.

Amtsinhaberin Stefanie Seiler (SPD) und der mit Unterstützung von FDP, CDU und Freien Wählern als Unabhängiger antretende Mike Oehlmann stehen bisher als Kandidaten für die Speyerer Oberbürgermeisterwahl fest. Am 6. September geht es darum, ob Seiler für weitere acht Jahre im Amt bestätigt wird oder nicht. Die Stelle wird am 17. April im städtischen Amtsblatt ausgeschrieben. Kandidaten können sich laut Stadt noch bis zum 20. Juli bewerben, wobei weitere Fraktionen aus dem Stadtrat schon abgewinkt haben. Noch offen ist die Entscheidung der AfD – und doch spielt diese schon eine Rolle im Vorfeld des Urnengangs.

Indirekt hat die AfD sogar mit Oehlmanns Kandidatur zu tun. Als die Rechtsaußen-Partei im September 2025 im Stadtrat verbal gegen Seiler geschossen hatte, hatte die OB in der Folge andere Fraktionsvorsitzende zum Hintergrundgespräch über die Probleme eingeladen. Nicht auf der Gästeliste neben der AfD: FDP, SWG und Freie Wähler. FDP-Vertreter Oehlmann war verärgert, sah sich danach von Seilers Büro angelogen, kritisierte die Amtsinhaberin und entwickelte die Idee, selbst als OB zu kandidieren.

AfD noch unentschlossen

Die Speyerer AfD hat sich bisher nur auf Anfrage zu dem Urnengang geäußert: Eine eigene Kandidatur sei denkbar, aber nicht sicher. Das sei im Prinzip immer noch der Stand, so Vorsitzender Benjamin Haupt am Mittwoch. Von übergeordneter Parteiebene sei es gewünscht, bei Wahlen in Städten wie Speyer Flagge zu zeigen. Auch aus der Bevölkerung vernehme er diesen Wunsch. Er wolle vor Ort aber zunächst ein Stimmungsbild der Mitglieder einholen. „Wenn wir antreten, soll das von einer breiten Mehrheit mitgetragen werden“, sagt er.

Der AfD-Kreisverband wolle einen Wechsel an der Stadtspitze und werde „taktisch klug entscheiden“, kündigt Haupt an. Näheres dazu könne er noch nicht sagen. Wenn ein AfD-Vertreter für das Speyerer Rathaus kandidieren würde, kämen er selbst, Stadträtin Nicole Höchst oder eine andere Person in Betracht. Höchst als Bundestagsabgeordnete seit 2017 und Haupt als frischgebackenes Landtagsmitglied sind schon Berufspolitiker. „Es ist noch nicht greifbar, was wir machen“, sagt Haupt und kündigt eine interne Versammlung in den nächsten Wochen an.

Oehlmann führt Gespräche

FDP-Kandidat Oehlmann hat schon mitgeteilt, dass er eine formelle Unterstützung der AfD nicht annehmen würde. Berührungsängste hat er jedoch nicht. „Ich führe mit jedem Gespräche“, sagt er. Dass Speyerer Stadtratskollegen bei Wortbeiträgen der AfD mitunter bewusst das Plenum verlassen, finde er unangemessen. Er wolle sich aber nicht mit der AfD beschäftigen, sondern „mit den Wählerinnen und den Wählern, die die AfD wählen“, sagt er auf Anfrage. „Sie haben Fragen, auf die Antworten gegeben werden müssen.“

Diesen Menschen wolle er als Kommunalpolitiker Angebote machen, „damit sie wieder in die Mitte kommen“. Grundsätzlich wolle er für alle wählbar sein. Auch den örtlichen Parteien aus dem linken Spektrum, die sich in der OB-Frage noch nicht öffentlich positioniert haben, werde er Gespräche anbieten. Er wolle sich „auf die Mitte konzentrieren und die Lager zusammenführen“. Zu seiner Kandidatur habe er schon viel positive Resonanz erhalten.

FDP-Fraktion mit Mike Oehlmann und Bianca Hofmann.
FDP-Fraktion mit Mike Oehlmann und Bianca Hofmann.
x